Alte Landkarte auf Metallplatte – Geschichte trifft Rostpatina
Alte Landkarten haben für mich einen ganz besonderen Charme. Sie erzählen von einer Zeit, in der die Welt noch längst nicht so selbstverständlich vermessen und dargestellt wurde wie heute. Und genau deshalb macht es mir Spaß, diese historischen Karten auf ungewöhnliche Materialien zu bringen.
Nach meiner ersten Landkarte auf einer ehemaligen, umfunktionierten Spachtel ist nun das nächste Werk entstanden: eine alte Weltkarte auf einer Metallplatte.
Eine Weltkarte aus dem Jahr 1530
Für dieses Projekt habe ich eine Karte von Peter Apian aus Ingolstadt aus dem Jahr 1530 ausgewählt. Es handelt sich um einen Holzschnitt, der die damals bekannte Welt in einer außergewöhnlichen herzförmigen Darstellung zeigt. Das Original ist im British Museum in London zu sehen – zumindest behauptet das mein Buch „Alte Landkarten“, und ich sehe keinen Grund, daran zu zweifeln. ;-). Der vollständige Titel lautet:
„Tabula orbis cogniti universalior“.
Na, wer kann das übersetzen?
Ich finde es faszinierend, wie kunstvoll die Menschen damals Karten gestaltet haben. „Kartenkünstler“ ist meiner Meinung nach tatsächlich die passende Bezeichnung. Von Google Maps waren sie zwar noch Lichtjahre entfernt, dafür hatten ihre Karten eine ganz eigene Ästhetik.
Peter Apian veröffentlichte übrigens auch eine Landkarte Frankens im Jahr 1533 und eine Karte Preußens von 1542. Ein Mann, der offenbar nicht so schnell genug von Landkarten bekommen konnte – das kann ich gut nachvollziehen.
Erst einmal darf die Metallplatte rosten
Für meine Umsetzung habe ich eine 30 x 30 cm große Metallplatte verwendet. Die durfte zunächst mehrere Monate draußen verbringen. Dort konnte sie in aller Ruhe eine schöne Rostpatina entwickeln.
Das Warten hat sich gelohnt: Die Rostoberfläche bringt genau die richtige Mischung aus Alter, Struktur und Unvollkommenheit mit. Schließlich sollte die Platte nicht aussehen, als käme sie gerade frisch aus dem Baumarkt.
Anschließend klebte ich das Papier mit Primal SF 016 (AC 33) auf die Metallplatte. Danach versiegelte ich das Ganze in mehreren Schichten mit dem glänzenden Sprühfilm von LUKAS. Und damit ist die historische Weltkarte bestens geschützt. Da passiert dann nichts mehr!
So bekommt eine mehr als 500 Jahre alte Landkarte auf einer rostigen Metallplatte ein neues Zuhause – und ich finde, sie macht sich dort ganz hervorragend.
