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Rundhocker

Rundhocker – vom Sperrmüll zum kleinen Unikat

Manchmal muss man einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Diesen Rundhocker habe ich nämlich beim Nachbarn vor dem Sperrmüll gerettet. Vermutlich handelt es sich bei dem Hocker um ein früheres Werbegeschenk. Er hatte zwar schon bessere Zeiten gesehen und jede Menge Wurmlöcher – wirklich jede Menge! – aber das hat mich nicht abgeschreckt. Ich wollte ihm unbedingt ein neues Leben schenken. 

Holzscheiben statt Sperrmüll

Die Idee mit den Holzscheiben kam mir, weil ich ein großer Fan von den tollen Holz-Epoxidharz-Projekten bin, die Du auf YouTube findest. In meiner Holzsammlung suchte ich mir einen Haselnuss-Ast heraus und schnitt ihn in viele kleine Scheiben. Die sollten später die zahlreichen Löcher im Hocker füllen. Damit ich anschließend eine möglichst glatte Oberfläche bekam, bohrte ich die vorhandenen Löcher mit Forstner-Bohrern etwas größer und sauber aus. Dabei kam natürlich die große Überraschung: Unter der ersten Schicht Wurmlöcher versteckten sich noch mehr Wurmlöcher! Der Hocker hatte offenbar einiges zu erzählen.

Erst einmal Farbe ins Spiel bringen

Bevor das Epoxidharz zum Einsatz kam, kümmerte ich mich um die Optik. Die Beine tupfte ich mit Acrylfarbe in Umbra und einem Schwamm ab. Dadurch entstand eine schöne Struktur, die ein bisschen an Birkenrinde erinnert. Auch die Oberseite bekam für einen schönen Kontrast diesen Farbton. Schließlich sollten die späteren Holzscheiben und das Epoxidharz richtig zur Geltung kommen.

Jetzt kommt das Epoxidharz

Da ich bereits ahnte, dass das Epoxidharz durch die feinen Ritzen davonlaufen könnte, versiegelte ich die größeren Spalten vorsichtshalber großzügig mit Heißkleber. Den Rand klebte ich ebenfalls ab, damit sich später keine unschönen Nasen bilden. Meine grandiose Idee funktionierte allerdings nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Da die Beine des Hockers nach außen stehen, musste ich auch diese ordentlich einpacken.

Die erste Epoxid-Runde – und die schlechte Laune

Dann mischte ich das Epoxidharz an und goss zunächst eine Lage in die Löcher. Anschließend füllte ich die Oberfläche schön gleichmäßig aus. Soweit alles wunderbar. Bis ich feststellte, dass das Epoxidharz aus den Löchern wieder verschwunden war. Einfach weg genau wie meine gute Laune, die dann ebenfalls verschwand.

Warum ich meinem Bauchgefühl nicht gefolgt war und die Unterseite nicht vorher einmal komplett mit Epoxidharz versiegelt hatte, weiß ich bis heute nicht. Das hätte mir einiges an Ärger erspart. Aber genau dafür sind solche Projekte schließlich da: Man lernt nie aus.

Runde zwei – diesmal mit mehr Erfahrung

Am nächsten Tag mischte ich also eine neue Portion Epoxidharz an und startete die zweite Runde. Mit einem Heißluftföhn oder Brenner lassen sich die kleinen Luftbläschen vorsichtig entfernen. Danach bekommt die Oberfläche eine wunderbar glatte und glänzende Optik.

Und jetzt kommt mein persönlicher Tipp an dich:

Sei geduldig!

Dreh den Hocker nicht gleich am nächsten Tag um und versuche auf der Rückseite mit ordentlich Druck, irgendwelche Kleberreste zu lösen. Das Epoxidharz ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig ausgehärtet. Ich habe es natürlich trotzdem ausprobiert. Das Ergebnis: ein paar leichte Dellen.

Tja – Ungeduld muss manchmal eben sichtbar bleiben. 😉

Sperrmüll war gestern

Trotz kleiner Rückschläge freue ich mich riesig über meinen neuen alten Rundhocker. Aus einem ziemlich ramponierten Hocker mit unzähligen Wurmlöchern ist ein kleines individuelles Möbelstück geworden.Und ganz nebenbei bin ich wieder um einige Erfahrungen reicher. Beim nächsten Epoxidharz-Projekt weiß ich jedenfalls, was ich anders machen werde. Ob ich dann allerdings wieder ein rundes Projekt auswähle?

Wir werden sehen!

Alte Landkarte auf Metallplatte

Alte Landkarte auf Metallplatte – Geschichte trifft Rostpatina

Alte Landkarten haben für mich einen ganz besonderen Charme. Sie erzählen von einer Zeit, in der die Welt noch längst nicht so selbstverständlich vermessen und dargestellt wurde wie heute. Und genau deshalb macht es mir Spaß, diese historischen Karten auf ungewöhnliche Materialien zu bringen.

Nach meiner ersten Landkarte auf einer ehemaligen, umfunktionierten Spachtel ist nun das nächste Werk entstanden: eine alte Weltkarte auf einer Metallplatte.

Eine Weltkarte aus dem Jahr 1530

Für dieses Projekt habe ich eine Karte von Peter Apian aus Ingolstadt aus dem Jahr 1530 ausgewählt. Es handelt sich um einen Holzschnitt, der die damals bekannte Welt in einer außergewöhnlichen herzförmigen Darstellung zeigt. Das Original ist im British Museum in London zu sehen – zumindest behauptet das mein Buch „Alte Landkarten“, und ich sehe keinen Grund, daran zu zweifeln. ;-). Der vollständige Titel lautet:

„Tabula orbis cogniti universalior“.

Na, wer kann das übersetzen?

Ich finde es faszinierend, wie kunstvoll die Menschen damals Karten gestaltet haben. „Kartenkünstler“ ist meiner Meinung nach tatsächlich die passende Bezeichnung. Von Google Maps waren sie zwar noch Lichtjahre entfernt, dafür hatten ihre Karten eine ganz eigene Ästhetik.

Peter Apian veröffentlichte übrigens auch eine Landkarte Frankens im Jahr 1533 und eine Karte Preußens von 1542. Ein Mann, der offenbar nicht so schnell genug von Landkarten bekommen konnte – das kann ich gut nachvollziehen.

Erst einmal darf die Metallplatte rosten

Für meine Umsetzung habe ich eine 30 x 30 cm große Metallplatte verwendet. Die durfte zunächst mehrere Monate draußen verbringen. Dort konnte sie in aller Ruhe eine schöne Rostpatina entwickeln.

Das Warten hat sich gelohnt: Die Rostoberfläche bringt genau die richtige Mischung aus Alter, Struktur und Unvollkommenheit mit. Schließlich sollte die Platte nicht aussehen, als käme sie gerade frisch aus dem Baumarkt.

Anschließend klebte ich das Papier mit Primal SF 016 (AC 33) auf die Metallplatte. Danach versiegelte ich das Ganze in mehreren Schichten mit dem glänzenden Sprühfilm von LUKAS. Und damit ist die historische Weltkarte bestens geschützt. Da passiert dann nichts mehr!

So bekommt eine mehr als 500 Jahre alte Landkarte auf einer rostigen Metallplatte ein neues Zuhause – und ich finde, sie macht sich dort ganz hervorragend.

alte Landkarte von 1530 auf rostige Metallplatte geklebt