Start 5 Bretagne-Loire 2026 5 Saint Malo

Saint-Malo – Eine Stadt mit rauer Vergangenheit

Saint-Malo hat nicht nur eine hübsche Postkartenkulisse zu bieten. Die Stadt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und war einst eine bedeutende Seefahrer- und Handelsstadt. Besonders bekannt wurden die sogenannten Korsaren von Saint-Malo, die im Auftrag des französischen Königs feindliche Handelsschiffe aufbringen durften.

Unser Ziel ist natürlich die berühmte Altstadt Intra-Muros, also der Bereich „innerhalb der Mauern“. Klingt zunächst ein bisschen nach Mittelalter zum Anfassen – und tatsächlich fühlt es sich auch genauso an. Schon von außen macht die gewaltige Stadtmauer ordentlich Eindruck. Dicke Granitsteine, Türme und Bastionen umschließen die Altstadt und lassen keinen Zweifel daran, dass Saint-Malo früher nicht nur hübsch, sondern vor allem wehrhaft sein musste.

Einmal rund um die Altstadt

Natürlich wollen wir nicht nur unten durch die Gassen schlendern. Die Stadtmauer muss erklommen werden – schließlich wollen wir Saint-Malo von oben sehen. Der Rundweg auf der Mauer ist fast zwei Kilometer lang und bietet ständig neue Ausblicke. Auf der einen Seite liegt die Altstadt mit ihren engen Gassen und den typischen bretonischen Granithäusern, auf der anderen Seite öffnet sich das Meer.

Intra-Muros – enge Gassen und alte Gemäuer

Dann geht es hinein in die Altstadt. Intra-Muros ist ein Gewirr aus engen Gassen, kleinen Geschäften, Restaurants und Cafés. Die Häuser stehen dicht an dicht und bestehen größtenteils aus dem typischen grauen bretonischen Granit.

Doch die historische Kulisse täuscht ein wenig: 1944 wurde Saint-Malo im Krieg zu großen Teilen zerstört. Nach dem Krieg entschied man sich, die Altstadt möglichst historisch wiederaufzubauen. Ab 1948 wurden alte Pläne, Fotos und erhaltene Bauteile genutzt, sogar Steine aus den Trümmern fanden wieder Verwendung. So entstand das heutige Intra-Muros – alt aussehend, aber teilweise erstaunlich jung.

Nach den vielen historischen Gebäuden lohnt es sich, einfach treiben zu lassen. Mal links, mal rechts – und bloß keinen ausgeklügelten Stadtrundgang! Irgendwann landet man sowieso wieder dort, wo man schon einmal war. Eine schöne Mischung aus historischem Ambiente und quirligem Leben.

Die aktuelle Ausstellung von Lucky Luke habe ich leider nicht gesehen. Es war nicht um die Ankunftszeit geöfnnet. Es gibt natürlich meine Lieblingsschilder über den Restaurants. Ein paar schöne waren dabei oder die Deko über einer Bar. Nachfolgend meine Auswahl für Dich.

Der Hafen – Schiffe statt Mittelalterromantik

Saint-Malo und die Seefahrt – das gehört zusammen wie Wind und Wellen. Über Jahrhunderte war die Stadt ein bedeutender Hafen für Händler, Entdecker und vor allem für die berüchtigten Korsaren. Von hier aus stachen sie in See und machten Saint-Malo weit über die Bretagne hinaus bekannt.

Heute geht es im Hafen wesentlich entspannter zu: Fähren, Segelboote und Ausflugsschiffe ziehen an uns vorbei, während Spaziergänger gemütlich am Kai entlangschlendern. Doch dann entdecken wir einen ganz besonderen Hingucker: L’Étoile du Roy. Der imposante Dreimaster ist ein originalgetreuer Nachbau eines historischen französischen Korsarenschiffs aus dem 18. Jahrhundert. Mit seinen hohen Masten, den vielen Kanonen und dem gewaltigen Holzrumpf wirkt er, als hätte jemand kurzerhand ein Stück Seefahrtsgeschichte aus dem Museum ins Hafenbecken gestellt.

Fort National – Festung mit Ebbe-Ticket

Direkt vor Saint-Malo liegt das Fort National auf einer kleinen Felseninsel – und der Weg dorthin ist etwas ganz Besonderes: Bei Ebbe kann man einfach zu Fuß hinüberlaufen. Bei Flut wird der Weg allerdings ziemlich schnell zur nassen Angelegenheit, deshalb sollte man unbedingt die Gezeiten im Blick behalten.

Das Fort ließ Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert nach den Plänen des berühmten Festungsbaumeisters Vauban errichten. Es sollte Saint-Malo vor Angriffen vom Meer schützen und den Zugang zum Hafen sichern. Heute spazieren wir deutlich entspannter über den ehemaligen Militärstützpunkt und genießen vor allem den grandiosen Blick auf Saint-Malo, die Stadtmauer und die Küste.

Und irgendwie hat das Ganze etwas von einem kleinen Abenteuer: Man wartet auf die Ebbe, marschiert trockenen Fußes zur Festung und sollte anschließend besser nicht trödeln – schließlich möchte niemand unfreiwillig auf der Festungsinsel übernachten. 😄

Unweit links davon gibt es ein Schwimmbad. Dieses kann man nur bei Ebbe benutzen. Sonst bleibt lediglich der Sprungturm zu sehen. Die nächsten zwei Fotos zeigen die Ansichten bei Ebbe und ca. 8 m höherem Meeresspiegel. Lustig oder?

 

Mit dem Schiff durch die Bucht von Saint-Malo

Vom Wasser aus zeigt sich Saint-Malo noch einmal von seiner schönsten Seite. Unsere kommentierte Bootsfahrt führt entlang der Stadtmauer, vorbei an Saint-Servan, Dinard, dem Fort National, Grand Bé und dem Fort de la Conchée. Dazu gibt es spannende Geschichten über Korsaren, Seefahrt und die beeindruckenden Gezeiten der Bucht. Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden und der Matrose als Pirat verkleidet hat uns sehr imponiert. Schade nur, dass wir kein Französisch verstehen. Deutsche Informationen gaben es leider nicht.

Als Segler lieben wir es einfach zwei Stunden schippern, schauen und staunen und entspannt fotografieren – ganz ohne Blasen an den Füßen. So gefällt uns Sightseeing!

Mémorial 39-45 – Geschichte mit Meerblick

Wenn du dich für Geschichte interessierst, lohnt sich ein Besuch des Mémorial 39-45 auf der Cité d’Alet. In den ehemaligen deutschen Bunkeranlagen tauchst du in die Geschichte Saint-Malos während des Zweiten Weltkriegs ein. Die Ausstellung erzählt von Besatzung, Befreiung und dem Wiederaufbau der Stadt.

Und nach so viel Geschichte gibt es draußen einen echten Kontrast: Genieße die wunderschöne Aussicht über das Meer, die Rance und hinüber nach Saint-Malo. Geschichte und Meeresblick – diese Kombination bleibt garantiert im Kopf. Ein paar Fotos konnte ich auf der Schifffahrt von der Meer-Ansicht machen.

Die letzten drei Nächte haben wir hier übernachtet:

Domaine de la ville Huchet

Der Campingplatz hat eine Schwimmlandschaft innen und außen. Die ist sehr nett. Das Bier vom Faß kostet 7,50 €, ist ein bisschen viel finde ich. Die Übernachtung kostet mit ACSI 21 € inkl. Strom pro Nacht. Es gibt einen Baguette-Service, kleinen Shop, Snacks und Getränke an einer Bar mit kleiner Außenterrasse. Mit dem Fahrrad braucht man ca. 25 min. bis zur Stadtmauer. Die Plätze sind tlw. etwas uneben, aber auf den Wiesen mit einer Matte verstärkt, falls es sehr nass ist. Der Upload Internet ist grottenschlecht, für alle, die Blog schreiben oder arbeiten wollen bucht man besser für 3 Geräte 24 St WLAN für 6 €. Wir würden wieder hier übernachten und geben eine klare Empfehlung. 

Mit diesem Möwenportrait verabschiede ich mich von Saint-Malo.