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Chartres

Chartres

Auf unserer Heimreise wollten wir eigentlich in Rennes den ersten Zwischenstopp machen. Doch es war in der Nähe kein Campingplatz. Deshalb habe ich Chartes gewählt. Hier haben wir eine Reservierung im städtischen Campingplatz gemacht.

Dieser Etappenhalt wurde mit zu einem der schönsten Momente der gesamten Reise. Nur etwa 90 Kilometer südwestlich von Paris gelegen, empfing uns die charmante französische Stadt mit einer Mischung aus mittelalterlicher Atmosphäre, entspannter Gelassenheit und überraschend jungem Flair.

Schon von weitem erhebt sich die berühmte Kathedrale Notre-Dame de Chartres über die Dächer der Altstadt. Das UNESCO-Weltkulturerbe zählt zu den bedeutendsten gotischen Bauwerken Europas und beeindruckt mit seinen ungleichen Türmen, den farbenprächtigen Glasfenstern und einer faszinierenden Ruhe im Inneren. Selbst wer keine große Affinität zu Kirchen hat, wird von der besonderen Stimmung dieses Ortes sofort eingefangen. Mich hat es voll geflasht.

Rund um die Kathedrale laden kleine Gassen, alte Fachwerkhäuser und gemütliche Plätze zum Flanieren ein. In den Cafés saßen Studierende neben Einheimischen, während sich auf den Straßen das lebendige Treiben eines entspannten Sommernachmittags abspielte. Genau dieser Kontrast machte Chartres für uns so besonders: historische Kulisse trifft auf modernes französisches Lebensgefühl.

Besonders schön war der Radweg entlang der Eure, die sich malerisch durch die Stadt zieht. Zwischen kleinen Brücken, blühenden Uferbereichen und alten Mühlen bot sich immer wieder ein neues Fotomotiv. Trotz der überschaubaren Größe wirkte Chartres nie langweilig – eher wie ein Ort, den man viel länger entdecken könnte.

Am Ende wurde aus dem geplanten kurzen Zwischenstopp eine echte Reiseempfehlung. Chartres ist weit mehr als nur ein Halt auf dem Weg nach Paris oder zurück Richtung Heimat. Die Stadt verbindet Geschichte, Kultur und entspannte Atmosphäre auf eine wunderbar authentische Weise – und bleibt uns definitiv in Erinnerung.

Übernachtet haben wir hier:

Camping de Chartres

Er liegt nur 25 min. fußläufig von der Kathedrale entfernt. Es gibt einen tollen Radweg dorthin. Der Platz war ruhig, Sanitär sauber und der Empfang sehr freundlich. Für unseren Zwischenstopp und die Stadtbesichtigung optimal. Leider ist der Internetempfang quasi fast nicht vorhanden. Wer also da als digitaler Normade arbeiten möchte sollte sich dort einen Tag Urlaub gönnen ;-).

Amiens

Ankunft in Amiens

Am späten Nachmittag erreichen wir Amiens. Unsere ersten beiden Campingplätze haben wir verworfen, zu voll und zu viel Andrang. Dafür haben wir dieses hübsche alte Wasserwerk direkt am Ufer des Seitenarms der Somme gesehen. Die vor dem Ersten Weltkrieg errichtete Anlage gehört zu den wenigen erhaltenen kleinen Kraftwerken ihrer Zeit in Frankreich und steht heute als historisches Denkmal unter Schutz.

Camping Bertangles – unser letzter Übernachtungsstopp

Auf der weiteren Suche nach einem Übernachtungsplatz stießen wir nur etwa zehn Minuten entfernt auf unseren absoluten Lieblingscampingplatz. Direkt am Schlossgarten gelegen, empfing uns eine wunderbar gepflegte und hervorragend organisierte Anlage. Schnell stand fest: Hier stimmt einfach alles. Besonders beeindruckt haben uns die Sanitäranlagen – die besten auf unserer gesamten Reise, inklusive einer in Frankreich nicht selbstverständlichen Kleinigkeit: Klopapier war immer vorhanden. Hier blieben wir zwei Nächte. Schon nach kurzer Zeit war für uns klar: Dieser Platz wird künftig unser erster Zwischenstopp auf dem Weg nach Frankreich sein.

Abends wurden wir zunächst von einem kräftigen Gewitter begrüßt. Es krachte ordentlich, der Regen prasselte heftig herunter – zum Glück war der Spuk nach etwa einer halben Stunde wieder vorbei. Weniger glücklich waren allerdings wir: Trotz Regenschirm kamen wir klitschnass am Auto an. Und unser Auto und Nässe sind bekanntlich keine gute Kombination.

Als ob das nicht genug wäre, fielen die Temperaturen in der Nacht auf angenehme 14 Grad – perfekt zum Schlafen, aber leider völlig ungeeignet zum Trocknen. Aber statt zu verzweifeln, hieß es: durchatmen, umziehen, lachen – und weiter geht’s.

Romantische Känale ziehen sich durch Amiens

Es ist Sonntag, wechselhaftes Wetter und die Stadt wirkt wie ausgestorben. Wir laufen am Kanal entlang bis in die Innenstadt zur Kathedrale, begleitet von vielen Kanälen. Die Kanäle von Amiens ziehen sich wie ein stilles, grünes Netz durch die Stadt und verleihen ihr eine überraschend romantische Leichtigkeit. Bei unserem Spaziergang entlang der Ufer verändert sich das Bild ständig: mal spiegeln sich alte Fassaden und Brücken im Wasser, mal öffnet sich der Blick auf kleine, versteckte Gärten, in denen das Leben fast lautlos wirkt. Das nächste Mal werden wir auf jeden Fall unsere Fahrräder mitnehmen. Dann schaffen wir es vielleicht auch die faszinierenden schwimmenden Gartenparzellen „Hortillonnages“ am Rand der Stadt zu besuchen.

 

Die Kathedrale von Amiens

Sie erhebt sich eindrucksvoll über die Dächer der Stadt und prägt schon beim ersten Blick das Stadtbild von Amiens. Mit ihrem Bau im 13. Jahrhundert entstand eines der bedeutendsten Werke der Gotik in Frankreich – monumental in der Größe, zugleich erstaunlich filigran in der Ausführung.

Besonders die reich verzierte Westfassade erzählt mit ihren Figurenprogrammen biblische Geschichten und vermittelt einen Eindruck davon, welche Bedeutung die Kathedrale einst für die Stadt und ihre Bürger hatte. Sie gilt bis heute als Symbol für den Stolz und die Handwerkskunst des Mittelalters und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Im Inneren senkt sich die Geräuschkulisse der Stadt sofort ab. Das Licht bricht durch die hohen Fenster und taucht den Raum in eine ruhige, fast meditative Stimmung. Man spürt schnell, warum die Kathedrale nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein Symbol für die Handwerkskunst und den Ehrgeiz des Mittelalters ist.

Street-Art in Amiens

Amiens hat nicht nur gotische Architektur, sondern auch eine lebendige Street-Art-Szene, die sich wie ein zweites Stadtbild über Mauern, Brücken und Hausfassaden legt. Beim Spaziergang durch Amiens entdeckt man die Kunst fast nebenbei – in Seitengassen, an ehemaligen Industriegebäuden oder versteckt hinter historischen Fassaden.

Amiens architektonischer Mix aus Geschichte, Wiederaufbau und modernen Akzenten

Beim Spaziergang durch Amiens fällt zunächst die monumentale Gotik ins Auge: Klar, allen voran die Kathedrale.
Rund um das historische Zentrum prägen jedoch auch Gebäude aus der Zeit des Wiederaufbaus nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs das Bild. Klare Linien, funktionale Formen und helle Fassaden stehen hier im Kontrast zur reich verzierten mittelalterlichen Architektur. Gerade dieser Bruch verleiht der Stadt eine besondere Spannung.

Dazwischen finden sich immer wieder charmante Straßenzüge mit klassischen Stadthäusern aus dem 19. Jahrhundert, kleine Plätze und Uferbereiche. Amiens wirkt architektonisch wie ein offenes Geschichtsbuch: mittelalterliche Pracht, moderne Nüchternheit und lebendige Stadtkultur liegen hier dicht beieinander und formen gemeinsam das Gesicht der Stadt.

Und dazwischen immer lustige nette Dinge

Auf den Spuren von Jules Verne

Schon von außen wirkt sein ehemaliges Wohnhaus eher zurückhaltend als spektakulär. Doch genau hier entfaltet sich der besondere Reiz: Hinter der unscheinbaren Fassade verbirgt sich ein Ort, an dem einige seiner bekanntesten Ideen und Abenteuerromane Gestalt angenommen haben sollen. Man stellt sich unweigerlich vor, wie Verne hier gearbeitet hat, während die Stadt draußen ihren Alltag lebte.

Heute ist das Haus ein Museum und verbindet historische Räume mit der Fantasie der berühmten Romane. Es vermittelt einen Eindruck davon, wie eng Vernes Werk mit seiner Umgebung verknüpft war – einer Stadt, die zwischen Kanälen, Industrie und klassischer Architektur genug Stoff für seine visionären Reisen geliefert haben dürfte. Es hatte geschlossen. So sind dann weiter zum Circus Jules Verne gelaufen.

Amiens hat uns sehr gut gefallen. Es gibt viel zu sehen ohne großen Trubel obwohl die Stadt groß ist. Diesen Reiseblog habe ich erst ein halbes Jahr später geschrieben. Im Mai 2026 haben wir Amiens noch mal besichtigt. Das war ein ganz anderes Bild. Sonnenschein, jede Menge junge und alte Leute und ausgelassene Stimmung bei Cocktail, Bier und Wein in den zahlreichen Restaurants. 

Unsere Reise ist hier zu Ende. Ich hoffe, es hat Dir gefallen und Du bist auch auf den Geschmack gekommen, Frankreich zu bereisen. Viel Spaß dabei und bis zur nächsten Reise.

Bayeux

Bayeux

Die charmante Kleinstadt ist bekannt für ihre gut erhaltene Altstadt, malerische Gassen und den kleinen Fluss Aure, der sich idyllisch durch das Stadtzentrum schlängelt.

Schon bei einem Spaziergang durch die historischen Straßen wird deutlich, warum Bayeux als eine der attraktivsten Städte der Region gilt. Mittelalterliche Gebäude, elegante Stadthäuser und liebevoll restaurierte Fassaden prägen das Stadtbild. Entlang des Flusses Aure laden kleine Brücken, blühende Gärten und gemütliche Cafés zum Verweilen ein. Besonders an sonnigen Tagen entsteht hier ein romantisches Ambiente, das Besucher sofort in seinen Bann zieht. Bayeux zählt für mich zu einer der schönsten Städte der Normandie.

Das Wahrzeichen der Stadt ist die imposante Kathedrale Notre-Dame de Bayeux. Mit ihren romanischen und gotischen Baustilen gehört sie zu den beeindruckendsten Sakralbauten der Normandie. Von vielen Punkten der Altstadt aus ragen ihre Türme über die Dächer der historischen Gebäude und prägen die Silhouette der Stadt.

Übernachtet haben wir in 15 min. vom Stadtkern entfernt auf einem Stellplatz mit WC und Dusche, der zu einem Bauernhof gehört. Super nett und ruhig.

 

Rouen

Rouen

Die historische Hauptstadt der Normandie, zählt zu den schönsten Städten Frankreichs. Mit ihren verwinkelten Gassen, beeindruckenden Fachwerkhäusern und bedeutenden Sehenswürdigkeiten fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt.

Hunderte liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser säumen die engen Straßen und verleihen Rouen seinen unverwechselbaren Charakter. Kleine Cafés, Boutiquen und traditionelle Restaurants laden dazu ein, die entspannte Atmosphäre der Stadt zu genießen. In vielen Ecken und Straßen findet man kleine Kunstwerke oder liebevolle Verschönerungen, sei es in der Luft oder in Blumenampeln.

Das Wahrzeichen Rouens ist die imposante Kathedrale Notre-Dame. Ihre kunstvoll gestaltete Fassade beeindruckte bereits den Maler Claude Monet, der sie in einer berühmten Gemäldeserie festhielt. Besonders bei wechselnden Lichtverhältnissen entfaltet das Bauwerk eine faszinierende Wirkung und zieht Besucher aus aller Welt an.

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist der historische Uhrenturm Gros-Horloge. Die prächtige astronomische Uhr aus dem 14. Jahrhundert überspannt eine der beliebtesten Straßen der Altstadt und gehört zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten Rouens. Von der Aussichtsplattform des Turms bietet sich ein wunderschöner Blick über die Dächer der Stadt bis hin zur Kathedrale. Das is uns leider entgangen. Die kunstvoll verzierte Fassade und die beeindruckende Mechanik machen den Uhrenturm zu einem faszinierenden Zeugnis mittelalterlicher Ingenieurskunst.

Für Reisende mit dem Wohnmobil oder Camper gibt es bei einem Besuch in Rouen einige Besonderheiten zu beachten. Da die Stadt zu den französischen Umweltzonen gehört, ist für die Einfahrt die sogenannte Crit’Air-Plakette erforderlich. Diese Umweltplakette sollte bereits vor der Reise online beantragt werden, da sie bei Kontrollen vorgezeigt werden muss. Das Prozedere dauert bis zu 3 Wochen inkl. Versand der Plakette.

Auch die Parkplatzsuche kann insbesondere für größere Camper und Wohnmobile eine Herausforderung darstellen. Die engen Straßen der historischen Altstadt sowie begrenzte Parkmöglichkeiten machen das Abstellen größerer Fahrzeuge im Zentrum oft schwierig. Wir waren zum Glück ohne Fahrräder unterwegs und sind mit unserem Camper nur 5,40 m lang, so dass wir auf der Hauptstraße am Fluss noch einen Parkplatz ergattern konnten.