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Kerhostin

Kerhostin

Am Morgen zog es mich noch einmal bei Sonnenschein an den Strand von Kerhostin auf der Halbinsel Quiberon. Bei Ebbe hatte sich das Meer weit zurückgezogen und eine völlig andere Landschaft freigegeben. Dort, wo wenige Stunden zuvor noch Wasser war, lief ich nun zwischen Felsen, Muscheln und kleinen Wasserbecken entlang. Genau das fasziniert mich an der Atlantikküste der Bretagne: Das Meer verändert ständig die Landschaft und zeigt immer wieder neue Geheimnisse und bietet Platz für Aktivitäten.

Während ich am Strand entlangging, entdeckte ich Muscheln im nassen Sand und Tang, den die Flut zurückgelassen hatte. Ein Stück weiter hat das Meer die Küstenbefestigung bezwungen. Wo etwas zerstört wird, kann auch Neues entstehen. Ich konnte Nester von Schwalben entdecken. In den flachen Wasserbecken spiegelte sich der Himmel, und überall waren die Spuren des Meeres sichtbar. Der Wind wehte mäßig über die Küste und es war angenehm warm.

Ich genoss diesen Spaziergang ganz bewusst als Abschied von unserer Reise durch die Bretagne. Noch einmal ließ ich die vielen Eindrücke der vergangenen Tage vorbeiziehen: die kleinen Hafenorte, die beeindruckenden Klippen, die breiten Strände und das besondere Licht an der bretonischen Küste.

Langsam kehrte später das Wasser zurück und bedeckte nach und nach wieder die Flächen, über die ich eben noch gelaufen war. Genau das macht Ebbe und Flut hier so besonders – das Meer gibt seine Geheimnisse nur für kurze Zeit preis, bevor sie wieder unter den Wellen verschwinden.

 

Und zum Abschied gab es heute Abend noch einen Regenbogen. Ahoi Bretagne bis zum nächsten Mal – Wir sehen uns ganz bestimmt wieder!

Tronoën

Tronoën – Kalvarienberg, Atlantikwellen und Crêpes-Glück

Tronoën ist einer dieser Orte in der Bretagne, die auf der Karte unscheinbar wirken, aber vor Ort sofort hängen bleiben. Schon der berühmte Kalvarienberg von Calvaire de Tronoën beeindruckt mit seinen detailreichen Steinfiguren und der ruhigen, fast zeitlosen Atmosphäre. Hier steht man zwischen Geschichte und Wind – und beides bläst einem ordentlich um die Ohren.

Es gibt sechs große Kalvarienberge in der Bretagne. Zufällig haben wir einen weiteren in Pleyben entdeckt, weil wir eine Boulangerie gesucht hatten. Diese war übrigens hervorragend. Der Kalvarienberg in Pleyben wurde ursprünglich 1555 errichtet. Hier wurde über 200 Jahre gemeißelt bis die Bibelgeschichte aus Stein fertig gestellt war. 1738 wurde er an seinen heutigen Standort versetzt und 1743 erweitert. Er gehört zum typischen bretonischen Typus der monumentalen Calvaires, die zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert entstanden.

Nur wenige Schritte weiter öffnet sich der Blick auf die wilden Strände der Bucht von Plage la Torche-Tronoën. Weißer Sand, Dünen und ein Atlantik, der selten ruhig ist – perfekt für lange Spaziergänge oder einfach, um dem Meer beim Arbeiten zuzusehen. Genau dieser Mix macht Tronoën auch zu einem beliebten Spot für Wellenreiter, die hier oft perfekte Bedingungen finden.

Nach so viel Wind und Wasser kommt der Genuss nicht zu kurz: In einer kleinen, gemütlichen Crêperie in der Umgebung gibt es Galettes und süße Crêpes, die nach Strand, Salz und Butter schmecken – also eigentlich nach Glück. Ich hatte einen mit dunkler Schokolade und Bananen. Ein Traum!

Und wer sich traut, kann direkt im Atlantik baden. Frisch ist hier noch freundlich formuliert, aber genau das macht den Reiz aus: einmal reinspringen, kurz überleben, und sich danach fühlen, als hätte man den Ozean besiegt. So sah das bei den Badenden aus. Mir ist das zu kalt. Tronoën ist eben kein Ort für halbe Sachen – sondern für echte Bretagne-Momente.

Bretagne 2026

Camper-Rundreise Bretagne

Endlich ist es soweit – wir fahren in die Bretagne nach Frankreich. Letzten Herbst waren wir in der Normandie. Da habe ich mich in Frankreich verliebt. Die Route ist wie folgt:

Amiens Zwischenstop – Le Mont Saint MichelSaint MaloSaint BrieucPaimpolTouronyTregastelLe DebinConcarneauTronoënQuimperLorientHennebontQuiberonSaint Pierre QuiberonCarnacKerhostin – Heimweg: Chartres – Reims – Dahlem

Wir haben ca. 18 Tage eingeplant – Dann fahren wir mal los.

 

Amiens

Manchmal braucht es keinen ausgeklügelten Reiseplan – manchmal reicht schlicht mieses Wetter. So wurden wir letztes Jahr an der windgepeitschten Küste der Normandie quasi „nach Amiens gespült“. Es war Sonntag. Die Stadt? Nun ja… sagen wir so: selbst die Tauben wirkten, als hätten sie beschlossen, heute einfach mal nichts zu tun.

Ein halbes Jahr später dann die Revanche: strahlender Sonnenschein, ein Frühlingswochenende und wir mittendrin – bewaffnet mit kühlen Getränken und der besten Aussicht überhaupt: ein gemütlicher Platz in einer Bar. Und plötzlich war da dieses völlig andere Amiens! Menschen überall, Gelächter, Musik, lebendige Straßen – als hätte jemand heimlich den „Stadt an“-Schalter gefunden.

Die Moral der Geschichte? Amiens ist keine verschlafene Schönheit – sie hat nur sonntags ihren wohlverdienten Ruhetag. Wer die Stadt wirklich kennenlernen will, sollte ihr also die Chance geben, sich von ihrer quirligen, studentenhaften Seite zu zeigen.

Übernachtet haben wir hier:

Camping du chateau in Bretangles

Ein ganz toller, ruhiger Platz mit sehr freundlichem Personal

Ab morgen starten wir die Bretagne in Le Mont Saint Michel – wir freuen uns schon drauf.

 

Laden in Amiens mit roten Türen und einer Figur darüber