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Quimper

Quimper

Die bretonische Stadt Quimper begeistert sofort mit ihrer lebendigen Atmosphäre, den charmanten Gassen und der typisch französischen Gelassenheit. Zwischen historischen Fachwerkhäusern, kleinen Cafés und grünen Uferwegen zeigt sich die Bretagne hier von ihrer besonders freundlichen und einladenden Seite.

Eine Altstadt wie aus dem Bilderbuch

Schon beim ersten Spaziergang durch die Altstadt von Quimper fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt. Bunte Fachwerkhäuser lehnen sich leicht schief aneinander, Blumen schmücken die Fenster, und überall laden kleine Geschäfte und Crêperien zum Verweilen ein.

Die bretonischen Steigungen – sportlich und lohnenswert

Quimper liegt nicht flach – und genau das macht die Stadt mal wieder so spannend, wie auch andere davor. Die kleinen bzw. großen Anstiege und hügeligen Straßen gehören einfach zur Bretagne dazu. Gerade mit dem Fahrrad sorgen die Steigungen immer wieder für schöne Ausblicke über Dächer, Flussläufe und grüne Hügel … und für Muskelkater trotz E-Bike.Uns hat das Städtchen gut gefallen. Hier konnte man – nicht wie in Morlaix – mit dem Camper auf einem großen Parkplatz oberhalb gut parken, die Räder abschnallen und losradeln.

Concarneau

Concarneau

Kaum ein Ort verbindet bretonische Atmosphäre, maritime Geschichte und literarische Spannung so eindrucksvoll wie Concarneau. Die lebendige Hafenstadt an der Südküste der Bretagne wurde durch die Kriminalromane rund um Kommissar Dupin weit über Frankreich hinaus bekannt. Wer durch die engen Gassen der Altstadt schlendert oder am Atlantikhafen entlanggeht, erkennt viele Schauplätze wieder, die Leser und Fernsehzuschauer aus den Dupin-Geschichten kennen. Das Wahrzeichen der Stadt ist die berühmte Ville Close – eine vollständig von mächtigen Festungsmauern umgebene Altstadt auf einer kleinen Insel im Hafen. Schon beim Betreten durch das steinerne Stadttor fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Leider wussten wir nicht, dass hier Feiertag war und es war einfach zu viel los für entspanntes Fotografieren.

Zwischen Granithäusern, kleinen Geschäften und bretonischen Crêperien entfaltet sich ein besonderes Flair. Die schmalen Gassen, die alten Mauern und der Blick auf die Fischerboote verleihen Concarneau eine fast filmreife Kulisse – perfekt für die Ermittlungen von Kommissar Dupin.

Radtour zum La Cale de Beg Meil

Wir hatten wirklich einen Wetter-Jackpot. Wind, Sonne und gefühlt fast Badewetter — wenn der Atlantik nicht die charmante Kühlschrank-Eigenschaft hätte.

Vor dem Urlaub habe ich noch ganz selbstbewusst zu meinem Mann gesagt:
„Ach, hier ist es längst nicht so steil wie in der Normandie.“ Tja. Diese Aussage möchte ich hiermit offiziell zurückziehen, widerrufen und am liebsten aus allen Protokollen löschen. Den Berg sind wir zwar hochgekommen — allerdings klangen wir oben angekommen wie zwei alte Dampflokomotiven auf Klassenfahrt.

Den Berg sind wir zwar hochgekommen — allerdings klangen wir oben angekommen wie zwei alte Dampflokomotiven auf Klassenfahrt. Pfeifend aus dem letzten Loch, aber immerhin noch lebendig.

Unsere Radtour hatte alles im Programm: von der Ebbe zerfurchte Flussläufe, Berge, verwunschene Waldwege mit Bäumen links, rechts und gefühlt auch über uns, dazu Strandkulisse wie aus einem Bretagne-Prospekt. Wirklich traumhaft. Am Zipfel angekommen haben wir uns erst einmal ein Eis gegönnt und am Strand die Sonne genossen.

Das eigentliche Abenteuer kam allerdings erst auf dem Rückweg. Google Maps dachte sich offenbar: „Normale Wege kann ja jeder.“ Also wurden wir über einen Waldweg geschickt, der eher aussah wie das Trainingsgelände für Mountainbike-Profis mit Todessehnsucht. Ein kleiner Bach lief fröhlich den Berg herunter und überall Steine und Wasser — und wir mittendrin mit unseren Rädern.

Die Tour war schön und außerdem ist Abwechslung das A und O.

Mont Saint-Michel de Brasparts

Mystischer Berg in den Monts d’Arrée

Auf dem Weg nach Concarneau machen wir einen Zwischenstop an dieser Kirche. Hier haben wir einen Rundumblick auf Dünenlandschaft ganz anderer Vegetation. Ich dachte, wir sind in Zoutelande an den Dünen. Wir haben recherchiert: Am 23.07.22 gab es im Finistère einen großflächigen Brand in der Bretagne.

Mitten in den wilden Landschaften der bretonischen Monts d’Arrée erhebt sich der geheimnisvolle Mont Saint-Michel de Brasparts. Wer hier oben steht, blickt über eine der ursprünglichsten Regionen der Bretagne und wird vom Winde verweht.

Früher glaubten die Menschen, dass hier die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten verlief. Nebel, Moorlandschaften und die oft raue Witterung verstärkten den geheimnisvollen Ruf der Gegend zusätzlich: weite Heideflächen, moorige Ebenen, dunkle Hügel und ständig wechselndes Licht verleihen der Gegend eine fast mystische Atmosphäre.

Der Berg gehört zu den eindrucksvollsten Orten im Département Finistère und ist ein beliebtes Ziel für Wanderer, Naturliebhaber und Bretagne-Fans.

 

Morlaix

Streetart, steile Straßen und die verzweifelte Parkplatzsuche mit dem Camper

Eigentlich hatten wir einen ganz entspannten Plan auf dem Weg nach Concarneu. Ein bisschen durch Morlaix mit dem Fahrrad fahren, die berühmte Streetart anschauen und gemütlich einen Kaffee trinken.

Was wir nicht bedacht hatten:
Morlaix ist ungefähr senkrecht gebaut und wir sind mit dem Camper unterwegs, plus Fahrräder hinten drauf. Also quasi ein mittelgroßer Linienbus mit Fahrradschwanz.

Schon bei der Einfahrt nach Morlaix wurde klar: Hier geht es entweder steil hoch oder steil runter. Dazwischen gibt es nur kurze Momente emotionaler Erholung. Die Straßen winden sich durch die Stadt, links und recht tlw. uralte Häuser und wir mittendrin mit unserem rollenden Ferienapartment.

Unser Ziel war eigentlich ganz harmlos: irgendwo parken und die Streetart-Tour machen. Morlaix ist nämlich bekannt für seine riesigen Wandgemälde und kreative Kunst an den Häuserfassaden. Wirklich beeindruckend. Wenn man es schafft auszusteigen. Denn jeder Parkplatz in der Innenstadt ist für unser Gefährt nicht geeignet oder verboten.

Die Stadt mit ihrem berühmten Viadukt, den historischen Fachwerkhäusern, den Treppengassen und den riesigen Streetart-Werken ist absolut sehenswert.

Nur vielleicht…

  • nicht unbedingt mit einem Camper,
  • Fahrrädern hinten dran,
  • und dem naiven Glauben, „wir finden schon schnell was“. Was sonst immer geht

Am Ende haben wir zwar keinen perfekten Parkplatz gefunden, dafür aber:

  • mehrere neue Schimpfwörter erfunden,
  • unsere Kupplung getestet,
  • ein paar Werke aus dem Auto gesehen
  • und festgestellt, dass Kultur manchmal echte Opfer verlangt

Le Diben

Le Diben

An der zerklüfteten Nordküste der Bretagne liegt mit Le Diben ein kleiner Hafenort, der bis heute den ursprünglichen Charakter der bretonischen Küste bewahrt hat. Zwischen granitenen Felsformationen, schmalen Wanderpfaden und dem rauen Atlantik entfaltet sich hier eine Landschaft, die zugleich wild und beruhigend wirkt.

Der kleine Naturhafen von Le Diben gehört zur Gemeinde Plougasnou und war jahrhundertelang ein wichtiger Ausgangspunkt für Fischer und Küstenschifffahrt. Noch heute schaukeln traditionelle Boote im Wasser, während sich bei Ebbe große Sand- und Schlickflächen zeigen – typisch für die Gezeitenküste der Bretagne. Wir hatten das Glück einen Stellplatz – zudem kostenlos – mit Blick auf den kleinen Hafen zu ergattern. Es war so still an diesem Ort, wie ich es sonst nur von meinem Lieblingsplatz an der Müritz kenne.

Für Wanderfreunde ist Le Diben ein idealer Ausgangspunkt. Entlang der Küste verläuft der berühmte bretonische Fernwanderweg GR 34, auch „Zöllnerpfad“ genannt. Der Weg führt direkt an den Klippen entlang und eröffnet spektakuläre Ausblicke auf Buchten, Inseln und das offene Meer.

Es war so entspannt, dass ich seit langer Zeit wieder einmal zum Macro-Fotografie gefunden habe. Es gibt so viele Motive – selbst auf einem Randstreifen hinter der Leitplanke…

Hier haben wir kostenlos übernachtet:

Port de Primel – Le Diben 29630

Ein Link von Park4Night, der Ort wurde nur falsch gespeichert. Im Juli-August kostet der 5 € die Nacht. 

Trégastel

Trégastel

ist quasi unser Nachbarort genau wie Perros-Guirec. Man hat beide Orte in 10 min mit dem Rad erreicht. Perfekt für unser Rad-Event heute bei trockenem Wetter und Sonnenschein – zumindest ab und an.

Hast Du schon einmal von Trégastel gehört? Dieser wunderschöne Ort in der Bretagne hat so einiges zu bieten. Besonders beeindruckend ist das Aquarium von Trégastel, das sich einzigartig in rosafarbenen Granitfelsen befindet. Beim Erkunden tauchst Du in eine faszinierende Unterwasserwelt ein und kannst viele spannende Meeresbewohner hautnah erleben. Vor allem die riesigen Langusten.

Ein weiteres Highlight ist das historische Gefängnis von Trégastel. Auch wenn es heute nicht mehr als Gefängnis genutzt wird, erzählt es dir viel über die Geschichte des Ortes und lässt dich in vergangene Zeiten eintauchen.

Trégastel ist perfekt, wenn du Natur, Kultur und besondere Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden möchtest. Egal ob du entspannen oder Neues entdecken willst – hier findest du garantiert etwas, das dich begeistert. Mich haben – wie immer – die Steine und das Farnfeld begeistert. Denn ich dachte, dass Farne nur im Wald und Halbschatten wachsen und diese sind hier voll in der Sonne.

 

Aquarium Trégastel

So etwas habe ich noch nie gesehen. In diese riesigen Steine eingebaut ein Aquarium – unfassbar. Sehr nett gemacht und lohnenswert. Über Tierschutz oder -Quälerei kann man sicher auch hier streiten.

Hier haben wir übernachtet:

Camping Tourony ASCI

Sehr schön an einer Bucht gelegen. Unten jeweils ein Foto bei Ebbe und eins bei Flut. Sanitäranlagen sehr gepflegt und sauber. Freundlicher Empfang! Jeden Tag kommt ein anderer „Imbisswagen“ ab 18 Uhr auf den Platz. Gestern war es einer mit Crêpe und Galette und heute mit herzhaften Gerichten. Ein etwas anderes Niveau als Imbiss wie wir ihn kennen. Ich hatte Rochen mit Gemüse und Fritten (gegen Kartoffel-Pü getauscht) und mein Liebster eine leckere Bratwurst zu den Fritten. Ich wusste gar nicht, dass man Rochen essen kann. Wunderbares zartes Filet ohne Gräten. Als Nachtisch Zitronen-Tartes. Leben wie Gott in Frankreich sag ich nur!

Tourony

Tourony

Bisher hatten wir ja ein echtes Händchen für unsere Campingplätze – quasi ein sechster Sinn für „hier wird’s schön“ und wir bekommen einen Platz. Also sind wir diesmal extra früh los und standen schon gegen 11 Uhr auf dem Platz.

Damit wir wenigstens halbwegs würdevoll und vor allem trocken in den Camper kommen, haben wir kurzerhand unser Sonnensegel umfunktioniert – zack, neues Leben als Regensegel! Improvisation Level: Camping-Profi. Und siehe da: Es funktioniert! Das Auto bleibt und wir bleiben trocken und alles Nasse wird konsequent draußen aussortiert.

Tourony liegt eingebettet in eine der beeindruckendsten Küstenlandschaften Frankreichs. Hier trifft der Atlantik auf bizarre Felsformationen, die aussehen, als hätte ein Künstler zu viel Zeit und zu viel Fantasie gehabt. Das Highlight: die berühmte rosa Granitküste rund um Ploumanac’h.

Zwischen den Felsen schlängeln sich kleine Wege entlang der Küste. Perfekt für Spaziergänge, bei denen man normalerweise entweder tiefgründig in den Horizont schaut… oder verzweifelt versucht, nicht vom Wind in die nächste Zeitzone geweht zu werden.

Tja: ausgerechnet bei uns ist der Wind offenbar im Urlaub. Kein dramatisches Haare-im-Gesicht, kein heldenhaftes Gegen-den-Sturm-Ankämpfen – stattdessen könnten wir entspannt Schlendern. Fast schon enttäuschend. Aber gut, für unsere geplante Radtour ist das Ganze natürlich ein Volltreffer. Man kann eben nicht alles haben. Dafür muss es morgen aber trocken sein.

Skulpturengarten in der Nähe

Direkt am Ortseingang von Ploumanac’h liegt dieser etwas ungewöhnliche Park: ein Freilichtmuseum aus rosa Granit – also quasi Kunst, die perfekt zur Landschaft passt. Eine Mischung aus moderner Kunst, bretonischer Mythologie und abstrakten Formen. Der Park ist kein klassisches Museum sondern eher ein entspannter Rundweg mit 15 – 20 monumentalen Skulpturen kostenlos und jederzeit zugänglich. Die für mich schönsten siehst Du in der Galerie.