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Vauville-sur-Mer

Vauville-sur-Mer

Vauville-sur-Mer ist einer dieser Orte, an denen man automatisch einen Gang herunterschaltet. Der kilometerlange Sandstrand, die weitläufigen Dünen und die raue Küstenlandschaft laden dazu ein, die Natur in aller Ruhe zu genießen.

Bei Ebbe entstehen riesige Sandflächen, die sich perfekt für lange Spaziergänge eignen oder in den Atlantik einzutauchen. Hinter dem Strand führen Wanderwege durch geschützte Dünengebiete und auch Radfahrer sowie Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten.

Ein besonderes Highlight ist der botanische Garten von Vauville, in dem dank des milden Klimas sogar exotische Pflanzen gedeihen. Der war leider geschlossen. Wenn es geht besuche ich jeden Garten in unseren ausgewählten Orten.

Vauville-sur-Mer begeistert nicht durch große Attraktionen, sondern durch seine Ruhe, seine Weite und die ursprüngliche Schönheit der normannischen Küste. Ein perfekter Ort für alle, die Natur, Meer und Entschleunigung suchen.

Dunes de Heauville et Vastéville

Dunes de Héauville

Auf dem Weg zu unserem nächsten Übernachtungsplatz wollten wir uns noch etwas die Beine vertreten und steuerten das Naturschutzgebiet von Héauville an. Schon die Anfahrt mit dem Camper war ein kleines Abenteuer. Die Wege waren stellenweise so ursprünglich, dass wir kurz überlegten, ob wir noch auf einer Straße oder schon auf einer Offroad-Strecke unterwegs waren. An dieser Stelle ein respektvoller Gruß an alle Allrad-Fahrer – ihr hättet hier definitiv euren Spaß gehabt.

Kaum hatten wir den Camper geparkt, ging es auch schon los. Der Wanderweg führte uns durch eine wunderschöne Dünenlandschaft, vorbei an Grasflächen, Sandwegen und immer wieder tollen Ausblicken auf den Ärmelkanal. Wind, Wellen und jede Menge Natur – viel mehr braucht es manchmal nicht.

Unser Ziel war diesmal kein Leuchtturm, kein Aussichtspunkt und auch kein Café. Nein, wir waren mal wieder auf Bunkerjagd. Entlang der Küste stehen noch zahlreiche Überreste des Atlantikwalls. Die mächtigen Betonkolosse aus dem Zweiten Weltkrieg wirken heute fast surreal zwischen Dünen, Strand und Meer. Teilweise hat sich die Natur die Bauwerke bereits zurückerobert, was ihnen einen ganz besonderen Charakter verleiht.

Die Landschaft rund um Héauville ist dabei mindestens genauso beeindruckend wie die historischen Relikte. Weite Sandstrände, sanfte Dünen, raue Klippen und der endlose Blick über den Ärmelkanal sorgen dafür, dass man automatisch langsamer wird und einfach nur genießt. Hier geben Wind, Wellen und Gezeiten den Takt vor.

Die eigentliche Herausforderung kam allerdings erst auf dem Rückweg. Vom Strand mussten wir wieder hinauf auf die hohe Düne, auf der unser Wanderpfad verlief. Was von oben noch harmlos ausgesehen hatte, entwickelte sich schnell zu einer sportlichen Herausforderung. Jeder Schritt nach oben wurde vom lockeren Sand gefühlt wieder halb zunichtegemacht. Irgendwann schnauften wir uns Stück für Stück nach oben und fragten uns ernsthaft, ob die Düne vielleicht heimlich gewachsen war, während wir unten am Strand unterwegs waren.

Irgendwann erreichten wir den Pfad dann doch – leicht außer Atem, aber um eine schöne Wanderung reicher. Genau solche Orte machen für uns den Reiz der Normandie aus: wenig Trubel, viel Natur, spannende Geschichte und immer wieder kleine Abenteuer, mit denen man vorher nicht gerechnet hat.

Port Dielette

Port Dielette

Auf dem Weg nach Vauville-sur-Mer kommen wir an der wilden Westküste der Halbinsel Cotentin vorbei. Dort liegt zwischen grünen Hügeln und den Felsen des Cap de Flamanville der Yachthafen „Port Dielette“.

Ursprünglich war Dielette ein kleiner Fischerei- und Handelshafen. Im 19. Jahrhundert gewann der Ort durch den Abbau und den Export von Granit an Bedeutung. Noch heute erinnern einige historische Bauwerke an diese Zeit, als die Steine aus den umliegenden Steinbrüchen von hier aus in viele Teile Frankreichs verschifft wurden. Heute präsentiert sich Port Dielette als moderner Yachthafen mit mehreren hundert Liegeplätzen.

Besonders reizvoll ist die Lage des Hafens. Von hier aus bieten sich herrliche Spaziergänge entlang der Küste mit spektakulären Ausblicken auf den Ärmelkanal. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zu den Kanalinseln. Auch Wanderer schätzen Dielette als Ausgangspunkt für Touren entlang der beeindruckenden Klippenlandschaft des Cotentin.

Flamanville

Flamanville

Schon bei der Ankunft fällt das Schloss von Flamanville ins Auge. Umgeben von einem weitläufigen Park mit Teichen, alten Bäumen und geschwungenen Wegen wirkt es wie eine Kulisse aus einem historischen Roman. Das aus lokalem grauem Granit errichtete Bauwerk wurde Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut und war über Jahrhunderte Sitz bedeutender Adelsfamilien der Region.

Die Geschichte des Anwesens reicht sogar bis ins frühe Mittelalter zurück. Bereits im Jahr 1008 wird das Gut Flamanville in historischen Dokumenten erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte es mehrfach den Besitzer, bevor die Familie Basan das Anwesen übernahm und daraus das heutige Schloss entstehen ließ.

Der Schlosspark – eine grüne Oase

Mindestens ebenso beeindruckend wie das Schloss selbst ist der rund zwanzig Hektar große Park. Die nach englischem Vorbild gestaltete Anlage lädt zu entspannten Spaziergängen entlang der Teiche ein. Besonders bekannt ist das Dahlien-Konservatorium mit seinen zahlreichen historischen und seltenen Sorten, die von August bis Oktober in voller Blüte stehen.

Zwischen Rhododendren, Kamelien und Palmen vergisst man schnell, dass man sich nur wenige Kilometer von der stürmischen Atlantikküste entfernt befindet.

Das Schloss hat sich zu einem wichtigen Kulturzentrum der Region entwickelt. Jeden Sommer finden hier Konzerte, Kunstausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt.

Port-Bail-sur-mer

Port-Bail-sur-Mer

Der kleine Hafen ist das Herz des Ortes – allerdings nur zeitweise. Bei Ebbe liegt das Wasser oft weit zurück, und Boote stehen scheinbar im Sand. Bei Flut füllt sich alles wieder und der Hafen wirkt lebendig und aktiv.

Dieses ständige Wechselspiel ist typisch für die Region und prägt auch den Tagesrhythmus vieler Spaziergänge: Man schaut nicht nur auf die Uhr, sondern auch auf die Gezeiten.