Start 5 Bretagne-Loire 2026 5 Batz-sur-mer

Ersteinmal Richtung Schloß

Ausgeschlafen genießen wir erst einmal unsere Tradition: Frühstück! Gegen 10 Uhr schwingen wir uns aufs Rad. Diesmal probiere ich den Hinterausgang des Campingplatzes aus. Nach etwa 2 Kilometern soll dort das Schloss Manoir de Cardinal liegen.

Schloss gesucht, Salzfelder gefunden

Tja … soll. Schon unterwegs hatte ich mich gewundert, denn angeblich durfte man mit dem Rad dort gar nicht entlang. Wir durften trotzdem – und standen schließlich vor einer Mauer. Dahinter das Schloss, davor wir: Privatbesitz! Im Internet sah das irgendwie ganz anders aus. Also heißt es: Plan ändern und weiter Richtung Batz-sur-Mer. Martin freut sich dort schon auf seine Crêperie. Auf dem Weg dorthin radeln wir noch mitten durch die weitläufigen Salzfelder. Herrlich! Leider haben wir die auf Deutsch angebotene Führung verpasst. Aber gut – dann eben beim nächsten Mal!

Parc Jean & Soizik Fréour

Der Park befindet sich im Herzen von Batz-sur-Mer, an der Place du Mûrier. Die rund 2.400 m² große ehemalige private Künstlerresidenz gehörte dem Bildhauer Jean Fréour und seiner Frau Soizik. Die Gemeinde kaufte das Anwesen 2021 von den Erben, um das Grundstück dauerhaft zu erhalten und öffentlich zugänglich zu machen.

Jean Fréour (1919–2010) war ein bedeutender bretonischer Bildhauer, der viele Jahre in Batz-sur-Mer lebte und dort bis zu seinem Tod arbeitete. Seine Werke finden sich an zahlreichen Orten in der Region. Der Park erinnert deshalb nicht nur an den Künstler, sondern auch an seine Frau Soizik, die ihm als Muse und Lebensgefährtin eng verbunden war. Besonders schön: Bei der Gestaltung wurde der Charakter des ehemaligen Künstlergartens aufgegriffen. Es wurden 25 Bäume sowie rund 4.000 Sträucher, Pflanzen und Blumen gepflanzt. Natur und Kunst sollen hier bewusst miteinander verbunden werden. Dazu kommen Natursteinmauern, Granitstufen und eine kleine Bühne.

Ein echter Hingucker ist die etwa zwei Meter hohe Granitstatue von Aymeric Louvet. Sie zeigt Jean Fréour beim Bildhauen seiner Muse Soizik – eine ziemlich passende Hommage für diesen besonderen Ort. Die drei historischen Gebäude des Anwesens – Villa, Atelier und kleine Maison – sind derzeit noch nicht vollständig für Besucher geöffnet. Sie sollen nach und nach saniert und künftig für künstlerische, kulturelle und gemeinschaftliche Zwecke genutzt werden. Geplant ist unter anderem ein saisonales „Café du parc“. Mir hat es da gut gefallen und das mit dem Café kann ich mir an diesem Ort gut vorstellen.

Danach geht’s direkt zum Strand. Bei der netten Strandbar Cabana Saint Michel suchen wir uns ein Plätzchen und gönnen uns erst einmal einen Café grande. ☕ Danach laufen wir ein Stück am Wasser entlang, klettern ein wenig zwischen den Felsen herum und lassen uns die frische Meeresluft um die Nase wehen. Genau so darf ein Vormittag am Atlantik aussehen!

Plan A: Die Crêperie du Derwin

Nun ist die Zeit reif für die Crêperie du Derwin. Was Martin mir allerdings verschwiegen hat: Reservieren wäre eine ziemlich gute Idee gewesen, stand wohl auch im Internet sagt Martin. Und natürlich ist heute Sonntag – da gehen die Franzosen mit Familie bekanntlich gern und ausgiebig mittags essen. Der volle Parkplatz bestätigt das eindrucksvoll. Rappelvoll! Also Plan A kurzerhand gestrichen und Plan B gestartet.

Plan B: Crêpes und Flohmarkt

Eine andere Crêperie ist schnell im Internet gefunden: Fleur de Sel, nur einen Kilometer weiter. Also wieder aufs Rad und los. Diesmal führt der Weg allerdings mitten über einen Flohmarkt. Wir schieben unsere Räder durch das bunte Treiben – eigentlich gar nicht schlecht, denn so bekommen wir gleich noch ein bisschen Marktgefühl gratis dazu.

Und dann klappt es endlich: Platz gefunden, Galettes bestellt und richtig lecker gegessen! Nur beim Bezahlen sorgt ein kleines Missverständnis noch für Unterhaltung. Unsere Bitte zu bezahlen versteht die Bedienung offenbar als Reklamation: Wir hätten unser Essen noch gar nicht bekommen! Dabei hatten wir längst aufgegessen. Nach gefühlten 30 Minuten ist auch dieses Rätsel gelöst, die Rechnung bezahlt und wir können endlich weiter. Nächstes Ziel: Guérande!