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Die hängenden Gärten in Le Havre

Die Hängenden Gärten von Le Havre – Eine grüne Oase über dem Meer

Die Gärten befinden sich in einem ehemaligen Militärfort aus dem 19. Jahrhundert, dessen historische Mauern heute eine außergewöhnliche Kulisse für eine botanische Weltreise bilden. Zwischen alten Bastionen, gepflegten Wegen und üppiger Vegetation entsteht eine Atmosphäre, die gleichzeitig ruhig und inspirierend wirkt.

Das Erste, was uns begeisterte, war der fantastische Panoramablick. Von den erhöhten Spazierwegen schweift der Blick weit über die Dächer von Le Havre, den geschäftigen Hafen, die Seine-Mündung und hinaus auf den Ärmelkanal. Bei klarem Wetter wirkt die Küstenlandschaft nahezu grenzenlos und lädt dazu ein, einfach einen Moment stehen zu bleiben und die Aussicht zu genießen.

Die vier Themengärten nehmen Besucher mit auf eine Reise durch verschiedene Regionen der Welt. Pflanzen aus Ostasien, Nordamerika und den Ländern der südlichen Hemisphäre wachsen hier in harmonisch gestalteten Anlagen. Dazwischen laden Bänke und kleine Aussichtspunkte zum Verweilen ein.

Besonders interessant fanden wir die Gewächshäuser mit ihren exotischen Pflanzen, Orchideen, Begonien und aromatischen Gewächsen aus aller Welt. Die Sammlung erinnert an die lange maritime Geschichte Le Havres, die seit Jahrhunderten eng mit Handel, Entdeckungsreisen und fernen Ländern verbunden ist.

Während unseres Besuchs waren wir nahezu allein zwischen den farbenfrohen Blumenbeeten und den historischen Mauern unterwegs. So blieb ausreichend Zeit, die vielen liebevollen Details zu entdecken und besondere Fotoperspektiven festzuhalten. In den alten Gewölben begegneten uns kleine und große Kunstwerke.

Besonders beeindruckt hat uns eine Installation, bei der ein Baumstamm scheinbar in das Mauerwerk integriert wurde und sich nach außen wie ein kunstvoll gestaltetes Gemälde mit freigelegten Wurzeln fortsetzt. Trotz der weitläufigen Anlage strahlen die Hängenden Gärten eine angenehme Ruhe aus. Wer eine entspannte Auszeit sucht, sollte hier unbedingt einen Zwischenstopp einlegen.

Honfleur

Honfleur – historische Schönheit in der Normandie

Nach den ruhigen Küstenorten der Normandie führte uns unsere Reise nach Honfleur – eine Stadt, die mit ihrem einzigartigen Hafen, farbenfrohen Fachwerkhäusern und maritimen Flair zu den schönsten Orten der Region zählt.

Für Reisende mit Camper bietet Honfleur nur einen einzigen Campingplatz du Phare in unmittelbarer Stadtnähe. Dieser ist aufgrund der beliebten Lage auch in der Nebensaison gut besucht und eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Erkundungen der Stadt. Wir haben Glück und erwischen um halb drei noch den letzten Platz.

Schon bei der Ankunft fällt der historische Stadtkern ins Auge. Die schmalen Gassen sind gesäumt von liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern, deren bunte Fassaden dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre verleihen. Zwischen kleinen Boutiquen, Galerien und gemütlichen Cafés lässt es sich wunderbar durch die Altstadt schlendern. Auch kleine Kunstwerke sind zu finden.

Das Herzstück von Honfleur ist zweifellos der alte Yachthafen, das berühmte Vieux Bassin. Die hohen, schmalen Häuser spiegeln sich im Wasser und schaffen eines der bekanntesten Fotomotive der Normandie. Segelboote schaukeln sanft im Hafenbecken und verleihen dem Ort seinen unverwechselbaren maritimen Charakter.

Ein weiteres interessantes Bauwerk ist die Schleuse, die den Hafen mit dem Ärmelkanal verbindet. Hier können Besucher beobachten, wie Boote zwischen Hafenbecken und offenem Meer wechseln. Das Zusammenspiel von Technik, Gezeiten und Schifffahrt macht diesen Bereich besonders spannend.

Von der Hafeneinfahrt aus eröffnet sich zudem ein beeindruckender Blick über die Seine-Mündung bis nach Le Havre. Auf der gegenüberliegenden Seite des Wassers zeichnet sich die moderne Silhouette der Hafenstadt ab, während die imposante Pont de Normandie die beiden Ufer miteinander verbindet.

Wer eine Pause vom Trubel der Altstadt sucht, findet in den gepflegten Parks und Grünanlagen rund um Honfleur ruhige Rückzugsorte. Hier laden schattige Wege, blühende Beete und zahlreiche Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein.

Villerville

Pause in Villerville

Auf unserer Reise zum nächsten geplanten Übernachtungspunkt legten wir in dem charmanten Küstenort Villerville eine kleine Pause ein – und wurden mit einem Ort belohnt, der wie aus einer anderen Zeit zu stammen scheint.

Einen Parkplatz mit unserem kleinen Camper zu finden ist wieder eine Herausforderung. Wir haben Glück und ergattern auf unsere Rundtour dann doch noch einen freigewordenen oberhalb des Dorfes.

Schon beim ersten Spaziergang durch die engen, verwinkelten Gassen spürt man den besonderen Zauber dieses ehemaligen Fischerdorfes. Kleine Natursteinhäuser mit blühenden Fassaden schmiegen sich an die Hänge über dem Meer und verleihen Villerville eine ruhige, fast verträumte Atmosphäre.

Im Herzen des Ortes erhebt sich die Kirche Saint-Martin, deren Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Mit ihrem schlichten normannischen Baustil und dem markanten Glockenturm wacht sie seit Jahrhunderten über das Dorf.
Von dort führt der Weg hinunter zur Promenade. Der Blick auf den Ärmelkanal ist beeindruckend: Hier gibt es wohl die schwarzen Klippen, die sich entlang der Küste erheben.

Villerville ist jedoch nicht nur wegen seiner natürlichen Schönheit bekannt. Filmgeschichte wurde hier im Jahr 1962 geschrieben, als Teile des berühmten Films „Ein Affe im Winter“ mit Jean-Paul Belmondo und Jean Gabin gedreht wurden. Noch heute erinnern einige Orte im Dorf an diesen Klassiker des französischen Kinos und verleihen dem Ort eine besondere kulturelle Note.

Houlgate

Houlgate in der Normandie

Seebad mit Strand, Belle Époque und Fachwerkcharme

Houlgate ist kein überlaufener Hotspot. Ein ehemals bescheidenes Fischerdorf wandelte sich im 19. Jhd. in ein klassisches normannisches Seebad mit ruhiger, authentischer Atmosphäre. Zwischen Fachwerkhäusern, Belle-Époque-Villen und einer lebendigen Promenade bietet der Ort eine Mischung aus Badeurlaub, Kultur und Küstenlandschaft.

Der Strand von Houlgate – Gezeiten, Weite und Küstengefühl

Der breite Sandstrand ist die Hauptattraktion des Ortes. Bei Ebbe zieht sich das Meer weit zurück und schafft eine enorme, fast endlose Fläche für Spaziergänge, Sport oder Strandwanderungen. Bei Flut dominiert das Wasser die Szenerie mit kräftigem Wellengang.

Entlang der Promenade stehen die typischen bunten Strandhäuschen mit ihren auffälligen, oft orange gestreiften Dächern – ein ikonisches Motiv der normannischen Küste.

Architektur in Houlgate – Belle Époque trifft Fachwerk

Houlgate ist stark von seiner Entwicklung im 19. Jahrhundert als Seebad geprägt. Damals wurde der Ort zu einem beliebten Ziel der Pariser Gesellschaft.

Heute prägen zwei Architekturstile das Stadtbild:

– Belle-Époque-Villen im unteren Ortsbereich
– Normannische Fachwerkhäuser im historischen Zentrum

Viele Gebäude sind gut erhalten und verleihen Houlgate einen authentischen, gewachsenen Charakter. Es lohnt sich daher auch bei Hitze, den Hügel bis zum Parc de loisirs zu erklimmen und die alten Häuser zu bestaunen. Ich konnte mich nicht sattsehen.

Künstlerische Geschichte – Inspiration durch Meer und Licht

Die Küste der Normandie zog über Jahrzehnte Künstler und Intellektuelle an. Auch der Komponist Claude Debussy verbrachte Zeit in der Region und ließ sich von Lichtstimmungen, Wellenbewegungen und der Landschaft inspirieren. Diese kulturelle Vergangenheit ist bis heute Teil der Identität der Côte Fleurie.

Neben Strand und Architektur bietet Houlgate auch grüne Rückzugsorte und Freizeitmöglichkeiten. Ein zentraler Ort ist der Parc de loisirs Docteur André Fauvel, der mit Spielplätzen, Sportflächen und Grünanlagen besonders bei Familien beliebt ist.

So lebt Houlgate aus Gegensätzen: Meer und Fachwerk, Bewegung und Stille, Gegenwart und Erinnerung – ohne sich dabei jemals aufzudrängen.

Houlgate hat uns gut gefallen und war eine echte Alternative zu Deauville. Dort war ein Filmfest und keine Chance um irgendwo dort zu parken. Vom Ambiente her würde ich Houlgate immer wieder vorziehen.

Ranville

Kurzer Stopp an der Pegasusbrücke in Ranville

Auf dem Weg nach Houlgate legen wir einen kurzen Halt an der berühmten Pegasusbrücke in Ranville ein. Die historische Brücke erinnert an die Landung der britischen Fallschirmjäger in der Nacht des 6. Juni 1944 und zählt zu den bedeutendsten Schauplätzen des D-Day. Trotz ihrer bewegten Geschichte strahlt die Umgebung heute eine angenehme Ruhe aus.

Ein Spaziergang entlang des Kanals und ein Blick auf die Brücke machten den kurzen Zwischenstopp zu einem besonderen Moment, bevor es weiter an die Küste nach Houlgate ging. Manchmal sind es gerade diese kleinen Pausen, die einer Reise eine zusätzliche historische und persönliche Note verleihen.