Start 5 DIY 5 Borkum-Tisch

Borkum-Tisch – ein Stück Strand für Zuhause

Mein PC-Tisch hatte eindeutig ein Platzproblem: Für Laptop und allerlei andere Dinge war die Stellfläche einfach viel zu klein. Also musste eine neue Lösung her. Und manchmal kommt die Lösung ganz unkompliziert von nebenan – mein Nachbar wollte diesen Tisch aussortieren. Perfektes Timing!

Die Farbe passte zufällig wunderbar zu meinem Schrank am Arbeitsplatz, und auch die Größe war wie gemacht für die Lücke zwischen Schrank und Fenster. Da ich schon länger mein Fotopatch-Verfahren an anderen Dingen ausprobieren wollte, war schnell klar: Dieser Tisch muss dran glauben! Und weil mein Herz sowieso für Borkum schlägt, bekam die Tischplatte natürlich eine ganz besondere Aufgabe: Sie sollte meinen ganz persönlichen Strandabschnitt nach Hause holen.

Erst einmal heißt es: schleifen und spachteln

Zuerst rückte ich der Tischplatte mit meiner Lieblingsmaschine von FEIN zu Leibe. Dabei kamen leider zahlreiche Brandlöcher zum Vorschein. Die mussten natürlich verschwinden, also spachtelte ich die Löcher ordentlich zu und sorgte anschließend für eine möglichst glatte Oberfläche.

Danach wurde der Tisch ausgemessen und ich konnte mich an die Auswahl der Motive machen. Die Entscheidung fiel mir erstaunlich leicht: Meine Fotos vom Strandgut auf Borkum sollten auf die Tischplatte. Wer schon einmal am Borkumer Strand unterwegs war, weiß, dass das Meer so einiges an Land spült. Von kleinen Fundstücken bis zu kuriosen Dingen ist alles dabei. Genau diese Mischung wollte ich auf meinem Tisch verewigen.

Eine helle Grundlage für die Borkum-Motive

Damit die Fotos später schön zur Geltung kommen, braucht es einen hellen Untergrund. Deshalb strich ich die Tischplatte mit Acrylfarbe in einem schönen Sandton. Schließlich sollte mein Borkum-Strand nicht im Dunkeln stehen. Während die Farbe trocknete, kümmerte ich mich um die Fotos. Ich brachte sie auf das richtige Format und spiegelte sie für den Ausdruck. Das ist wichtig! Sonst schaut das Motiv später auf dem Tisch in die falsche Richtung – und so viel künstlerische Freiheit wollte ich dann doch nicht.

Jetzt wird geklebt

Nun kam der spannende Teil: Tischplatte und Ausdruck wurden mit Fotopatch bestrichen und die Bilder vorsichtig aufgeklebt. Dabei heißt es: schön glatt arbeiten und möglichst keine Falten produzieren. Als alle Fotos ihren Platz gefunden hatten, hieß es erst einmal: Geduld haben. Das ist nicht meine Stärke.

Rund vier Stunden musste alles trocknen. Für eine Ungeduldige wie mich ist das natürlich eine Ewigkeit. Aber gut – auch ein Borkum-Tisch braucht schließlich seine Ruhepause.

Rubbeln, rubbeln, rubbeln …
Dann kam der Moment, auf den ich gewartet hatte. Schwamm, Wasser und eine Schüssel bereitstellen – und los geht’s!
Das Papier wird vorsichtig angefeuchtet und nach und nach abgerubbelt. So lange, bis keine Papierreste mehr auf der Tischplatte zurückbleiben. Eine ziemlich meditative Arbeit – zumindest solange man nicht zu kräftig rubbelt.

Bei meinem Tisch sind die Übergänge zwischen den einzelnen Fotos noch leicht zu erkennen. Das gefällt mir aber ganz gut. Schließlich muss nicht alles aussehen wie frisch aus der Fabrik. Man kann die Fotos übrigens auch überlappen und dadurch noch mehr Struktur schaffen.

Für eine zusätzliche, etwas unregelmäßige Oberfläche habe ich die Tischplatte anschließend mit Stahlwolle bearbeitet. Dadurch bekam mein Borkum-Strand noch eine schöne, lebendige Struktur. Zum Schluss: Klarlack drauf und fertig!
Nach dem erneuten Trocknen kam noch eine Schicht Klarlack auf die gesamte Fläche. Und dann war er fertig – mein alter neuer Tisch.

Jetzt steht bei mir ein kleines Stück Borkum zwischen Schrank und Fenster. Statt einfach nur Laptop und Krimskrams abzustellen, schaue ich nun auf Strandgut, Meer und Urlaubserinnerungen. Und mal ehrlich: Wer braucht schon Fernweh, wenn der eigene Arbeitsplatz einen kleinen Strandabschnitt von Borkum direkt vor der Nase hat? Ich jedenfalls freue mich jeden Tag über mein ganz persönliches Stück Borkum zu Hause.