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Saint-Pierre Quiberon

Saint-Pierre Quiberon

Heute hat mich Saint-Pierre-Quiberon mit echtem Atlantik-Wetter begrüßt: viel Wind, salzige Luft und Wellen, die ordentlich Eindruck machen wollten. Schon nach den ersten Metern auf dem Küstenweg war klar – Frisur zwecklos, Kapuze Pflicht und bei 7 bft bloß kein Fahrrad fahren.

Ich bin den Wanderweg direkt an der Küste entlanggelaufen, immer mit Blick auf den wilden Atlantik. Die Lee-Seite war nicht ganz so dramatisch und unten am Strand konnte ich die Jacke wieder ausziehen. Besonders spannend waren die Treppen hinunter zum Strand. Die sind nämlich nur bei Ebbe wirklich passierbar. Bei Flut hätte ich wahrscheinlich eher einen Platz im Rettungsboot gebraucht, denn die paar Treppen nach oben führten nur in Privathäuser hinter dicken Mauern. Heute hatte ich Glück und konnte bis runter an den Strand gehen.

Zurück ging es dann gemütlicher durch die kleinen Straßen von Saint-Pierre-Quiberon. Zwischen den typischen bretonischen Häusern mit ihren hübschen Fensterläden und kleinen Gärten war es plötzlich viel ruhiger. Fast jeder Garten sah aus, als würde er dem Atlantik trotzen: niedrig gewachsene Pflanzen, windschiefe Büsche und überall dieser entspannte Bretagne-Charme.

 

Portivy

Da morgen auch hier Feiertag ist, haben wir beschlossen, noch bis Samstag zu bleiben um uns dann langsam auf den Weg Richtung Heimat zu machen. Die Erfahrungen der letzten Feiertage mit völlig überfüllten Orten haben uns gereicht. Statt Stress und Menschenmengen genießen wir lieber noch einmal den Blick aufs Meer.

Obwohl heute ordentlich Wind mit etwa 7 Bft über die Halbinsel fegte, sind wir dann doch mit dem Rad losgefahren. Und der Atlantik hat geliefert: rauhe Wellen, schäumendes Wasser und beeindruckende Ausblicke auf die Felsen und das Meer in allen Blau- und Grautönen. Der Wind kam natürlich zuverlässig von der Seite und hat uns samt Fahrrädern manchmal ziemlich ins Schlingern gebracht.

Die Festung auf der gegenüberliegenden Seite entpuppte sich leider als Militärbasis und konnte weder besichtigt noch bestiegen werden. Schade eigentlich. Also ging es weiter Richtung Portivy, wo wir im Hafen eine leckere Galette gegessen haben.

Dann fiel uns ein, dass wir noch einkaufen müssen – schließlich haben hier morgen wegen des Feiertags die Geschäfte geschlossen. Leider hatten sie ausgerechnet heute zu der Zeit ebenfalls schon geschlossen, als wir los wollten.

Bei der roten Kuh gab es nur Spezialitäten und Nippes. Also weiter zum Spar und zur Boulangerie im nächsten Dorf. Dort wartete die nächste Überraschung:

Das Gemüse sah schon etwas müde aus, frische Milch gab es keine und die Boulangerie hat Mittwochs geschlossen. Na super. Immerhin lagen im Spar noch drei Baguettes – unser Abend war also gerettet.

Quiberon

Quiberon

Wer die Bretagne besucht, kommt an Quiberon kaum vorbei. Die schmale Halbinsel an der französischen Atlantikküste verbindet wilde Natur, kilometerlange Strände und entspannte Küstenorte zu einem perfekten Ziel für Aktivurlauber und Genießer. Besonders Radfahrer, Surfer und Wassersportfans finden hier ideale Bedingungen zwischen Meer, Wind und beeindruckender Landschaft.

Wir übernachten zwei Tage in Kerhostin und starten von hier aus unsere Radtour bis zur Spitze der Halbinsel. Unser Campingplatz liegt an der schmalsten Stelle der Halbinsel wo man rechts und links den Atlantik sehen kann.

Mit der R45 ging es entlang der wunderschönen Radwege bis zur Südspitze von Quiberon. Dieser ist eine spektakuläre Küstenradroute in der Bretagne, die über 800 km von Roscoff bis in die Nähe von Nantes verläuft. Besonders beeindruckend war der Weg durch die Dünen auf der rauen Atlantikseite – begleitet vom Rauschen der Wellen und dem weiten Blick aufs Meer.

Beeindruckende Dinge sieht man hier. Scheinbar bin ich über mich selbst hinaus gewachsen oder wir sind bei Gullivers Reisen 😉

 

Unterwegs luden kleine Hafenorte mit ihren Cafés und Fischerbooten immer wieder zu entspannten Pausen ein. Wobei wir feststellen, dass es ratsam ist, eine Verpflegung mitzunehmen. Denn die Franzosen essen zwischen 12 – 15 Uhr und erst wieder ab 19 Uhr.

Es war eine tolle Tour voller frischer Meeresluft, Jacke an und wieder aus, bretonischer Atmosphäre und herrlicher Küstenlandschaften. Morgen wollen wir die andere Richtung versuchen bei 60 km/h Gegenwind. Mal sehen wir weit wir kommen.

Unser Campingplatz:

Camping municipal de Kerhostin

Sehr freundlicher Empfang und total entspannt. Es ist alles sauber aber schon etwas älter. Für Camperfahrzeuge ein wenig schwierig auf der Wiese zum Ausrichten, zumindest mit Blick aufs Meer.

Besonders beliebt ist Saint-Pierre-Quiberon bei Radfahrern, Wanderern und Wassersportlern. Gut ausgebaute Radwege führen entlang der Dünen und Küstenlandschaften bis nach Quiberon. Auf der Westseite beeindruckt die raue „Côte Sauvage“ mit ihren Klippen und starken Atlantikwellen, während die geschützte Ostseite ideale Bedingungen zum Baden und Entspannen bietet.