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Rothéneuf

Rothéneuf – wo die Steine plötzlich Gesichter bekommen

Nur wenige Kilometer von Saint-Malo entfernt liegt Rothéneuf – und hier wird es ziemlich kurios. Zwischen Meer, Felsen und bretonischer Landschaft treffen wir auf eine ganz besondere Ansammlung von Steinfiguren.

Die berühmten Felsenfiguren von Rothéneuf wurden Ende des 19. Jahrhunderts von Abbé Adolphe Julien Fouéré, genannt Abbé Fouré, in die Granitfelsen gemeißelt. Über 300 Figuren sollen es ursprünglich gewesen sein – Heilige, Seefahrer, Piraten und allerlei Gestalten, die heute ziemlich wettergegerbt auf das Meer hinausschauen.

In Rothéneuf haben selbst die Steine Charakter – manche mehr, manche weniger. Aber eines ist sicher: Wegschauen können sie nicht! 😉 Das hat allerdings mein Mann übernommen. Denn ich war mal wieder mit meinen Sicherheits-Flip-Flop und drei Kilo Fotoapparat in der Hand auf Felsklettertour.

Hennebont

Hennebont

Die mittelalterliche Stadt Hennebont am Fluss Blavet besitzt mit der Porte Broërec’h eines ihrer eindrucksvollsten Bauwerke. Wer durch dieses gewaltige Stadttor tritt, betritt die alte „Ville-Close“, die befestigte Altstadt mit ihren Mauern, Türmen und engen Gassen. Die Villa dort ist aber leider hinter so großen Mauern, dass ich sie nicht fotografieren konnte. Man vermutet hinter diesem Tor eigentlich zuerst gar nichts. Ich war echt überrascht, dass es wie in einem kleinen Dorf – natürlich wieder Berg rauf und runter – aussieht.

Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die Nutzung der Anlage mehrfach. Die Türme dienten nicht nur der Verteidigung, sondern später auch als Gefängnis. Während des Zweiten Weltkriegs erlitt Hennebont schwere Zerstörungen. Die Broërec-Türme wurden 1944 bombardiert und brannten aus. Erst zwischen 1967 und 1972 erfolgte die sorgfältige Restaurierung. Heute befindet sich dort ein Museum für lokale Geschichte und bretonische Traditionen.