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Saint Malo

Saint-Malo – Eine Stadt mit rauer Vergangenheit

Saint-Malo hat nicht nur eine hübsche Postkartenkulisse zu bieten. Die Stadt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und war einst eine bedeutende Seefahrer- und Handelsstadt. Besonders bekannt wurden die sogenannten Korsaren von Saint-Malo, die im Auftrag des französischen Königs feindliche Handelsschiffe aufbringen durften.

Unser Ziel ist natürlich die berühmte Altstadt Intra-Muros, also der Bereich „innerhalb der Mauern“. Klingt zunächst ein bisschen nach Mittelalter zum Anfassen – und tatsächlich fühlt es sich auch genauso an. Schon von außen macht die gewaltige Stadtmauer ordentlich Eindruck. Dicke Granitsteine, Türme und Bastionen umschließen die Altstadt und lassen keinen Zweifel daran, dass Saint-Malo früher nicht nur hübsch, sondern vor allem wehrhaft sein musste.

Einmal rund um die Altstadt

Natürlich wollen wir nicht nur unten durch die Gassen schlendern. Die Stadtmauer muss erklommen werden – schließlich wollen wir Saint-Malo von oben sehen. Der Rundweg auf der Mauer ist fast zwei Kilometer lang und bietet ständig neue Ausblicke. Auf der einen Seite liegt die Altstadt mit ihren engen Gassen und den typischen bretonischen Granithäusern, auf der anderen Seite öffnet sich das Meer.

Intra-Muros – enge Gassen und alte Gemäuer

Dann geht es hinein in die Altstadt. Intra-Muros ist ein Gewirr aus engen Gassen, kleinen Geschäften, Restaurants und Cafés. Die Häuser stehen dicht an dicht und bestehen größtenteils aus dem typischen grauen bretonischen Granit.

Doch die historische Kulisse täuscht ein wenig: 1944 wurde Saint-Malo im Krieg zu großen Teilen zerstört. Nach dem Krieg entschied man sich, die Altstadt möglichst historisch wiederaufzubauen. Ab 1948 wurden alte Pläne, Fotos und erhaltene Bauteile genutzt, sogar Steine aus den Trümmern fanden wieder Verwendung. So entstand das heutige Intra-Muros – alt aussehend, aber teilweise erstaunlich jung.

Nach den vielen historischen Gebäuden lohnt es sich, einfach treiben zu lassen. Mal links, mal rechts – und bloß keinen ausgeklügelten Stadtrundgang! Irgendwann landet man sowieso wieder dort, wo man schon einmal war. Eine schöne Mischung aus historischem Ambiente und quirligem Leben.

Die aktuelle Ausstellung von Lucky Luke habe ich leider nicht gesehen. Es war nicht um die Ankunftszeit geöfnnet. Es gibt natürlich meine Lieblingsschilder über den Restaurants. Ein paar schöne waren dabei oder die Deko über einer Bar. Nachfolgend meine Auswahl für Dich.

Der Hafen – Schiffe statt Mittelalterromantik

Saint-Malo und die Seefahrt – das gehört zusammen wie Wind und Wellen. Über Jahrhunderte war die Stadt ein bedeutender Hafen für Händler, Entdecker und vor allem für die berüchtigten Korsaren. Von hier aus stachen sie in See und machten Saint-Malo weit über die Bretagne hinaus bekannt.

Heute geht es im Hafen wesentlich entspannter zu: Fähren, Segelboote und Ausflugsschiffe ziehen an uns vorbei, während Spaziergänger gemütlich am Kai entlangschlendern. Doch dann entdecken wir einen ganz besonderen Hingucker: L’Étoile du Roy. Der imposante Dreimaster ist ein originalgetreuer Nachbau eines historischen französischen Korsarenschiffs aus dem 18. Jahrhundert. Mit seinen hohen Masten, den vielen Kanonen und dem gewaltigen Holzrumpf wirkt er, als hätte jemand kurzerhand ein Stück Seefahrtsgeschichte aus dem Museum ins Hafenbecken gestellt.

Fort National – Festung mit Ebbe-Ticket

Direkt vor Saint-Malo liegt das Fort National auf einer kleinen Felseninsel – und der Weg dorthin ist etwas ganz Besonderes: Bei Ebbe kann man einfach zu Fuß hinüberlaufen. Bei Flut wird der Weg allerdings ziemlich schnell zur nassen Angelegenheit, deshalb sollte man unbedingt die Gezeiten im Blick behalten.

Das Fort ließ Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert nach den Plänen des berühmten Festungsbaumeisters Vauban errichten. Es sollte Saint-Malo vor Angriffen vom Meer schützen und den Zugang zum Hafen sichern. Heute spazieren wir deutlich entspannter über den ehemaligen Militärstützpunkt und genießen vor allem den grandiosen Blick auf Saint-Malo, die Stadtmauer und die Küste.

Und irgendwie hat das Ganze etwas von einem kleinen Abenteuer: Man wartet auf die Ebbe, marschiert trockenen Fußes zur Festung und sollte anschließend besser nicht trödeln – schließlich möchte niemand unfreiwillig auf der Festungsinsel übernachten. 😄

Unweit links davon gibt es ein Schwimmbad. Dieses kann man nur bei Ebbe benutzen. Sonst bleibt lediglich der Sprungturm zu sehen. Die nächsten zwei Fotos zeigen die Ansichten bei Ebbe und ca. 8 m höherem Meeresspiegel. Lustig oder?

 

Mit dem Schiff durch die Bucht von Saint-Malo

Vom Wasser aus zeigt sich Saint-Malo noch einmal von seiner schönsten Seite. Unsere kommentierte Bootsfahrt führt entlang der Stadtmauer, vorbei an Saint-Servan, Dinard, dem Fort National, Grand Bé und dem Fort de la Conchée. Dazu gibt es spannende Geschichten über Korsaren, Seefahrt und die beeindruckenden Gezeiten der Bucht. Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden und der Matrose als Pirat verkleidet hat uns sehr imponiert. Schade nur, dass wir kein Französisch verstehen. Deutsche Informationen gaben es leider nicht.

Als Segler lieben wir es einfach zwei Stunden schippern, schauen und staunen und entspannt fotografieren – ganz ohne Blasen an den Füßen. So gefällt uns Sightseeing!

Mémorial 39-45 – Geschichte mit Meerblick

Wenn du dich für Geschichte interessierst, lohnt sich ein Besuch des Mémorial 39-45 auf der Cité d’Alet. In den ehemaligen deutschen Bunkeranlagen tauchst du in die Geschichte Saint-Malos während des Zweiten Weltkriegs ein. Die Ausstellung erzählt von Besatzung, Befreiung und dem Wiederaufbau der Stadt.

Und nach so viel Geschichte gibt es draußen einen echten Kontrast: Genieße die wunderschöne Aussicht über das Meer, die Rance und hinüber nach Saint-Malo. Geschichte und Meeresblick – diese Kombination bleibt garantiert im Kopf. Ein paar Fotos konnte ich auf der Schifffahrt von der Meer-Ansicht machen.

Die letzten drei Nächte haben wir hier übernachtet:

Domaine de la ville Huchet

Der Campingplatz hat eine Schwimmlandschaft innen und außen. Die ist sehr nett. Das Bier vom Faß kostet 7,50 €, ist ein bisschen viel finde ich. Die Übernachtung kostet mit ACSI 21 € inkl. Strom pro Nacht. Es gibt einen Baguette-Service, kleinen Shop, Snacks und Getränke an einer Bar mit kleiner Außenterrasse. Mit dem Fahrrad braucht man ca. 25 min. bis zur Stadtmauer. Die Plätze sind tlw. etwas uneben, aber auf den Wiesen mit einer Matte verstärkt, falls es sehr nass ist. Der Upload Internet ist grottenschlecht, für alle, die Blog schreiben oder arbeiten wollen bucht man besser für 3 Geräte 24 St WLAN für 6 €. Wir würden wieder hier übernachten und geben eine klare Empfehlung. 

Mit diesem Möwenportrait verabschiede ich mich von Saint-Malo.

Radwandern nach Dinard

Radwandern nach Dinard

Eine Stunde Schlaf und dann ab nach Dinard – was soll schon schiefgehen?

Ein neuer Morgen – und ich habe sage und schreibe eine Stunde geschlafen. Eine! Das wird bestimmt ein großartiger Tag. Super Voraussetzungen also für eine Fahrradtour. Da die Nacht insgesamt eher unter „kann man mal machen, muss man aber nicht“ lief, beschlossen wir kurzerhand, noch eine Nacht in Saint-Malo dranzuhängen.

Ursprünglich hatten wir überlegt, mit dem Schiff nach Jersey zu fahren. Klang toll – bis wir den Preis gesehen haben: gut 200 Euro für die Überfahrt. Und irgendwo hört bei uns dann auch die maritime Romantik auf. Für das Geld können wir schließlich auch ein paar Tage länger durch Frankreich radeln.

Also musste ein neuer Plan her. Und den hatte natürlich mein Liebster. „Wir fahren mit dem Fahrrad nach Dinard. Über das Gezeitenkraftwerk!“ Klar. Warum auch einfach nach Dinard fahren, wenn man unterwegs noch ein Gezeitenkraftwerk einbauen kann? Auf solche Ideen steht mein Mann. Technik gucken, Landschaft genießen – und ich freute mich immerhin auf eine schöne Radtour.

In Dinard wollten wir dann gemütlich in den Wasserbus steigen und über das Wasser zurück nach Saint-Malo schippern. Klang nach einem perfekten Plan. Theoretisch. Vorsorglich zog ich schon mal meine Berg-Sandalen an. Man weiß ja nie. Und tatsächlich: Die Entscheidung sollte sich noch als ausgesprochen weise erweisen. 😂

Der Radweg – er war einmal

Die ersten drei Kilometer liefen noch völlig unspektakulär. Dann war plötzlich Schluss mit Radweg. Einfach weg. Also schoben wir unsere Fahrräder durch einen Park. Hier gab es ein schönes Schloss zu sehen. Danach wurde es allerdings richtig interessant. Dank Google Maps landeten wir auf einem Wanderpfad. Sehr schön! Natur, Wurzeln, kleine Wege, hoch und runter – alles wunderbar.

Nur leider hatte Google zwei kleine Details übersehen: Wir waren mit Fahrrädern unterwegs. Jetzt weiß ich auch endlich, woher der Begriff „Radwandern“ kommt. Man wandert nämlich – mit seinem Fahrrad. Der Weg führte munter über Wurzeln und unwegsames Gelände. Mit meinem neuen 30-Kilo-E-Bike wurde daraus eher eine Mischung aus Wandern, Gewichtheben und Fluchen. Aber immerhin: Die Landschaft war wunderschön. Und irgendwann endete der Wanderweg tatsächlich – direkt am Gezeitenkraftwerk.

Unten begegnete uns noch ein Schweizer Backpacker mit Fahrrad. Wir haben ihn natürlich freundlich gewarnt. Er nahm unseren Rat dankbar an und entschied sich für die Straße.

Dinard – angekommen und schon wieder schieben

Irgendwann haben wir es tatsächlich nach Dinard geschafft. Und siehe da: Es wurde richtig nett! Ein kleiner, hübscher Ort mit Wasser, Strand und einem großen Park – genau das, was man nach unserer kleinen Wanderung mit Fahrrädern jetzt dringend braucht.

Natürlich durften wir auch hier am Wasser wieder schieben. Aber diesmal war das völlig okay. Ebenerdig! Ein Traum! Nach unserem Wurzel-Abenteuer fühlte sich das fast wie eine Wellnessbehandlung für Radfahrer an. 😄 Doch dann kam die Anlegestelle für den Wasserbus. Und natürlich wartete dort schon die nächste kleine Herausforderung auf uns: eine steile Treppe mit einer schmalen Rinne an der Seite.

Na klar! Genau das Richtige für ein 30-Kilo-E-Bike. Also wieder: Fahrrad packen, konzentrieren und Stufe für Stufe nach unten manövrieren. Ich sage euch ganz ehrlich: So unausgeschlafen, wie ich inzwischen war, hatte ich irgendwann endgültig die Nase voll. Ich wollte nicht mehr wandern, nicht mehr schieben und schon gar keine Treppen mehr mit einem Fahrrad bezwingen.

Endlich aufs Wasser!

Und dann war es endlich so weit: Fahrräder verstaut, wir an Bord – und ab ging es mit dem Wasserbus. Was für eine Wohltat! Das Wetter spielte mit: wechselnd bewölkt, aber angenehm, dazu ein frischer Fahrtwind. Nach der schwülen und durchaus sportlichen Radtour fühlte sich das jetzt an wie eine kostenlose Klimaanlage vom Atlantik. Herrlich!

Wir konnten einfach sitzen, schauen und uns vom Wasser tragen lassen. Und dann kam die Belohnung für all unsere Mühen: Saint-Malo vom Wasser aus. Vor uns tauchten Intra Muros und die mächtige Stadtmauer auf. Vom Wasser aus wirkt die historische Altstadt noch einmal ganz anders – imposant, wunderschön und einfach traumhaft.

Café au lait, Crêpes und zurück nach Saint-Malo

Wieder in Saint-Malo angekommen, belohnten wir uns erst einmal mit dem, was man nach so einer Tour einfach braucht: Café au lait und Crêpes. ☕🥞 Schließlich muss man die verbrauchten Kalorien ja irgendwie wieder auffüllen! Danach schnappten wir unsere Fahrradtaschen und machten uns doch noch auf den Weg hinauf auf die Stadtmauer von Intra Muros. Anschließend schlenderten wir durch ein paar der hübschen Gassen und ließen den Tag ganz entspannt ausklingen.

Fort La Latte / Cap Fréhel / Saint Malo

Fort La Latte

Manchmal fühlt man sich auf Reisen wie in einem Film – und genau so ein Moment erwartet einen bei Fort La Latte. Dramatisch auf einer Klippe über dem Meer thronend, wirkt diese mittelalterliche Burg, als hätte sie nur darauf gewartet, dass gleich ein Piratenschiff am Horizont auftaucht.

Dieser Ort ist wohl für den Film gebaut worden. Nur wusste das damals wohl noch keiner. Einer der bekanntesten ist wohl der Film Die Wikinger mit Kirk Douglas und Tony Curtis. Ich persönlich kann eher etwas mit Lanzelot oder Tristan und Isolde anfangen. Der Atlantik liefert dabei die passende Soundkulisse – tosende Wellen, kreischende Möwen und eine steife Brise, die garantiert dafür sorgt, dass die Frisur genauso „authentisch“ aussieht wie die Kulisse.

Leider hatten wir heftigen Regen. Wir wollten nämlich noch zum Chateau de Guildo. Das haben wir dann verworfen, denn Camper durften die Straße bis dahin nicht fahren.

Cap Fréhel

Le Phare du Cap Fréhel (Leuchtturm) wurde bis 1950 gebaut und ragt bis 70 m über das Meer hinaus.

Die berühmten rosa Granitfelsen leuchten je nach Sonnenstand mal sanft, mal intensiv und bilden einen spektakulären Kontrast zum tiefblauen Atlantik. Dazwischen tauchen immer wieder dunklere Schieferabschnitte auf, die der Küste eine raue, fast dramatische Note verleihen – als hätte die Natur beschlossen, hier gleich mehrere Kunststile auszuprobieren. Einen Sekundenmoment konnte ich das sehen. Die Fotos zeigen es leider nicht. Das nächste Mal.

Cap Fréhel ist wild, ehrlich und komplett unbeeindruckt davon, ob man vorbereitet ist oder nicht.

Saint Malo

So gerne hätten wir den Ort und den Hafen besucht. Aber leider haben wir keinen Parkplatz gefunden. Da mein Liebster momentan nicht so gut laufen kann und das Wetter grottenschlecht war, sind wir ein wenig frustriert weiter gefahren. Auf dem Weg nach Saint Brieuc hat wieder ein Volkslauf stattgefunden, genau wie in Le Mont Saint Michel. So viele Menschen waren wir gar nicht mehr gewohnt.

In der Nähe vom Cap d´Erqui haben wir einen schönen Parkplatz mit wundervoller Aussicht ergattern können und eine Pause gemacht. Da konnten unsere Schirme trocknen. Denn wohin im kleinen Camper mit nassen Sachen?

Es ist nicht immer einfach, in Frankreich (wahrscheinlich auch in anderen Ländern) einen Parkplatz Nähe Wasser zu ergattern, weil die Einfahrt auf 1,90 bis 2 m Höhe begrenzt ist. Was ich durchaus verstehen kann. Wenn ein Parkplatz extra für Camping-Cars ausgewiesen ist, parken die Franzosen mit ihren Autos da drauf. Schon beeindruckend, diese Gedankenlosigkeit. Wir haben erlebt, dass ein Franzose einen angemeckert hat und tatsächlich ist der Autofahrer weggefahren. So ist das halt!

Hier habe ich nur ein paar triste Fotos von der Fahrt.