Mit dem Fahrrad nach Brügge – Hitzeschlacht, Grachtenzauber und das beste Zitroneneis der Welt

37 Grad. Eigentlich das perfekte Wetter für den Strand – oder eben für eine Fahrradtour nach Brügge. Wenn Du Lust auf ein kleines Abenteuer hast, erreichst Du die historische Stadt von Blankenberge aus in etwa 50 Minuten. Dank hervorragend ausgebauter Radwege ist die Strecke angenehm zu fahren. Sie führt durch die flache Polderlandschaft, vorbei an Wiesen, Kanälen und kleinen Bauernhöfen. Der Fahrtwind wird bei diesen Temperaturen schnell zu Deinem besten Freund.

Schon bei der Ankunft zeigt Brügge, warum die Stadt als eine der schönsten Europas gilt. Prächtige historische Gebäude, verwinkelte Gassen und romantische Grachten sorgen an jeder Ecke für Postkartenmotive. Kunst und Kultur begegnen Dir praktisch auf Schritt und Tritt.

Natürlich durfte auch der Belfried nicht auf meiner Liste fehlen. Leider war der Belfort ausgerechnet an diesem Tag geschlossen – manchmal gewinnt eben die Geschichte gegen den Touristen. Dafür bliebe mehr Zeit für andere Sehenswürdigkeiten wie das Salvador-Dalí-Museum, das mit seinen außergewöhnlichen Werken einen spannenden Kontrast zur mittelalterlichen Kulisse bildet. Doch das wollten wir an einem anderen Tag machen. Leider kam es nicht mehr dazu.

Grachtenzauber – Brügge vom Wasser und vom Fahrradsattel erleben

Die Kanäle sind das Herzstück von Brügge und verleihen der Stadt ihren ganz besonderen Charme. An fast jeder Ecke spiegeln sich historische Fassaden im Wasser, kleine Brücken überspannen die Grachten und überall warten neue Fotomotive. Wenn Du Brügge einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchtest, solltest Du Dir unbedingt eine etwa 30-minütige Bootsfahrt gönnen. Gemächlich gleitest Du durch die Kanäle, unter niedrigen Brücken hindurch und vorbei an prachtvollen Gebäuden – fast so, als würdest Du durch ein lebendiges Gemälde fahren.

Mindestens genauso schön ist eine Radtour entlang der Kanäle rund um die Altstadt. Abseits des Trubels rollst Du entspannt am Wasser entlang, genießt die Ruhe und entdeckst Brügge von seiner grünen Seite. Kaum zu glauben, dass nur wenige Minuten entfernt das bunte Treiben der Innenstadt herrscht.

Markttreiben, Nervenkitzel und das beste Eis der Stadt

Besonders lebendig ging es auf dem Wochenmarkt zu. Zwischen frischem Obst, Blumen und regionalen Spezialitäten fielen vor allem die zahlreichen Verkaufswagen für knusprige Hähnchen in allen Variationen auf. Der verführerische Duft zog sich über den gesamten Platz. Doch um 9 Uhr denkt man noch nicht ans Mittagessen.

Apropos Marktplatz: Hier gelten offenbar ganz eigene Verkehrsregeln. Fußgänger schlendern kreuz und quer, Radfahrer klingeln sich tapfer den Weg frei und Autos versuchen ebenfalls noch irgendwie durchzukommen. Es wirkt wie eine perfekt organisierte Unordnung – und erstaunlicherweise funktioniert sie sogar. Mich hat das voll gestresst.

Etwas weniger erfreulich war der Preis für einen Cappuccino. Sechs Euro sind selbst in einer traumhaften Kulisse ein kleiner Dämpfer. Vermutlich bezahlt man hier nicht nur den Kaffee, sondern gleich noch den Blick auf die historischen Fassaden mit.

Doch Brügge hatte die perfekte Antwort auf diesen kleinen Schock: die Eisdiele Da Vinci. Das Zitroneneis dort war ohne Übertreibung das beste, das ich je gegessen habe. Fruchtig, intensiv und herrlich erfrischend – genau das Richtige nach einer Stadtbesichtigung bei 37 Grad. Allein dafür würde ich jederzeit wieder nach Brügge fahren. Die Menschen dort sind sehr freundlichen, authentisch und alles wird frisch zubereitet. Und dann gab es auf dem Weg zur Toilette noch den klitzekleinsten liebevoll gestalteten Innenhof, den ich je gesehen habe. Sieh selbst: