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Lorient

Lorient

Nachdem wir den Regen auf dem Campingplatz erfolgreich ausgesessen hatten schwangen wir uns auf die Räder und starteten von Lomener Richtung Lorient. Nicht auf der legendären Route 66, sondern deutlich französischer und weniger glamourös auf der „R45“. Klingt zwar nicht ganz so rockig, brachte uns aber immerhin nach etwa 30 Minuten ans Ziel.

Die Strecke hatte alles zu bieten: Sandwege, kleine Parks und Strandabschnitte. Unser Ziel war der Hafen von Lorient. Auf dem Weg zur „Bushaltestelle fürs Schiff“ entdeckten wir einige spannende Lost Places und beeindruckende Graffitis.

Mit dem Schiff setzten wir auf die andere Seite über und besuchten dort die beeindruckende Citadelle. Danach ging unsere Radtour weiter bis Pen Mané zur nächsten Schiffshaltestelle. Von dort aus fuhren wir wieder zurück nach Lorient und schließlich gemütlich zum Campingplatz — diesmal mit viel Sonne im Gesicht und total entspannt.

Citadelle de Port-Louis

Die Citadelle de Port-Louis liegt an der Südküste der Bretagne gegenüber der Stadt Lorient. Wir sind mit dem City-Bus-Schiff für 1,50 € pro Person inkl. Fahrräder ca. 6 min. von Lorient aus übergesetzt. Sie zählt zu den bedeutendsten historischen Festungsanlagen der Region und beeindruckt durch ihre Lage direkt am Atlantik. Die Citadelle diente lange Zeit als militärischer Stützpunkt und zum Schutz der Küste vor feindlichen Angriffen.

Besonders interessant waren die beiden Museen innerhalb der Festung. Im Schifffahrtsmuseum erfährt man viel über die Geschichte der französischen Marine und den Seehandel. Es gibt für 2 € einen deutschen Audioguide. Das Museum ist wirklich sehr schön, auch für Menschen, die nur schauen wollen. Für Jeden ist etwas dabei: Modelle von Schiffen, Navigationsinstrumente und historische Karten, Porzellan und Gemälde.

Im Museum der Ostindien-Kompanie wird die Handelsgeschichte Frankreichs mit Asien dargestellt. Die ausgestellten Gegenstände aus China, Indien und Afrika zeigen, wie weitreichend die Handelsbeziehungen damals waren. Es ist sehr beeindruckend mit ins Detail gehenden Miniaturansichten und ähnlich kunstvollen Darstellungen.

Der Rundgang auf den Festungsmauern bietet einen wunderschönen Blick auf den Hafen von Lorient, das Meer und die bretonische Küste. Bei gutem Wetter kann man zahlreiche Segelboote beobachten und die frische Meeresluft genießen. Mit Glück fährt auch ein großes Schiff vorbei.

Wir haben hier

Camping Sandaya Belle Plage ACSI

zwei ruhige Nächte hinter den Dünen verbracht. Der Platz war nett und alles sauber. Das Restaurant wollten wir nicht ausprobieren (Ambiente naja) und den Eingang zum überdachten Swimmingpool haben wir nicht gefunden, es gab aber auch keine Umkleide da in der Nähe. Gut, wir hätten Fragen können. In der Nähe ist wohl auch ein Taucherparadies. Davon liefen viele bei uns rum.

Tronoën

Tronoën – Kalvarienberg, Atlantikwellen und Crêpes-Glück

Tronoën ist einer dieser Orte in der Bretagne, die auf der Karte unscheinbar wirken, aber vor Ort sofort hängen bleiben. Schon der berühmte Kalvarienberg von Calvaire de Tronoën beeindruckt mit seinen detailreichen Steinfiguren und der ruhigen, fast zeitlosen Atmosphäre. Hier steht man zwischen Geschichte und Wind – und beides bläst einem ordentlich um die Ohren.

Es gibt sechs große Kalvarienberge in der Bretagne. Zufällig haben wir einen weiteren in Pleyben entdeckt, weil wir eine Boulangerie gesucht hatten. Diese war übrigens hervorragend. Der Kalvarienberg in Pleyben wurde ursprünglich 1555 errichtet. Hier wurde über 200 Jahre gemeißelt bis die Bibelgeschichte aus Stein fertig gestellt war. 1738 wurde er an seinen heutigen Standort versetzt und 1743 erweitert. Er gehört zum typischen bretonischen Typus der monumentalen Calvaires, die zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert entstanden.

Nur wenige Schritte weiter öffnet sich der Blick auf die wilden Strände der Bucht von Plage la Torche-Tronoën. Weißer Sand, Dünen und ein Atlantik, der selten ruhig ist – perfekt für lange Spaziergänge oder einfach, um dem Meer beim Arbeiten zuzusehen. Genau dieser Mix macht Tronoën auch zu einem beliebten Spot für Wellenreiter, die hier oft perfekte Bedingungen finden.

Nach so viel Wind und Wasser kommt der Genuss nicht zu kurz: In einer kleinen, gemütlichen Crêperie in der Umgebung gibt es Galettes und süße Crêpes, die nach Strand, Salz und Butter schmecken – also eigentlich nach Glück. Ich hatte einen mit dunkler Schokolade und Bananen. Ein Traum!

Und wer sich traut, kann direkt im Atlantik baden. Frisch ist hier noch freundlich formuliert, aber genau das macht den Reiz aus: einmal reinspringen, kurz überleben, und sich danach fühlen, als hätte man den Ozean besiegt. So sah das bei den Badenden aus. Mir ist das zu kalt. Tronoën ist eben kein Ort für halbe Sachen – sondern für echte Bretagne-Momente.

Quimper

Quimper

Die bretonische Stadt Quimper begeistert sofort mit ihrer lebendigen Atmosphäre, den charmanten Gassen und der typisch französischen Gelassenheit. Zwischen historischen Fachwerkhäusern, kleinen Cafés und grünen Uferwegen zeigt sich die Bretagne hier von ihrer besonders freundlichen und einladenden Seite.

Eine Altstadt wie aus dem Bilderbuch

Schon beim ersten Spaziergang durch die Altstadt von Quimper fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt. Bunte Fachwerkhäuser lehnen sich leicht schief aneinander, Blumen schmücken die Fenster, und überall laden kleine Geschäfte und Crêperien zum Verweilen ein.

Die bretonischen Steigungen – sportlich und lohnenswert

Quimper liegt nicht flach – und genau das macht die Stadt mal wieder so spannend, wie auch andere davor. Die kleinen bzw. großen Anstiege und hügeligen Straßen gehören einfach zur Bretagne dazu. Gerade mit dem Fahrrad sorgen die Steigungen immer wieder für schöne Ausblicke über Dächer, Flussläufe und grüne Hügel … und für Muskelkater trotz E-Bike.Uns hat das Städtchen gut gefallen. Hier konnte man – nicht wie in Morlaix – mit dem Camper auf einem großen Parkplatz oberhalb gut parken, die Räder abschnallen und losradeln.

Concarneau

Concarneau

Kaum ein Ort verbindet bretonische Atmosphäre, maritime Geschichte und literarische Spannung so eindrucksvoll wie Concarneau. Die lebendige Hafenstadt an der Südküste der Bretagne wurde durch die Kriminalromane rund um Kommissar Dupin weit über Frankreich hinaus bekannt. Wer durch die engen Gassen der Altstadt schlendert oder am Atlantikhafen entlanggeht, erkennt viele Schauplätze wieder, die Leser und Fernsehzuschauer aus den Dupin-Geschichten kennen. Das Wahrzeichen der Stadt ist die berühmte Ville Close – eine vollständig von mächtigen Festungsmauern umgebene Altstadt auf einer kleinen Insel im Hafen. Schon beim Betreten durch das steinerne Stadttor fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Leider wussten wir nicht, dass hier Feiertag war und es war einfach zu viel los für entspanntes Fotografieren.

Zwischen Granithäusern, kleinen Geschäften und bretonischen Crêperien entfaltet sich ein besonderes Flair. Die schmalen Gassen, die alten Mauern und der Blick auf die Fischerboote verleihen Concarneau eine fast filmreife Kulisse – perfekt für die Ermittlungen von Kommissar Dupin.

Radtour zum La Cale de Beg Meil

Wir hatten wirklich einen Wetter-Jackpot. Wind, Sonne und gefühlt fast Badewetter — wenn der Atlantik nicht die charmante Kühlschrank-Eigenschaft hätte.

Vor dem Urlaub habe ich noch ganz selbstbewusst zu meinem Mann gesagt:
„Ach, hier ist es längst nicht so steil wie in der Normandie.“ Tja. Diese Aussage möchte ich hiermit offiziell zurückziehen, widerrufen und am liebsten aus allen Protokollen löschen. Den Berg sind wir zwar hochgekommen — allerdings klangen wir oben angekommen wie zwei alte Dampflokomotiven auf Klassenfahrt.

Den Berg sind wir zwar hochgekommen — allerdings klangen wir oben angekommen wie zwei alte Dampflokomotiven auf Klassenfahrt. Pfeifend aus dem letzten Loch, aber immerhin noch lebendig.

Unsere Radtour hatte alles im Programm: von der Ebbe zerfurchte Flussläufe, Berge, verwunschene Waldwege mit Bäumen links, rechts und gefühlt auch über uns, dazu Strandkulisse wie aus einem Bretagne-Prospekt. Wirklich traumhaft. Am Zipfel angekommen haben wir uns erst einmal ein Eis gegönnt und am Strand die Sonne genossen.

Das eigentliche Abenteuer kam allerdings erst auf dem Rückweg. Google Maps dachte sich offenbar: „Normale Wege kann ja jeder.“ Also wurden wir über einen Waldweg geschickt, der eher aussah wie das Trainingsgelände für Mountainbike-Profis mit Todessehnsucht. Ein kleiner Bach lief fröhlich den Berg herunter und überall Steine und Wasser — und wir mittendrin mit unseren Rädern.

Die Tour war schön und außerdem ist Abwechslung das A und O.

Mont Saint-Michel de Brasparts

Mystischer Berg in den Monts d’Arrée

Auf dem Weg nach Concarneau machen wir einen Zwischenstop an dieser Kirche. Hier haben wir einen Rundumblick auf Dünenlandschaft ganz anderer Vegetation. Ich dachte, wir sind in Zoutelande an den Dünen. Wir haben recherchiert: Am 23.07.22 gab es im Finistère einen großflächigen Brand in der Bretagne.

Mitten in den wilden Landschaften der bretonischen Monts d’Arrée erhebt sich der geheimnisvolle Mont Saint-Michel de Brasparts. Wer hier oben steht, blickt über eine der ursprünglichsten Regionen der Bretagne und wird vom Winde verweht.

Früher glaubten die Menschen, dass hier die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten verlief. Nebel, Moorlandschaften und die oft raue Witterung verstärkten den geheimnisvollen Ruf der Gegend zusätzlich: weite Heideflächen, moorige Ebenen, dunkle Hügel und ständig wechselndes Licht verleihen der Gegend eine fast mystische Atmosphäre.

Der Berg gehört zu den eindrucksvollsten Orten im Département Finistère und ist ein beliebtes Ziel für Wanderer, Naturliebhaber und Bretagne-Fans.

 

Morlaix

Streetart, steile Straßen und die verzweifelte Parkplatzsuche mit dem Camper

Eigentlich hatten wir einen ganz entspannten Plan auf dem Weg nach Concarneu. Ein bisschen durch Morlaix mit dem Fahrrad fahren, die berühmte Streetart anschauen und gemütlich einen Kaffee trinken.

Was wir nicht bedacht hatten:
Morlaix ist ungefähr senkrecht gebaut und wir sind mit dem Camper unterwegs, plus Fahrräder hinten drauf. Also quasi ein mittelgroßer Linienbus mit Fahrradschwanz.

Schon bei der Einfahrt nach Morlaix wurde klar: Hier geht es entweder steil hoch oder steil runter. Dazwischen gibt es nur kurze Momente emotionaler Erholung. Die Straßen winden sich durch die Stadt, links und recht tlw. uralte Häuser und wir mittendrin mit unserem rollenden Ferienapartment.

Unser Ziel war eigentlich ganz harmlos: irgendwo parken und die Streetart-Tour machen. Morlaix ist nämlich bekannt für seine riesigen Wandgemälde und kreative Kunst an den Häuserfassaden. Wirklich beeindruckend. Wenn man es schafft auszusteigen. Denn jeder Parkplatz in der Innenstadt ist für unser Gefährt nicht geeignet oder verboten.

Die Stadt mit ihrem berühmten Viadukt, den historischen Fachwerkhäusern, den Treppengassen und den riesigen Streetart-Werken ist absolut sehenswert.

Nur vielleicht…

  • nicht unbedingt mit einem Camper,
  • Fahrrädern hinten dran,
  • und dem naiven Glauben, „wir finden schon schnell was“. Was sonst immer geht

Am Ende haben wir zwar keinen perfekten Parkplatz gefunden, dafür aber:

  • mehrere neue Schimpfwörter erfunden,
  • unsere Kupplung getestet,
  • ein paar Werke aus dem Auto gesehen
  • und festgestellt, dass Kultur manchmal echte Opfer verlangt

Le Diben

Le Diben

An der zerklüfteten Nordküste der Bretagne liegt mit Le Diben ein kleiner Hafenort, der bis heute den ursprünglichen Charakter der bretonischen Küste bewahrt hat. Zwischen granitenen Felsformationen, schmalen Wanderpfaden und dem rauen Atlantik entfaltet sich hier eine Landschaft, die zugleich wild und beruhigend wirkt.

Der kleine Naturhafen von Le Diben gehört zur Gemeinde Plougasnou und war jahrhundertelang ein wichtiger Ausgangspunkt für Fischer und Küstenschifffahrt. Noch heute schaukeln traditionelle Boote im Wasser, während sich bei Ebbe große Sand- und Schlickflächen zeigen – typisch für die Gezeitenküste der Bretagne. Wir hatten das Glück einen Stellplatz – zudem kostenlos – mit Blick auf den kleinen Hafen zu ergattern. Es war so still an diesem Ort, wie ich es sonst nur von meinem Lieblingsplatz an der Müritz kenne.

Für Wanderfreunde ist Le Diben ein idealer Ausgangspunkt. Entlang der Küste verläuft der berühmte bretonische Fernwanderweg GR 34, auch „Zöllnerpfad“ genannt. Der Weg führt direkt an den Klippen entlang und eröffnet spektakuläre Ausblicke auf Buchten, Inseln und das offene Meer.

Es war so entspannt, dass ich seit langer Zeit wieder einmal zum Macro-Fotografie gefunden habe. Es gibt so viele Motive – selbst auf einem Randstreifen hinter der Leitplanke…

Hier haben wir kostenlos übernachtet:

Port de Primel – Le Diben 29630

Ein Link von Park4Night, der Ort wurde nur falsch gespeichert. Im Juli-August kostet der 5 € die Nacht.