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Achtsamkeit auf Schuppenwand

Achtsamkeit auf alten Brettern – meine besondere Schuppenwand

Manchmal entstehen die schönsten Ideen aus Dingen, die eigentlich schon ausgedient haben. So war es auch bei meiner Schuppenwand. Das Material dafür lag nämlich bereits auf dem Dachboden: alte Holzfußbodendielen, die wir bei unserer 90 qm Dachbodensanierung aufgenommen haben. Wegwerfen kam für mich natürlich nicht infrage, Holz kann ich immer brauchen. Die alten Dielen hatten schon ein Leben hinter sich – und ich wollte ihnen einfach ein neues geben. Also wurden sie kurzerhand zum Ausgangsmaterial für meine Winterarbeit 2021.

Aus alten Dielen werden neue Ideen

Zuerst habe ich die alten Fußbodendielen gehobelt und anschließend in unterschiedlich große Stücke gesägt. So entstanden viele einzelne Holztafeln, die später zu einer abwechslungsreichen Wandgestaltung zusammengesetzt werden sollten. Dann durfte Farbe ins Spiel kommen. Die einzelnen Bretter habe ich mit verschiedenen Acrylfarben gestrichen. Dabei wollte ich bewusst keine perfekt durchgestylte Farbpalette, sondern eine lebendige Mischung – es sollte schön bunt werden.

Achtsamkeit bekommt einen Platz

Die eigentliche Idee für die Gestaltung war schnell gefunden: Auf die Bretter sollten verschiedene Begriffe rund um das Thema Achtsamkeit. Die Wörter habe ich zunächst gespiegelt auf Transferfolie gedruckt. Zusätzlich suchte ich passende kleine Grafiken, die die Begriffe ergänzen und die einzelnen Bretter noch individueller machen sollten.

Anschließend kam meine geliebte Découpage-Technik mit Fotopotch zum Einsatz. Damit habe ich die Achtsamkeitsbegriffe und Grafiken auf die farbigen Holzflächen übertragen. Das Ergebnis gefällt mir gerade deshalb so gut, weil die Schrift nicht wie ein perfekt gedrucktes Schild wirkt und viele verschiedene Schrifttypen ihren Platz finden können. Sie verbindet sich optisch mit dem alten Holz und den Farbschichten.

Eine Wand voller kleiner Erinnerungen

Nachdem alle Bretter gestaltet, getrocknet und mit Bootslack fertig versiegelt waren, ging es an die Montage. Die einzelnen Holzstücke wurden auf den Anbau geschraubt und dort zu einer ganz persönlichen Wandgestaltung zusammengesetzt. Aus alten Fußbodendielen war so etwas völlig Neues entstanden: eine Schuppenwand voller Farbe, Wörter und kleiner Denkanstöße. Winterarbeit mit nachhaltigem Nebeneffekt

Das Projekt war meine kreative Winterarbeit 2021. Während draußen eher wenig Gartenarbeit nötig ist, konnte ich drinnen sägen, streichen, übertragen und gestalten. Und genau das mag ich am Upcycling: Aus alten Materialien muss nicht zwangsläufig etwas Neues im klassischen Sinne entstehen. Manchmal reicht es, einem ausgedienten Gegenstand eine neue Aufgabe zu geben.

Der heutige Anblick hat sich etwas verändert. Ich habe alle Nebengebäude mit schwedenrot gestrichen und die Ecke umgestaltet. Die Bretter haben sich noch ein wenig vermehrt. Jetzt ist es eine Achtsamkeits-Terrasse.

Alte Landkarte auf Metallplatte

Alte Landkarte auf Metallplatte – Geschichte trifft Rostpatina

Alte Landkarten haben für mich einen ganz besonderen Charme. Sie erzählen von einer Zeit, in der die Welt noch längst nicht so selbstverständlich vermessen und dargestellt wurde wie heute. Und genau deshalb macht es mir Spaß, diese historischen Karten auf ungewöhnliche Materialien zu bringen.

Nach meiner ersten Landkarte auf einer ehemaligen, umfunktionierten Spachtel ist nun das nächste Werk entstanden: eine alte Weltkarte auf einer Metallplatte.

Eine Weltkarte aus dem Jahr 1530

Für dieses Projekt habe ich eine Karte von Peter Apian aus Ingolstadt aus dem Jahr 1530 ausgewählt. Es handelt sich um einen Holzschnitt, der die damals bekannte Welt in einer außergewöhnlichen herzförmigen Darstellung zeigt. Das Original ist im British Museum in London zu sehen – zumindest behauptet das mein Buch „Alte Landkarten“, und ich sehe keinen Grund, daran zu zweifeln. ;-). Der vollständige Titel lautet:

„Tabula orbis cogniti universalior“.

Na, wer kann das übersetzen?

Ich finde es faszinierend, wie kunstvoll die Menschen damals Karten gestaltet haben. „Kartenkünstler“ ist meiner Meinung nach tatsächlich die passende Bezeichnung. Von Google Maps waren sie zwar noch Lichtjahre entfernt, dafür hatten ihre Karten eine ganz eigene Ästhetik.

Peter Apian veröffentlichte übrigens auch eine Landkarte Frankens im Jahr 1533 und eine Karte Preußens von 1542. Ein Mann, der offenbar nicht so schnell genug von Landkarten bekommen konnte – das kann ich gut nachvollziehen.

Erst einmal darf die Metallplatte rosten

Für meine Umsetzung habe ich eine 30 x 30 cm große Metallplatte verwendet. Die durfte zunächst mehrere Monate draußen verbringen. Dort konnte sie in aller Ruhe eine schöne Rostpatina entwickeln.

Das Warten hat sich gelohnt: Die Rostoberfläche bringt genau die richtige Mischung aus Alter, Struktur und Unvollkommenheit mit. Schließlich sollte die Platte nicht aussehen, als käme sie gerade frisch aus dem Baumarkt.

Anschließend klebte ich das Papier mit Primal SF 016 (AC 33) auf die Metallplatte. Danach versiegelte ich das Ganze in mehreren Schichten mit dem glänzenden Sprühfilm von LUKAS. Und damit ist die historische Weltkarte bestens geschützt. Da passiert dann nichts mehr!

So bekommt eine mehr als 500 Jahre alte Landkarte auf einer rostigen Metallplatte ein neues Zuhause – und ich finde, sie macht sich dort ganz hervorragend.

alte Landkarte von 1530 auf rostige Metallplatte geklebt

Borkum-Tisch

Borkum-Tisch – ein Stück Strand für Zuhause

Mein PC-Tisch hatte eindeutig ein Platzproblem: Für Laptop und allerlei andere Dinge war die Stellfläche einfach viel zu klein. Also musste eine neue Lösung her. Und manchmal kommt die Lösung ganz unkompliziert von nebenan – mein Nachbar wollte diesen Tisch aussortieren. Perfektes Timing!

Die Farbe passte zufällig wunderbar zu meinem Schrank am Arbeitsplatz, und auch die Größe war wie gemacht für die Lücke zwischen Schrank und Fenster. Da ich schon länger mein Fotopatch-Verfahren an anderen Dingen ausprobieren wollte, war schnell klar: Dieser Tisch muss dran glauben! Und weil mein Herz sowieso für Borkum schlägt, bekam die Tischplatte natürlich eine ganz besondere Aufgabe: Sie sollte meinen ganz persönlichen Strandabschnitt nach Hause holen.

Erst einmal heißt es: schleifen und spachteln

Zuerst rückte ich der Tischplatte mit meiner Lieblingsmaschine von FEIN zu Leibe. Dabei kamen leider zahlreiche Brandlöcher zum Vorschein. Die mussten natürlich verschwinden, also spachtelte ich die Löcher ordentlich zu und sorgte anschließend für eine möglichst glatte Oberfläche.

Danach wurde der Tisch ausgemessen und ich konnte mich an die Auswahl der Motive machen. Die Entscheidung fiel mir erstaunlich leicht: Meine Fotos vom Strandgut auf Borkum sollten auf die Tischplatte. Wer schon einmal am Borkumer Strand unterwegs war, weiß, dass das Meer so einiges an Land spült. Von kleinen Fundstücken bis zu kuriosen Dingen ist alles dabei. Genau diese Mischung wollte ich auf meinem Tisch verewigen.

Eine helle Grundlage für die Borkum-Motive

Damit die Fotos später schön zur Geltung kommen, braucht es einen hellen Untergrund. Deshalb strich ich die Tischplatte mit Acrylfarbe in einem schönen Sandton. Schließlich sollte mein Borkum-Strand nicht im Dunkeln stehen. Während die Farbe trocknete, kümmerte ich mich um die Fotos. Ich brachte sie auf das richtige Format und spiegelte sie für den Ausdruck. Das ist wichtig! Sonst schaut das Motiv später auf dem Tisch in die falsche Richtung – und so viel künstlerische Freiheit wollte ich dann doch nicht.

Jetzt wird geklebt

Nun kam der spannende Teil: Tischplatte und Ausdruck wurden mit Fotopatch bestrichen und die Bilder vorsichtig aufgeklebt. Dabei heißt es: schön glatt arbeiten und möglichst keine Falten produzieren. Als alle Fotos ihren Platz gefunden hatten, hieß es erst einmal: Geduld haben. Das ist nicht meine Stärke.

Rund vier Stunden musste alles trocknen. Für eine Ungeduldige wie mich ist das natürlich eine Ewigkeit. Aber gut – auch ein Borkum-Tisch braucht schließlich seine Ruhepause.

Rubbeln, rubbeln, rubbeln …
Dann kam der Moment, auf den ich gewartet hatte. Schwamm, Wasser und eine Schüssel bereitstellen – und los geht’s!
Das Papier wird vorsichtig angefeuchtet und nach und nach abgerubbelt. So lange, bis keine Papierreste mehr auf der Tischplatte zurückbleiben. Eine ziemlich meditative Arbeit – zumindest solange man nicht zu kräftig rubbelt.

Bei meinem Tisch sind die Übergänge zwischen den einzelnen Fotos noch leicht zu erkennen. Das gefällt mir aber ganz gut. Schließlich muss nicht alles aussehen wie frisch aus der Fabrik. Man kann die Fotos übrigens auch überlappen und dadurch noch mehr Struktur schaffen.

Für eine zusätzliche, etwas unregelmäßige Oberfläche habe ich die Tischplatte anschließend mit Stahlwolle bearbeitet. Dadurch bekam mein Borkum-Strand noch eine schöne, lebendige Struktur. Zum Schluss: Klarlack drauf und fertig!
Nach dem erneuten Trocknen kam noch eine Schicht Klarlack auf die gesamte Fläche. Und dann war er fertig – mein alter neuer Tisch.

Jetzt steht bei mir ein kleines Stück Borkum zwischen Schrank und Fenster. Statt einfach nur Laptop und Krimskrams abzustellen, schaue ich nun auf Strandgut, Meer und Urlaubserinnerungen. Und mal ehrlich: Wer braucht schon Fernweh, wenn der eigene Arbeitsplatz einen kleinen Strandabschnitt von Borkum direkt vor der Nase hat? Ich jedenfalls freue mich jeden Tag über mein ganz persönliches Stück Borkum zu Hause.