Start 5 Kategorie: DIY

Freiformsticken Frauenköpfe

Freiform-Stickerei: Ausdrucksstarke Frauenporträts in Schwarz, Rot und Silber

Freiform-Sticken bedeutet Freiheit – kein vorgezeichnetes Muster, keine starren Regeln, sondern ein intuitiver Dialog
zwischen Stoff, Nadel und Idee. In meinem aktuellen Projekt steht genau diese Freiheit im Mittelpunkt, kombiniert mit
einer klaren gestalterischen Begrenzung: ausschließlich Frauenmotive, reduziert auf die Farben Schwarz, Rot und Silber,
umgesetzt auf naturbelassenem Leinenstoff und gerahmt mit einer schlichten 1-cm-Holzleiste. Stickvorlage ist eine auswaschbare Folie mit dem vorgezeichneten Motiv. Dieses habe ich teilweise mit KI in Vektorgrafik erstellt.

Die Idee: Vielfalt in Gesichtern erzählen

Jedes Motiv zeigt das Gesicht einer Frau – und doch gleicht keines dem anderen.

Unterschiedliche Herkünfte spiegeln sich in:

– individuellen Gesichtszügen

– verschiedenen Frisuren und Kopfbedeckungen

Besonders wichtig ist der Gesichtsausdruck. Manche blicken ruhig und geschlossen, andere selbstbewusst,
nachdenklich, stolz oder verletzlich. Durch die Reduktion der Farbpalette entsteht der Ausdruck nicht über Farbe,
sondern über Linie, Struktur und Kontrast.

Material als bewusste Bühne

Leinenstoff bildet die Grundlage aller Arbeiten. Seine leicht unregelmäßige Struktur passt perfekt zur freien Sticktechnik.
Er bringt:

– eine natürliche Spannung im Gewebe

– sichtbare Textur zwischen den Stichen

– eine warme, ruhige Basis für die starke grafische Wirkung der Motive

– Das Leinen bleibt größtenteils sichtbar und wird so zum aktiven Gestaltungselement.

Die reduzierte Farbwelt

– Die Beschränkung auf Schwarz, Rot und Silber zwingt zu klaren Entscheidungen:

– Schwarz für Konturen, Tiefe und grafische Stärke

– Rot als emotionaler Akzent – Lippen, textile Elemente, symbolische Linien

– Silber für Reflexion, Würde und Hervorhebung

– Diese Dreierkombination erzeugt eine kraftvolle, fast ikonische Bildwirkung.

Die Rahmung: 1 cm Holzleiste

Die fertigen Stickbilder werden bewusst schlicht gefasst. Eine nur 1 cm breite Holzleiste

– hält den Fokus vollständig auf das Motiv

– unterstreicht den Objektcharakter

– wirkt modern und leicht

Diese Serie ist meine Hommage an die weibliche Vielfalt und war meine Winterarbeit 2025/2026!

Barbie-Schrein

Meine Reise-Barbie bekommt einen eigenen Schrein

Manche Dinge sind einfach viel zu schade, um in einer Kiste zu verschwinden. Vor allem dann, wenn sie Erinnerungen an eine ganz besondere Zeit wecken. So erging es meiner Barbie aus den 70er-Jahren. Statt sie irgendwo zwischen alten Spielsachen und Erinnerungsstücken verschwinden zu lassen, bekam sie bei mir einen ganz besonderen Auftritt: einen eigenen kleinen Barbie-Schrein.

Aus einer alten Schublade wird eine Bühne

Als Grundlage diente eine alte Schublade. Die war perfekt für mein Vorhaben, denn durch ihre Form hatte sie schon den Charakter einer kleinen Vitrine. Zuerst habe ich sie mit schönem Papier beklebt. Dafür kam ganz klassisch Papierleim zum Einsatz.

Danach durfte die Einrichtung einziehen – und hier konnte ich mich so richtig austoben. Alte Barbie-Utensilien, die über die Jahre aufgehoben wurden, bekamen endlich wieder ihren großen Auftritt.

Meine Barbie geht auf Reisen

Da ich selbst gerne reise, fotografiere und im Garten werkle, musste meine Barbie natürlich zu mir passen. Deshalb wurde aus ihr kurzerhand eine kleine Reise-Barbie.

Mit Sonnenbrille und Fotoapparat ist sie bestens für den nächsten Urlaub gerüstet. Unten stehen kleine Blumen und Koffer – schließlich braucht eine reisefreudige Dame beides: etwas fürs Auge und Gepäck für unterwegs. 😉

So wurde aus einer Barbie aus vergangenen Zeiten ein kleines Abbild meiner eigenen Leidenschaften.

Und dann wird es gemütlich

Damit mein Barbie-Schrein nicht nur tagsüber etwas hermacht, habe ich am Rand noch eine Lichterkette mit kleinen Sternen befestigt. Und damit war die kleine Zeitreise perfekt.

Besonders im Winter kommt sie richtig schön zur Geltung. Dann leuchtet meine Reise-Barbie gemütlich über dem Herd und erinnert mich daran, dass alte Dinge nicht unbedingt alt aussehen oder im Schrank verschwinden müssen.
Meine Barbie darf jedenfalls weiterhin auf Reisen gehen – auch wenn sie inzwischen ihren festen Platz in der Küche gefunden hat.

Decollage

Decollage – Wenn Schichten Geschichten erzählen

Es gibt Techniken, die nicht durch das Hinzufügen entstehen, sondern durch das Wegnehmen. Die Décollage gehört genau dazu. Statt etwas aufzubauen, werden Schichten abgetragen, freigelegt, neu kombiniert – und genau darin liegt ihr besonderer Reiz.

Für mein aktuelles Projekt bildete ein Hauptmotiv den Ausgangspunkt, unter dem sich vier bis fünf Seiten aus dem FLOW-Magazin verbergen, die nach und nach sichtbar werden.

Die Idee hinter der Schichtarbeit

Während Collage meist vom Arrangieren lebt, erzählt die Décollage von verborgenen Ebenen. Was zunächst verdeckt ist, wird durch Reißen, Schaben oder vorsichtiges Ablösen wieder ans Licht geholt. Jede freigelegte Stelle ist eine Entscheidung – spontan, intuitiv und nie ganz planbar.

Das Hauptmotiv fungiert dabei als erste, sichtbare Ebene. Es lenkt den Blick und gibt dem Bild eine Richtung. Doch die eigentliche Spannung entsteht darunter:

Fragmente von Farben, Mustern, Texten und Illustrationen aus den FLOW-Seiten blitzen hervor und verbinden sich zu einer neuen visuellen Ebene.

Warum Seiten aus dem FLOW-Magazin?

Die Seiten des FLOW-Magazin eignen sich besonders gut für diese Technik. Sie bringen bereits eine große Vielfalt mit:

– sanfte Farbverläufe

– grafische Muster

– handgezeichnete Illustrationen

– typografische Elemente

– kleine Textpassagen mit positiven Botschaften

In der Décollage werden diese ursprünglichen Inhalte aus ihrem Kontext gelöst und bringen abwechslungsreiche Farben hervor.

Der Arbeitsprozess

Zuerst werden vier bis fünf Seiten übereinander auf den Untergrund geklebt. Noch wirkt alles wie eine geschlossene Fläche.
Erst danach beginnt der eigentliche kreative Teil:

– vorsichtiges Einreißen einzelner Bereiche

– partielles Abziehen der oberen Schicht

– Freilegen kleiner „Fenster“ in die darunterliegenden Ebenen mit dem Cutter

– bewusstes Steuern von Farb- und Formkontrasten

Manche Stellen öffnen sich ganz leicht, andere widersetzen sich – und genau diese Unvorhersehbarkeit macht den Prozess so lebendig.

Achtsamkeit im künstlerischen Prozess

Was diese Technik für mich so besonders macht, ist ihre entschleunigende Wirkung. Das langsame Freilegen der unteren Schichten hat etwas Meditatives. Jede Bewegung mit den Fingern oder dem Werkzeug verlangt Aufmerksamkeit – zu viel Druck zerstört, zu wenig bewirkt nichts.

Vielleicht passt gerade deshalb das Material des FLOW-Magazins so gut zu dieser Arbeitsweise. Die Idee von Achtsamkeit, die in den Heften steckt, setzt sich im kreativen Prozess fort. Versuche es doch auch einmal!

 

Ethno-Hocker

Hocker im Ethno-Design

Immer mehr Menschen entdecken die Schönheit des Upcyclings, indem sie alte Gegenstände in neuem Glanz erstrahlen lassen. In diesem Blogbeitrag widmen wir uns dem Upcycling alter Holzhocker, die bei Wohnungsauflösungen oft übersehen werden. Doch was macht sie so besonders? Die Antwort liegt in den faszinierenden Ethnomustern, die diesem Hocker seinen unverwechselbaren Charakter verleihen.

Ich wollte etwas Neues ausprobieren. Dieser Hocker bekam ein neues Kleid mit Ethno-Mustern. Das ist definitiv eine meditative Angelegenheit. Die richtige Position zum Malen zu finden war gar nicht so einfach. Wenn der Hocker auf dem Boden steht, bekommst Du einen Rundrücken und auf dem Tisch ist es ein bisschen zu hoch. Der beste Platz war auf meinem Knie. Dafür habe ich einfach mein Bein zwischen das Unterteil geführt und könnte bequem malen. Je nach Richtung habe ich einfach den Stuhl wieder neu positioniert.

Die Oberfläche weiß mit Acrylfarbe gefärbt und den oberen Rand mit schwarzer Linie definiert. Mit der Umrandung habe ich angefangen. Aufgemalt mit Filzstiften. Eine Freundin fragte, warum ich nicht Acrylstifte nehme? Wie gesagt, ich probiere gerne aus. Mich interessiert, wie die Filzstiftfarbe mit der Zeit hält oder vergeht.

Die Wurzeln der Ethnomuster reichen tief in die Geschichte zurück. Sie sind das Ergebnis einer langen kulturellen Evolution und haben ihren Ursprung in verschiedenen Regionen und Völkern rund um den Globus. Jedes Muster erzählt eine einzigartige Geschichte über die Lebensweise, die Traditionen und den Glauben seiner Schöpfer.

Viele Ethnomuster werden traditionell von Hand gefertigt und zeugen von der Kreativität und Kunstfertigkeit der Menschen, die sie geschaffen haben. In vielen Fällen dienen sie auch als eine Form der Identifikation mit einer bestimmten Gemeinschaft oder Kultur.

Das Upcycling alter Holzhocker bietet nicht nur die Möglichkeit, einen praktischen und dekorativen Gegenstand zu schaffen, sondern auch, die Geschichte und die Kultur der Ethnomuster zu bewahren. Durch die Restaurierung und Neugestaltung der Hocker kann ihre einzigartige Ästhetik und Geschichte in modernen Wohnräumen weiterleben.

Retro-Tablett

Aus einem einfachen Tablett wird ein Retro-Lieblingsstück

Manchmal braucht es gar nicht viel, um aus einem schlichten Gegenstand etwas Besonderes zu machen. Dieses IKEA-Tablett durfte bei mir ein kleines Retro-Makeover bekommen. Für die Gestaltung habe ich Geschenkpapier aus der FLOW verwendet. Das Muster bringt sofort einen Hauch von früher mit. Das Papier habe ich passend auf dem Tablett mit Papierleim aufgebracht und anschließend mit Epoxidharz versiegelt. Mit dem Kamm und dem Gasbrenner kann man gut die Luftbläschen rausholen. Zum Glück war das Tablett auch dicht und die Masse ist ausnahmsweise nicht ausgelaufen – wie bei anderen Projekten.

Die Epoxy-Schicht sorgt nicht nur für einen tollen Glanz, sondern macht die Oberfläche auch robust und alltagstauglich. So wurde aus einem einfachen Tablett ein individuelles Einzelstück mit echtem Retro-Charme. Ich mag solche Projekte besonders: Ein bisschen Farbe, ein schönes Muster und schon bekommt ein unscheinbares Teil ein völlig neues Leben.

Rundhocker

Rundhocker – vom Sperrmüll zum kleinen Unikat

Manchmal muss man einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Diesen Rundhocker habe ich nämlich beim Nachbarn vor dem Sperrmüll gerettet. Vermutlich handelt es sich bei dem Hocker um ein früheres Werbegeschenk. Er hatte zwar schon bessere Zeiten gesehen und jede Menge Wurmlöcher – wirklich jede Menge! – aber das hat mich nicht abgeschreckt. Ich wollte ihm unbedingt ein neues Leben schenken. 

Holzscheiben statt Sperrmüll

Die Idee mit den Holzscheiben kam mir, weil ich ein großer Fan von den tollen Holz-Epoxidharz-Projekten bin, die Du auf YouTube findest. In meiner Holzsammlung suchte ich mir einen Haselnuss-Ast heraus und schnitt ihn in viele kleine Scheiben. Die sollten später die zahlreichen Löcher im Hocker füllen. Damit ich anschließend eine möglichst glatte Oberfläche bekam, bohrte ich die vorhandenen Löcher mit Forstner-Bohrern etwas größer und sauber aus. Dabei kam natürlich die große Überraschung: Unter der ersten Schicht Wurmlöcher versteckten sich noch mehr Wurmlöcher! Der Hocker hatte offenbar einiges zu erzählen.

Erst einmal Farbe ins Spiel bringen

Bevor das Epoxidharz zum Einsatz kam, kümmerte ich mich um die Optik. Die Beine tupfte ich mit Acrylfarbe in Umbra und einem Schwamm ab. Dadurch entstand eine schöne Struktur, die ein bisschen an Birkenrinde erinnert. Auch die Oberseite bekam für einen schönen Kontrast diesen Farbton. Schließlich sollten die späteren Holzscheiben und das Epoxidharz richtig zur Geltung kommen.

Jetzt kommt das Epoxidharz

Da ich bereits ahnte, dass das Epoxidharz durch die feinen Ritzen davonlaufen könnte, versiegelte ich die größeren Spalten vorsichtshalber großzügig mit Heißkleber. Den Rand klebte ich ebenfalls ab, damit sich später keine unschönen Nasen bilden. Meine grandiose Idee funktionierte allerdings nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Da die Beine des Hockers nach außen stehen, musste ich auch diese ordentlich einpacken.

Die erste Epoxid-Runde – und die schlechte Laune

Dann mischte ich das Epoxidharz an und goss zunächst eine Lage in die Löcher. Anschließend füllte ich die Oberfläche schön gleichmäßig aus. Soweit alles wunderbar. Bis ich feststellte, dass das Epoxidharz aus den Löchern wieder verschwunden war. Einfach weg genau wie meine gute Laune, die dann ebenfalls verschwand.

Warum ich meinem Bauchgefühl nicht gefolgt war und die Unterseite nicht vorher einmal komplett mit Epoxidharz versiegelt hatte, weiß ich bis heute nicht. Das hätte mir einiges an Ärger erspart. Aber genau dafür sind solche Projekte schließlich da: Man lernt nie aus.

Runde zwei – diesmal mit mehr Erfahrung

Am nächsten Tag mischte ich also eine neue Portion Epoxidharz an und startete die zweite Runde. Mit einem Heißluftföhn oder Brenner lassen sich die kleinen Luftbläschen vorsichtig entfernen. Danach bekommt die Oberfläche eine wunderbar glatte und glänzende Optik.

Und jetzt kommt mein persönlicher Tipp an dich:

Sei geduldig!

Dreh den Hocker nicht gleich am nächsten Tag um und versuche auf der Rückseite mit ordentlich Druck, irgendwelche Kleberreste zu lösen. Das Epoxidharz ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig ausgehärtet. Ich habe es natürlich trotzdem ausprobiert. Das Ergebnis: ein paar leichte Dellen.

Tja – Ungeduld muss manchmal eben sichtbar bleiben. 😉

Sperrmüll war gestern

Trotz kleiner Rückschläge freue ich mich riesig über meinen neuen alten Rundhocker. Aus einem ziemlich ramponierten Hocker mit unzähligen Wurmlöchern ist ein kleines individuelles Möbelstück geworden.Und ganz nebenbei bin ich wieder um einige Erfahrungen reicher. Beim nächsten Epoxidharz-Projekt weiß ich jedenfalls, was ich anders machen werde. Ob ich dann allerdings wieder ein rundes Projekt auswähle?

Wir werden sehen!