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Saint Malo

Saint-Malo – Eine Stadt mit rauer Vergangenheit

Saint-Malo hat nicht nur eine hübsche Postkartenkulisse zu bieten. Die Stadt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und war einst eine bedeutende Seefahrer- und Handelsstadt. Besonders bekannt wurden die sogenannten Korsaren von Saint-Malo, die im Auftrag des französischen Königs feindliche Handelsschiffe aufbringen durften.

Unser Ziel ist natürlich die berühmte Altstadt Intra-Muros, also der Bereich „innerhalb der Mauern“. Klingt zunächst ein bisschen nach Mittelalter zum Anfassen – und tatsächlich fühlt es sich auch genauso an. Schon von außen macht die gewaltige Stadtmauer ordentlich Eindruck. Dicke Granitsteine, Türme und Bastionen umschließen die Altstadt und lassen keinen Zweifel daran, dass Saint-Malo früher nicht nur hübsch, sondern vor allem wehrhaft sein musste.

Einmal rund um die Altstadt

Natürlich wollen wir nicht nur unten durch die Gassen schlendern. Die Stadtmauer muss erklommen werden – schließlich wollen wir Saint-Malo von oben sehen. Der Rundweg auf der Mauer ist fast zwei Kilometer lang und bietet ständig neue Ausblicke. Auf der einen Seite liegt die Altstadt mit ihren engen Gassen und den typischen bretonischen Granithäusern, auf der anderen Seite öffnet sich das Meer.

Intra-Muros – enge Gassen und alte Gemäuer

Dann geht es hinein in die Altstadt. Intra-Muros ist ein Gewirr aus engen Gassen, kleinen Geschäften, Restaurants und Cafés. Die Häuser stehen dicht an dicht und bestehen größtenteils aus dem typischen grauen bretonischen Granit. Nach den vielen historischen Gebäuden lohnt es sich allerdings auch, einfach einmal treiben zu lassen. Mal links abbiegen, mal rechts – und bloß nicht versuchen, einen ausgeklügelten Stadtrundgang einzuhalten. Irgendwann landet man sowieso wieder an einer Stelle, die man schon kennt. Es ist eine schöne Mischung aus historischem Ambiente und quirligem Leben.

Die aktuelle Ausstellung von Lucky Luke habe ich leider nicht gesehen. Es war nicht um die Ankunftszeit geöfnnet. Es gibt natürlich meine Lieblingsschilder über den Restaurants. Ein paar schöne waren dabei oder die Deko über einer Bar. Nachfolgend meine Auswahl für Dich.

Der Hafen – Schiffe statt Mittelalterromantik

Saint-Malo und die Seefahrt – das gehört zusammen wie Wind und Wellen. Über Jahrhunderte war die Stadt ein bedeutender Hafen für Händler, Entdecker und vor allem für die berüchtigten Korsaren. Von hier aus stachen sie in See und machten Saint-Malo weit über die Bretagne hinaus bekannt.

Heute geht es im Hafen wesentlich entspannter zu: Fähren, Segelboote und Ausflugsschiffe ziehen an uns vorbei, während Spaziergänger gemütlich am Kai entlangschlendern. Doch dann entdecken wir einen ganz besonderen Hingucker: L’Étoile du Roy. Der imposante Dreimaster ist ein originalgetreuer Nachbau eines historischen französischen Korsarenschiffs aus dem 18. Jahrhundert. Mit seinen hohen Masten, den vielen Kanonen und dem gewaltigen Holzrumpf wirkt er, als hätte jemand kurzerhand ein Stück Seefahrtsgeschichte aus dem Museum ins Hafenbecken gestellt.

Fort National – Festung mit Ebbe-Ticket

Direkt vor Saint-Malo liegt das Fort National auf einer kleinen Felseninsel – und der Weg dorthin ist etwas ganz Besonderes: Bei Ebbe kann man einfach zu Fuß hinüberlaufen. Bei Flut wird der Weg allerdings ziemlich schnell zur nassen Angelegenheit, deshalb sollte man unbedingt die Gezeiten im Blick behalten.

Das Fort ließ Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert nach den Plänen des berühmten Festungsbaumeisters Vauban errichten. Es sollte Saint-Malo vor Angriffen vom Meer schützen und den Zugang zum Hafen sichern. Heute spazieren wir deutlich entspannter über den ehemaligen Militärstützpunkt und genießen vor allem den grandiosen Blick auf Saint-Malo, die Stadtmauer und die Küste.

Und irgendwie hat das Ganze etwas von einem kleinen Abenteuer: Man wartet auf die Ebbe, marschiert trockenen Fußes zur Festung und sollte anschließend besser nicht trödeln – schließlich möchte niemand unfreiwillig auf der Festungsinsel übernachten. 😄

Unweit links davon gibt es ein Schwimmbad. Dieses kann man nur bei Ebbe benutzen. Sonst bleibt lediglich der Sprungturm zu sehen. Die nächsten zwei Fotos zeigen die Ansichten bei Ebbe und ca. 8 m höherem Meeresspiegel. Lustig oder?

 

Mit dem Schiff durch die Bucht von Saint-Malo

Vom Wasser aus zeigt sich Saint-Malo noch einmal von seiner schönsten Seite. Unsere kommentierte Bootsfahrt führt entlang der Stadtmauer, vorbei an Saint-Servan, Dinard, dem Fort National, Grand Bé und dem Fort de la Conchée. Dazu gibt es spannende Geschichten über Korsaren, Seefahrt und die beeindruckenden Gezeiten der Bucht. Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden und der Matrose als Pirat verkleidet hat uns sehr imponiert. Schade nur, dass wir kein Französisch verstehen. Deutsche Informationen gaben es leider nicht.

Als Segler lieben wir es einfach zwei Stunden schippern, schauen und staunen und entspannt fotografieren – ganz ohne Blasen an den Füßen. So gefällt uns Sightseeing!

Mémorial 39-45 – Geschichte mit Meerblick

Wenn du dich für Geschichte interessierst, lohnt sich ein Besuch des Mémorial 39-45 auf der Cité d’Alet. In den ehemaligen deutschen Bunkeranlagen tauchst du in die Geschichte Saint-Malos während des Zweiten Weltkriegs ein. Die Ausstellung erzählt von Besatzung, Befreiung und dem Wiederaufbau der Stadt.

Und nach so viel Geschichte gibt es draußen einen echten Kontrast: Genieße die wunderschöne Aussicht über das Meer, die Rance und hinüber nach Saint-Malo. Geschichte und Meeresblick – diese Kombination bleibt garantiert im Kopf. Ein paar Fotos konnte ich auf der Schifffahrt von der Meer-Ansicht machen.

Die letzten drei Nächte haben wir hier übernachtet:

Domaine de la ville Huchet

Der Campingplatz hat eine Schwimmlandschaft innen und außen. Die ist sehr nett. Das Bier vom Faß kostet 7,50 €, ist ein bisschen viel finde ich. Die Übernachtung kostet mit ACSI 21 € inkl. Strom pro Nacht. Es gibt einen Baguette-Service, kleinen Shop, Snacks und Getränke an einer Bar mit kleiner Außenterrasse. Mit dem Fahrrad braucht man ca. 25 min. bis zur Stadtmauer. Die Plätze sind tlw. etwas uneben, aber auf den Wiesen mit einer Matte verstärkt, falls es sehr nass ist. Der Upload Internet ist grottenschlecht, für alle, die Blog schreiben oder arbeiten wollen bucht man besser für 3 Geräte 24 St WLAN für 6 €. Wir würden wieder hier übernachten und geben eine klare Empfehlung. 

Mit diesem Möwenportrait verabschiede ich mich von Saint-Malo.

Radwandern nach Dinan

Radwandern nach Dinan

Eine Stunde Schlaf und dann ab nach Dinan – was soll schon schiefgehen?

Ein neuer Morgen – und ich habe sage und schreibe eine Stunde geschlafen. Eine! Das wird bestimmt ein großartiger Tag. Super Voraussetzungen also für eine Fahrradtour. Da die Nacht insgesamt eher unter „kann man mal machen, muss man aber nicht“ lief, beschlossen wir kurzerhand, noch eine Nacht in Saint-Malo dranzuhängen.

Ursprünglich hatten wir überlegt, mit dem Schiff nach Jersey zu fahren. Klang toll – bis wir den Preis gesehen haben: gut 200 Euro für die Überfahrt. Und irgendwo hört bei uns dann auch die maritime Romantik auf. Für das Geld können wir schließlich auch ein paar Tage länger durch Frankreich radeln.

Also musste ein neuer Plan her. Und den hatte natürlich mein Liebster. „Wir fahren mit dem Fahrrad nach Dinan. Über das Gezeitenkraftwerk!“ Klar. Warum auch einfach nach Dinan fahren, wenn man unterwegs noch ein Gezeitenkraftwerk einbauen kann? Auf solche Ideen steht mein Mann. Technik gucken, Landschaft genießen – und ich freute mich immerhin auf eine schöne Radtour.

In Dinan wollten wir dann gemütlich in den Wasserbus steigen und über das Wasser zurück nach Saint-Malo schippern. Klang nach einem perfekten Plan.Theoretisch. Vorsorglich zog ich schon mal meine Berg-Sandalen an. Man weiß ja nie. Und tatsächlich: Die Entscheidung sollte sich noch als ausgesprochen weise erweisen. 😂

Der Radweg – er war einmal

Die ersten drei Kilometer liefen noch völlig unspektakulär. Dann war plötzlich Schluss mit Radweg. Einfach weg. Also schoben wir unsere Fahrräder durch einen Park. Hier gab es ein schönes Schloss zu sehen. Danach wurde es allerdings richtig interessant. Dank Google Maps landeten wir auf einem Wanderpfad. Sehr schön! Natur, Wurzeln, kleine Wege, hoch und runter – alles wunderbar.

Nur leider hatte Google zwei kleine Details übersehen: Wir waren mit Fahrrädern unterwegs. Jetzt weiß ich auch endlich, woher der Begriff „Radwandern“ kommt. Man wandert nämlich – mit seinem Fahrrad. Der Weg führte munter über Wurzeln und unwegsames Gelände. Mit meinem neuen 30-Kilo-E-Bike wurde daraus eher eine Mischung aus Wandern, Gewichtheben und Fluchen. Aber immerhin: Die Landschaft war wunderschön. Und irgendwann endete der Wanderweg tatsächlich – direkt am Gezeitenkraftwerk.

Unten begegnete uns noch ein Schweizer Backpacker mit Fahrrad. Wir haben ihn natürlich freundlich gewarnt. Er nahm unseren Rat dankbar an und entschied sich für die Straße.

Dinan – angekommen und schon wieder schieben

Irgendwann haben wir es tatsächlich nach Dinan geschafft. Und siehe da: Es wurde richtig nett! Ein kleiner, hübscher Ort mit Wasser, Strand und einem großen Park – genau das, was man nach unserer kleinen Wanderung mit Fahrrädern jetzt dringend braucht.

Natürlich durften wir auch hier am Wasser wieder schieben. Aber diesmal war das völlig okay. Ebenerdig! Ein Traum! Nach unserem Wurzel-Abenteuer fühlte sich das fast wie eine Wellnessbehandlung für Radfahrer an. 😄 Doch dann kam die Anlegestelle für den Wasserbus. Und natürlich wartete dort schon die nächste kleine Herausforderung auf uns: eine steile Treppe mit einer schmalen Rinne an der Seite.

Na klar! Genau das Richtige für ein 30-Kilo-E-Bike. Also wieder: Fahrrad packen, konzentrieren und Stufe für Stufe nach unten manövrieren. Ich sage euch ganz ehrlich: So unausgeschlafen, wie ich inzwischen war, hatte ich irgendwann endgültig die Nase voll. Ich wollte nicht mehr wandern, nicht mehr schieben und schon gar keine Treppen mehr mit einem Fahrrad bezwingen.

Endlich aufs Wasser!

Und dann war es endlich so weit: Fahrräder verstaut, wir an Bord – und ab ging es mit dem Wasserbus. Was für eine Wohltat! Das Wetter spielte mit: wechselnd bewölkt, aber angenehm, dazu ein frischer Fahrtwind. Nach der schwülen und durchaus sportlichen Radtour fühlte sich das jetzt an wie eine kostenlose Klimaanlage vom Atlantik. Herrlich!

Wir konnten einfach sitzen, schauen und uns vom Wasser tragen lassen. Und dann kam die Belohnung für all unsere Mühen: Saint-Malo vom Wasser aus. Vor uns tauchten Intra Muros und die mächtige Stadtmauer auf. Vom Wasser aus wirkt die historische Altstadt noch einmal ganz anders – imposant, wunderschön und einfach traumhaft.

Café au lait, Crêpes und zurück nach Saint-Malo

Wieder in Saint-Malo angekommen, belohnten wir uns erst einmal mit dem, was man nach so einer Tour einfach braucht: Café au lait und Crêpes. ☕🥞 Schließlich muss man die verbrauchten Kalorien ja irgendwie wieder auffüllen! Danach schnappten wir unsere Fahrradtaschen und machten uns doch noch auf den Weg hinauf auf die Stadtmauer von Intra Muros. Anschließend schlenderten wir durch ein paar der hübschen Gassen und ließen den Tag ganz entspannt ausklingen.

Rothéneuf

Rothéneuf – wo die Steine plötzlich Gesichter bekommen

Nur wenige Kilometer von Saint-Malo entfernt liegt Rothéneuf – und hier wird es ziemlich kurios. Zwischen Meer, Felsen und bretonischer Landschaft treffen wir auf eine ganz besondere Ansammlung von Steinfiguren.

Die berühmten Felsenfiguren von Rothéneuf wurden Ende des 19. Jahrhunderts von Abbé Adolphe Julien Fouéré, genannt Abbé Fouré, in die Granitfelsen gemeißelt. Über 300 Figuren sollen es ursprünglich gewesen sein – Heilige, Seefahrer, Piraten und allerlei Gestalten, die heute ziemlich wettergegerbt auf das Meer hinausschauen.

In Rothéneuf haben selbst die Steine Charakter – manche mehr, manche weniger. Aber eines ist sicher: Wegschauen können sie nicht! 😉 Das hat allerdings meine Begleitung übernommen. Denn ich war mal wieder mit meinen Sicherheits-Flip-Flop und drei Kilo Fotoapparat in der Hand auf Felsklettertour.

Bretagne-Loire 2026

Camper-Rundreise Bretagne – Loiretal

Amiens Zwischenstop –  RothéneufRadwandern DinanSaint-Malo Morlaix – Le Diben – Tronoën –  Concarneau – Lorient – Saint Nazare –  Les Sables-d’Olonne – Il de Re – La Rochelle – Trentemoul – Brissac – Aubigné-sur-Layon – Le Moulin pendu Champtoceaux – Vélo Vintage-Anjou – Saumur – Montsoreau – Azay-le-Rideau – Château du Clos Lucé – Schloss Amboise – Schloss Chaumont – Blois – Schloss Chambord – Saint-Dye-sur Loire – Orléans  – Schloss Sully-sur-Loire – Heimweg: Chartres – Dahlem

Wir haben ca. 20 Tage eingeplant – Dann fahren wir mal los.

 

Zwischenstopp in Amiens – und die Vorfreude fährt mit

Wenn wir mit unserem Camper Richtung Frankreich unterwegs sind, gibt es einen Zwischenstopp, der inzwischen fast schon zum festen Reise-Ritual gehört: Amiens. Egal, ob unser Ziel die Bretagne, die Normandie oder diesmal die Loire ist – Amiens liegt für uns einfach perfekt auf dem Weg. Und irgendwie fühlt es sich jedes Mal ein bisschen so an, als würden wir hier offiziell den Urlaubsmodus einschalten.

Und die Vorfreude ist diesmal besonders groß. Vor uns liegen die Bretagne mit ihren wilden Küsten, kleinen Häfen und endlosen Stränden, dazu die Reise entlang der Loire mit Schlössern, Flüssen, hübschen Orten und ganz viel französischem Savoir-vivre. Der Camper ist gepackt, die Route steht zumindest ungefähr – und wir wissen ja aus Erfahrung: „ungefähr“ ist bei uns durchaus ein gültiges Reiseplanungskonzept.

Mit einer Stunde Verspätung Richtung Amiens

Eigentlich wollten wir heute spätestens um 9 Uhr losfahren. Das ist nämlich unsere bevorzugte Reisezeit – früh genug, um noch entspannt durch Belgien zu kommen, bevor uns die zahlreichen Baustellen und der Verkehr zeigen, wer hier eigentlich das Sagen hat. Unser Plan: Gegen 14 Uhr gemütlich in Amiens ankommen. Hier meine letzten Beiträge zu Amiens September 2025 und im Mai 2026.

Tja … Pläne sind ja bekanntlich dazu da, um sie zu ändern. Heute starteten wir erst gegen 11 Uhr, da wir noch einen Termin hatten. Und als wäre das noch nicht genug, legten wir kurzerhand eine Extra-Runde ein – zurück nach Hause.

Denn ich bemerkte erst eine halbe Stunde nach der Abfahrt, dass mein Mobiltelefon noch gemütlich zu Hause lag. 😇 Also umdrehen, Handy einsammeln und wieder los. Diese kleine Vergesslichkeit kostete uns gleich eine Stunde Reisezeit.

So saßen wir gefühlt einen ganzen Tag im Auto und rollten schließlich gegen 17 Uhr in Amiens ein. 

Und genau in solchen Momenten frage ich mich ja: Was haben wir eigentlich früher gemacht, als es noch keine Handys gab? 😉

Und morgen geht es weiter – Richtung Bretagne, wo wir die Orte besuchen, die beim letzten Mal nicht angefahren werden konnten, die Loire und all den kleinen Überraschungen, die unterwegs garantiert wieder auf uns warten.

Übernachtet haben wir wieder hier:

Campingplatz Bertangles Castle

Unser Lieblingsplatz für den ersten Zwischenstopp in Frankreich.

 

Graffity auf Garagentor lila Tier mit braunen Hörnern in Amiens, Frankreich<br />

Dünenspaziergang Blankenberge

Abschied vom Meer – Mein letzter Dünenspaziergang in Blankenberge

Stille Momente statt großer Attraktionen

Manchmal sind es nicht die großen Attraktionen, die mich am meisten berühren, sondern die stillen Augenblicke. Genau so ist es bei meinem letzten Spaziergang durch die Dünen von Blankenberge.

Der Weg durch die Dünen

Schon der Weg dorthin fühlt sich besonders an. Hohe Dünen, bewachsen mit Strandhafer, säumen den schönen Sandweg, der mich langsam hinunter zum Meer führt. Mit jedem Schritt genieße ich das Rauschen der Wellen, und der vertraute Duft der salzigen Nordseeluft läßt mich noch einmal tief durchatmen.

Die Weite des Strandes bei Ebbe

Die Ebbe hatte den Strand in eine beeindruckend weite Landschaft verwandelt. Der feuchte Sand schimmert im Licht, kleine Wasserläufe ziehen sich wie silberne Bänder über den Strand, Quallen liegen dort und warten auf ihr Ende.

Das Meer scheint heute ein Stück weiter entfernt zu sein als sonst. Diese Weite hat etwas Beruhigendes – und gleichzeitig macht sie mir bewusst, dass dieser Kurz-Urlaub nun zu Ende geht.

Kontraste zwischen Natur und Technik

Links sehe ich den Industriehafen mit seinen mächtigen Kränen und rechts zieht sich die Seebrücke weit hinaus aufs Meer. Man kann jetzt um sie herum spazieren. Dieser Kontrast zwischen Natur und Technik faszinierte mich erneut. Beides gehört zu Blankenberge.

Ich bleibe noch einen Moment stehen und lasse meinen Blick über den Strand schweifen. Der Wind spielt mit meinen Haaren, Möwen ziehen ihre Kreise und suchen nach essbarem. Es ist einer dieser Momente, die ich am liebsten mag.

Der Rückweg und der Abschied

Schließlich mache ich mich barfuß auf den Rückweg über den warmen Strand. Jeder Schritt führt mich weiter weg von der Nordsee und ließ den Abschied ein wenig näher rücken. Ein leises Gefühl von Wehmut begleitete mich, denn ich wusste, dass ich das Rauschen der Wellen und die Seeluft, wenn auch viel wärmer als ich es sonst kenne, vermissen würde.

Was aber bleibt sind die Erinnerungen an die hohen Dünen, den wunderschönen Sandweg, den weitläufigen Strand bei Ebbe mit all den Quallen und Sandwürmern, rechts die Seebrücke und links den Blick auf den Industriehafen. Und den Gedanken, dass Abschiede nie für immer sind. Die Nordsee bleibt. Sie wartet geduldig – und eines Tages führt mich mein Weg sicher wieder zu ihr zurück, wenn auch wahrscheinlich an einen anderen Ort.