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Spaziergang durch Veules-les-Roses

Veules-les-Roses hat uns sofort mit seinem besonderen Charme verzaubert. Das kleine Küstendorf in der Normandie wirkt wie aus einem Bilderbuch: Zwischen blühenden Gärten, historischen Häusern und alten Wassermühlen schlängelt sich die Veules, der kürzeste Fluss Frankreichs, gemächlich bis zum Meer.

Bei einem Spaziergang entlang des Flusses entdeckt man immer wieder liebevoll gepflegte Gärten, kleine Brücken und versteckte Winkel. Besonders schön ist die Mischung aus dem sanften Grün des Tals, den weißen Kreidefelsen und dem Blick auf den Strand, an dem sich Himmel und Meer begegnen.

Überall spürt man die ruhige und entspannte Atmosphäre des Ortes. Die zahlreichen Rosen, die dem Dorf seinen Namen geben, verleihen ihm zusätzlich eine romantische Note.

Auf der Suche nach einem trockenen Plätzchen

Schon auf dem Regenradar hatten wir gesehen, dass sich ein Schauer anbahnte. Kein Problem, dachten wir – bis uns einfiel, dass unser Regenschirm noch in Fécamp unter dem Auto lag. Tja, Pech gehabt!

Als die ersten Tropfen fielen, musste schnell ein trockener Unterschlupf her. Zur Auswahl standen das stille Örtchen an der Strandpromenade oder ein verlassener Verkaufsstand mit Dach. Unsere Wahl fiel auf den Verkaufsstand – und offenbar hatten viele andere dieselbe Idee. Innerhalb weniger Minuten füllte sich unser improvisiertes Refugium mit immer mehr Menschen. Nach einer Viertelstunde war der Spuk vorbei und die Sonne zeigte sich wieder.

Vom Mülleimer zum schönsten Regenschirm

Nun stand fest: Ein neuer Regenschirm musste her! In einem kleinen Geschäft mit allerlei hübschen Auslagen fragten wir nach einem Schirm. Nun ja – die Verkäuferin sprach nur Französisch, und mein Mann verwechselte ausgerechnet das entscheidende Wort. Statt nach einem Regenschirm fragte er nach einem Mülleimer! Kein Wunder, dass unsere Gesten zunächst für Verwirrung sorgten.

Doch die freundliche Dame erwies sich als echte Spürnase. Sie verschwand kurzerhand für ein paar Minuten im Hausflur und kam strahlend mit einem wunderschönen Parapluie zurück – im eleganten Gothic-Stil und sogar mit einer Thermo-Innenseite. So einen außergewöhnlichen Regen- und Sonnenschirm hatten wir noch nie besessen!

Seitdem hat unser neuer Begleiter seinen festen Platz im Auto. Und jedes Mal, wenn wir ihn benutzen, denken wir schmunzelnd an diese nette Begegnung und an den „Mülleimer“, der uns zu unserem wohl schönsten Regenschirm überhaupt geführt hat.

Beim Bummel durch die kleinen Orte der Normandie fallen immer wieder die kunstvollen Metallschilder über den Geschäften auf. Liebevoll geschmiedet und oft reich verziert, hängen sie wie kleine Kunstwerke über Bäckereien, Cafés oder Boutiquen. Der Bär hat sich bewegt und musste umbedingt dazu.

Mit ihren verschnörkelten Formen, nostalgischen Motiven und ihrem historischen Charme tragen sie ganz wesentlich zum besonderen Flair der normannischen Dörfer bei.