Start 5 Bretagne-Loire 2026 5 Concarneau2

Concarneau – Wind, Wellen und ein bisschen Slalom

Auf unserem neu entdeckten Campingplatz fühlen wir uns inzwischen richtig wohl. Also verlängern wir kurzerhand um eine Nacht. Schließlich soll Martin morgen in Ruhe angeln können. Und der Wind? Der soll laut Wetterbericht mit seinen 5 Bft endlich das Weite suchen. Perfekt! Dann kann ich meinen eigenen Plan verfolgen: schwimmen gehen. 

Denn heute haben wir tatsächlich den Ausgang vom Campingplatz direkt zum Strand entdeckt. Warum wir den erst jetzt gefunden haben? Keine Ahnung. Aber Hauptsache, er ist da! Mit dem Fahrrad zum Fort de Cabellou. Heute schwingen wir uns auf die Fahrräder und fahren zum Fort de Cabellou. Viel Festung ist von der ehemaligen Anlage zwar nicht mehr übrig – dafür gibt es eine fantastische Aussicht.

Allerdings müssen wir uns diese Aussicht erst einmal erarbeiten. Sobald wir aus dem Windschatten herauskommen, bläst uns der Wind fast um. Der Blick hinaus auf den Atlantik ist grandios. Und nach sieben Tagen Bretagne sehen wir endlich das, worauf wir gewartet haben: richtige Wellen! Nicht nur ein bisschen Gekräusel auf dem Wasser, sondern ordentlich Bewegung. Der Atlantik zeigt, dass er es durchaus kann.

Auf der Suche nach dem perfekten Angelplatz

Danach gehen wir noch auf Expedition. Schließlich muss für morgen der perfekte Angelplatz gefunden werden. Einen Wanderweg rund um einen See entdecken wir tatsächlich auch. Klingt prima – wäre da nicht das kleine Problem mit den Fahrrädern. Die lassen sich nämlich nicht vernünftig abstellen. Und da wir unsere Räder ungern irgendwo an der Leitplanke der Straße abstellen, wird aus dem schönen Wanderweg zunächst einmal nichts.

Zu Fuß zur Ville Close

Während mein Liebster anschließend noch fleißig Angelknoten lernen möchte, mache ich mich zu Fuß auf den Weg. Der Küstenweg zur Fähre führt wunderschön am Wasser entlang und bringt mich direkt zur Überfahrt auf die Ville Close, die berühmte befestigte Altstadt von Concarneau. Im Vergleich zu gestern Abend ist heute allerdings deutlich mehr los. Aber keine Sorge: Ich beherrsche den touristischen Slalom inzwischen perfekt. Links ausweichen, rechts vorbei, kurz lächeln und weiter. Natürlich bleibe ich für Dich nicht einfach auf den üblichen Touristenwegen. Ich biege auch mal in die Straßen dahinter ab und suche nach interessanten Ecken. Viel Spektakuläres finde ich dort allerdings nicht. Aber immerhin kann ich sagen: Ich habe nachgesehen!

Auf dem Rückweg treffe ich dann wieder Martin – diesmal mit einer ordentlich verknoteten Angelleine. Der Fang? Natürlich Algen. Was sonst? Immerhin hatte sich zusätzlich noch ein großer Seestern an der Leine eingenistet. Den haben wir natürlich schnell wieder ins Wasser gesetzt. Der eigentliche Fang des Tages war allerdings etwas ganz anderes: Martins Fahrradhelm! Der hatte sich bei dem kräftigen Wind selbstständig gemacht und war prompt im Wasser gelandet. Zum Glück hatte Martin seine Angel dabei. So konnte er nicht nur Fische fangen, sondern ganz nebenbei auch noch seinen Fahrradhelm retten. ??

Morgen wird Angeltag. Martin bekommt seine Angel, und ich bekomme hoffentlich meine Schwimmrunde. Denn das Wasser hat hier tatsächlich angenehme 20 Grad. Jetzt muss ich nur noch entscheiden, ob ich wirklich mutig genug bin, hineinzuspringen. Schließlich kann man bei 20 Grad ja nicht mehr behaupten, das Wasser sei kalt. Mal sehen, ob ich morgen zur Meerjungfrau werde – oder doch lieber nur die Füße hineinhalte! 🏊‍♀️🌊