Dunes de Héauville
Auf dem Weg zu unserem nächsten Übernachtungsplatz wollten wir uns noch etwas die Beine vertreten und steuerten das Naturschutzgebiet von Héauville an. Schon die Anfahrt mit dem Camper war ein kleines Abenteuer. Die Wege waren stellenweise so ursprünglich, dass wir kurz überlegten, ob wir noch auf einer Straße oder schon auf einer Offroad-Strecke unterwegs waren. An dieser Stelle ein respektvoller Gruß an alle Allrad-Fahrer – ihr hättet hier definitiv euren Spaß gehabt.
Kaum hatten wir den Camper geparkt, ging es auch schon los. Der Wanderweg führte uns durch eine wunderschöne Dünenlandschaft, vorbei an Grasflächen, Sandwegen und immer wieder tollen Ausblicken auf den Ärmelkanal. Wind, Wellen und jede Menge Natur – viel mehr braucht es manchmal nicht.
Unser Ziel war diesmal kein Leuchtturm, kein Aussichtspunkt und auch kein Café. Nein, wir waren mal wieder auf Bunkerjagd. Entlang der Küste stehen noch zahlreiche Überreste des Atlantikwalls. Die mächtigen Betonkolosse aus dem Zweiten Weltkrieg wirken heute fast surreal zwischen Dünen, Strand und Meer. Teilweise hat sich die Natur die Bauwerke bereits zurückerobert, was ihnen einen ganz besonderen Charakter verleiht.
Die Landschaft rund um Héauville ist dabei mindestens genauso beeindruckend wie die historischen Relikte. Weite Sandstrände, sanfte Dünen, raue Klippen und der endlose Blick über den Ärmelkanal sorgen dafür, dass man automatisch langsamer wird und einfach nur genießt. Hier geben Wind, Wellen und Gezeiten den Takt vor.
Die eigentliche Herausforderung kam allerdings erst auf dem Rückweg. Vom Strand mussten wir wieder hinauf auf die hohe Düne, auf der unser Wanderpfad verlief. Was von oben noch harmlos ausgesehen hatte, entwickelte sich schnell zu einer sportlichen Herausforderung. Jeder Schritt nach oben wurde vom lockeren Sand gefühlt wieder halb zunichtegemacht. Irgendwann schnauften wir uns Stück für Stück nach oben und fragten uns ernsthaft, ob die Düne vielleicht heimlich gewachsen war, während wir unten am Strand unterwegs waren.
Irgendwann erreichten wir den Pfad dann doch – leicht außer Atem, aber um eine schöne Wanderung reicher. Genau solche Orte machen für uns den Reiz der Normandie aus: wenig Trubel, viel Natur, spannende Geschichte und immer wieder kleine Abenteuer, mit denen man vorher nicht gerechnet hat.
