Start 5 Schlagwort: Reisebericht ( Page 5 )

Cherbourg

Cherbourg- Jardin de Senteur

Duftende Ruhe und enge Gassen – Ein Besuch im Jardin de Senteur in Cherbourg
In Cherbourg suchten wir den Jardin de Senteur. Dieser kleine Duftgarten ist eine grüne Oase mitten in der Stadt und lädt dazu ein, für einen Moment der Straße zu entfliehen. Bevor wir die entspannte Atmosphäre genießen konnten, wartete allerdings eine ganz andere Herausforderung auf uns.

Die engen Straßen rund um den Garten und die historischen Häuser von Cherbourg verlangten volle Konzentration. Die schmalen Gassen ließen kaum Spielraum, und eine geeignete Parklücke zu finden, erwies sich als schwieriger als gedacht. Deshalb bin ich am versteckten Eingang in einer Wohnstraße ausgestiegen. Wenn mein Mann einen Parkplatz gefunden hat, will er nachkommen.

In der Zwischenzeit genoss ich das Summen der Insekten und die ruhige Atmosphäre in dem Garten der Sinne. Liebevolle Ecken und Teilbereiche wurden dort angelegt. In den Gewächshäusern gab es viele interessante Pflanzen. Ein herrlicher Ort. Nachdem ich am Ende angekommen war stellte ich fest, dass es einen weiteren Ein- bzw. Ausgang gab. Dort war ein großer Platz mit einem Kriegerdenkmal.

So rief ich meinen Mann an und sagte, er könne mich abholen. Da hatte er gerade mühevoll eingeparkt. Cést la vie sagt man in Frankreich :-).

Der Jardin de Senteur in Cherbourg ist kein Ort, der in einem Reiseführer steht, aber genau solche versteckten Ecken bleiben lange in Erinnerung.

La Hague – Umgebung

Umgebung La Hague

Unser Weg führt heute zu einem kleinen Garten in Cherbourg. La Hague ist eine größere Stadt und bildet eine Halbinsel innerhalb der Halbinsel Cotentin. Für uns nicht so attraktiv. Deshalb ein paar Fotos von unterwegs.

Vauville-sur-Mer

Vauville-sur-Mer

Vauville-sur-Mer ist einer dieser Orte, an denen man automatisch einen Gang herunterschaltet. Der kilometerlange Sandstrand, die weitläufigen Dünen und die raue Küstenlandschaft laden dazu ein, die Natur in aller Ruhe zu genießen.

Bei Ebbe entstehen riesige Sandflächen, die sich perfekt für lange Spaziergänge eignen oder in den Atlantik einzutauchen. Hinter dem Strand führen Wanderwege durch geschützte Dünengebiete und auch Radfahrer sowie Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten.

Ein besonderes Highlight ist der botanische Garten von Vauville, in dem dank des milden Klimas sogar exotische Pflanzen gedeihen. Der war leider geschlossen. Wenn es geht besuche ich jeden Garten in unseren ausgewählten Orten.

Vauville-sur-Mer begeistert nicht durch große Attraktionen, sondern durch seine Ruhe, seine Weite und die ursprüngliche Schönheit der normannischen Küste. Ein perfekter Ort für alle, die Natur, Meer und Entschleunigung suchen.

Dunes de Heauville et Vastéville

Dunes de Héauville

Auf dem Weg zu unserem nächsten Übernachtungsplatz wollten wir uns noch etwas die Beine vertreten und steuerten das Naturschutzgebiet von Héauville an. Schon die Anfahrt mit dem Camper war ein kleines Abenteuer. Die Wege waren stellenweise so ursprünglich, dass wir kurz überlegten, ob wir noch auf einer Straße oder schon auf einer Offroad-Strecke unterwegs waren. An dieser Stelle ein respektvoller Gruß an alle Allrad-Fahrer – ihr hättet hier definitiv euren Spaß gehabt.

Kaum hatten wir den Camper geparkt, ging es auch schon los. Der Wanderweg führte uns durch eine wunderschöne Dünenlandschaft, vorbei an Grasflächen, Sandwegen und immer wieder tollen Ausblicken auf den Ärmelkanal. Wind, Wellen und jede Menge Natur – viel mehr braucht es manchmal nicht.

Unser Ziel war diesmal kein Leuchtturm, kein Aussichtspunkt und auch kein Café. Nein, wir waren mal wieder auf Bunkerjagd. Entlang der Küste stehen noch zahlreiche Überreste des Atlantikwalls. Die mächtigen Betonkolosse aus dem Zweiten Weltkrieg wirken heute fast surreal zwischen Dünen, Strand und Meer. Teilweise hat sich die Natur die Bauwerke bereits zurückerobert, was ihnen einen ganz besonderen Charakter verleiht.

Die Landschaft rund um Héauville ist dabei mindestens genauso beeindruckend wie die historischen Relikte. Weite Sandstrände, sanfte Dünen, raue Klippen und der endlose Blick über den Ärmelkanal sorgen dafür, dass man automatisch langsamer wird und einfach nur genießt. Hier geben Wind, Wellen und Gezeiten den Takt vor.

Die eigentliche Herausforderung kam allerdings erst auf dem Rückweg. Vom Strand mussten wir wieder hinauf auf die hohe Düne, auf der unser Wanderpfad verlief. Was von oben noch harmlos ausgesehen hatte, entwickelte sich schnell zu einer sportlichen Herausforderung. Jeder Schritt nach oben wurde vom lockeren Sand gefühlt wieder halb zunichtegemacht. Irgendwann schnauften wir uns Stück für Stück nach oben und fragten uns ernsthaft, ob die Düne vielleicht heimlich gewachsen war, während wir unten am Strand unterwegs waren.

Irgendwann erreichten wir den Pfad dann doch – leicht außer Atem, aber um eine schöne Wanderung reicher. Genau solche Orte machen für uns den Reiz der Normandie aus: wenig Trubel, viel Natur, spannende Geschichte und immer wieder kleine Abenteuer, mit denen man vorher nicht gerechnet hat.

Port Dielette

Port Dielette

Auf dem Weg nach Vauville-sur-Mer kommen wir an der wilden Westküste der Halbinsel Cotentin vorbei. Dort liegt zwischen grünen Hügeln und den Felsen des Cap de Flamanville der Yachthafen „Port Dielette“.

Ursprünglich war Dielette ein kleiner Fischerei- und Handelshafen. Im 19. Jahrhundert gewann der Ort durch den Abbau und den Export von Granit an Bedeutung. Noch heute erinnern einige historische Bauwerke an diese Zeit, als die Steine aus den umliegenden Steinbrüchen von hier aus in viele Teile Frankreichs verschifft wurden. Heute präsentiert sich Port Dielette als moderner Yachthafen mit mehreren hundert Liegeplätzen.

Besonders reizvoll ist die Lage des Hafens. Von hier aus bieten sich herrliche Spaziergänge entlang der Küste mit spektakulären Ausblicken auf den Ärmelkanal. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zu den Kanalinseln. Auch Wanderer schätzen Dielette als Ausgangspunkt für Touren entlang der beeindruckenden Klippenlandschaft des Cotentin.