Graye-sur-Mer
Graye-sur-Mer
Graye-sur-Mer ist auf den ersten Blick wie ein ruhiger, unscheinbarer Küstenort in der Normandie – und genau das macht seinen Reiz aus. Der lange, weitläufige Sandstrand zieht sich scheinbar endlos entlang der Küste und bietet jede Menge Platz für Spaziergänge, Muschelsucher oder einfach nur Menschen, die aufs Meer schauen und nichts weiter tun wollen. Bei Ebbe wird das Watt zur Bühne für kleine Entdeckungen, bei Flut dominiert das Rauschen der Wellen.
Unser Stopp führte uns zum Campingplatz „Scottish Canadien“, der schon vom Namen her ein kleines Abenteuer verspricht. Zwischen internationalen Fahnen und gemütlichen Stellplätzen gibt es hier ein unkompliziertes Schnellrestaurant, das genau das bietet, was man nach einem Reisetag braucht: etwas Warmes, Schnelles und Verlässliches – wie z. B. Kühles Bier vom Fass in großen Gläsern.
Die eigentliche Hauptrolle an der Rezeption spielte allerdings die geduldige Mitarbeiterin, die ausschließlich Französisch sprach und dabei mit einer Ruhe reagierte, die fast schon bewundernswert war. Während wir uns mit Händen, Füßen und einer Mischung aus Französisch, Englisch und Improvisation durch die Anmeldung kämpften, blieb sie freundlich, gelassen und vermutlich leicht amüsiert. Am Ende klappte alles – irgendwie, aber erfolgreich.
Der Platz war sehr schön, ruhig und direkt hinter den Dünen zum Meer und für sensationelle 11 € die Nacht. Die Energie in der Reihe war gefühlt etwas distanziert, dafür das Lokal sehr familiär. Am nächsten Tag konnte ich meine vergessene Sonnenbrille an der Theke wieder einsammeln. Wunderbar!
Graye-sur-Mer bleibt genau wegen solcher Momente in Erinnerung: ein weiter Strand, ein unkomplizierter Campingplatz und eine kleine Sprachakrobatik, die uns daran erinnerte, dass Reisen manchmal auch ohne perfekte Verständigung wunderbar funktioniert.

