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Île de Ré – Tag 4

Loix – Fahrradtour, Atelier Quillet und ein Garten voller Geschichten

Heute schwingen wir uns auf die Fahrräder und fahren nach Loix, einem kleinen, ruhigen Dorf auf der Île de Ré. Die Fahrt durch die Landschaft und Salzwiesen ist schon schön, aber unser eigentliches Ziel ist das Atelier Quillet.

Atelier Quillet – hier bekommen Bücher ein zweites Leben

Das Atelier Quillet ist eine traditionelle Buchbinderei, in der alte und wertvolle Bücher restauriert werden. Schon beim Betreten gibt es unglaublich viel zu entdecken: Natürlich jede Menge Bücher in alt und neu. Neben der Bar ist die Halle mit einer Glaswand abgetrennt, wo die Bücher liebevoll restauriert werden.

Und dann sind da die unzähligen Comics! Sie füllen ein ganzes Quadrat im Laden und machen das Atelier für mich zu einem ziemlich ungewöhnlichen und charmanten Ort. So habe ich mir gleich 3 Bücher für meine nächsten Upcycling-Projekte mitgenommen. Wenn Dich interessiert, was ich schon mit einem anderen französischem Comic gemacht habe dann hier ein Klick.

Besonders schön ist der kleine Garten mit seinem Café. Unter einem Olivenbaum machen wir es uns in Strandstühlen bei einem Kaffee gemütlich und lassen die Atmosphäre auf uns wirken. In diesem Laden kann man Stunden verbringen. Am meisten hat mich die eine große Wand mit alten Jule Verne-Büchern beeindruckt. Der Hammer!

Loix – klein, aber voller Überraschungen

Anschließend bummeln wir noch ein wenig durch Loix. Das Dorf ist klein und angenehm ruhig, mit seinen weißen Häusern. Es hat auch schöne Gassen aber lange nicht so romantisch wie in Saint-Martin de Ré. Den Hafen haben wir einfach nicht auf dem Schirm gehabt. Vielleicht fahren wir den morgen mit dem Auto kurz an.

Auf dem Rückweg hat uns dann doch ein kleiner leichter Regenschauer erreicht. Es sollte doch nicht regnen!!! Deshalb sind wir kurzer Hand unter einen Baum in Ars-en-Ré bei der Patisserie und haben eine Pause gemacht. Die wurde direkt genutzt um dort noch einmal eine leckere Quiche zu kaufen.

Bei einem Glas Rosé mit Quiche lassen wir den Nachmittag beginnen. Mich zieht es danach nochmal an den Ebbe-Strand. Will mein Glück nochmal mit den kleinen Makro-Objekten versuchen. Ein paar Fotos konnte ich ergattern. Die Einsiedlerkrebse wollten aber nicht so richtig aus dem Häuschen.

Abschied von Île de Ré

Am Leuchtturm gönnen wir uns noch ein letztes Eis bei La Martinière. 11 verschiedene Sorten haben wir in der Zeit geschafft. Das Auto ist gepackt und wir nehmen Abschied von der Insel. Wahrscheinlich keiner für immer. Wir kommen sicher nochmal wieder.

Île de Ré – Tag 3

Wind, Ebbe und kleine Strandbewohner

Nach einer ziemlich windigen Nacht zieht es mich am späteren Morgen mit meinem Makro-Objektiv und meiner Nikon D750 an den Strand. Es ist Ebbe und ich habe mir vorgenommen, noch ein paar schöne Aufnahmen von den kleinen Lebewesen in den Wassertümpeln zu machen. Martin muss heute ein bisschen arbeiten – und zum Glück haben wir inzwischen wieder ausreichend Internet und vor allem genügend Upload-Möglichkeiten. Das ist auf Reisen ja manchmal fast so wichtig wie Kaffee. 

Allerdings hat die Ebbe offenbar andere Pläne als ich. Das Wasser ist noch nicht weit genug zurückgegangen, wie ich gehofft hatte. Aber gut – ich lasse mich davon natürlich nicht aufhalten und versuche trotzdem mein Glück. Und ganz ehrlich: Einfach am Strand entlangzuschlendern, ist bei diesem tollen Sommerwetter schon Grund genug, hier draußen herumzustromern. Ein paar schöne Makroaufnahmen bekomme ich schließlich doch noch vor die Linse. Was meinst Du – hat sich der Ausflug gelohnt?

Auf nach Saint-Martin-de-Ré

Später steigen wir wieder in unseren Camper und fahren Richtung Saint-Martin-de-Ré. Eigentlich steht für heute allerdings das Fort de La Prée in La Flotte auf unserem Plan. Tja … kleiner Denkfehler meinerseits. Das Fort liegt nämlich gar nicht in Saint-Martin-de-Ré. Aber da wir nun schon einmal hier sind, schauen wir uns eben Saint-Martin an. Man muss schließlich flexibel sein – besonders dann, wenn der eigene Reiseplan gerade eine kleine kreative Auszeit nimmt.

Ein bisschen Stadtgeschichte

Saint-Martin-de-Ré entwickelte sich im 17. Jahrhundert zu einer bedeutenden Festungsstadt. 1681 ließ Ludwig XIV. die Stadt nach den Plänen von Vauban zu einer gewaltigen Festungsanlage ausbauen. Der sternförmige Befestigungsring mit Bastionen, Gräben und Toren sollte die gesamte Île de Ré schützen. Heute prägen die gut erhaltenen Befestigungsanlagen das Stadtbild und gehören seit 2008 zum UNESCO-Welterbe „Festungsanlagen von Vauban“. Die Zitadelle diente später auch als Gefängnis und als Ausgangspunkt für Straftransporte in die französischen Kolonien.

Kleine Gassen statt großer Festung

Mich interessieren natürlich vor allem die kleinen Gassen, hübschen Häuser und das maritime Flair. Die Festung darf sich also ruhig ein bisschen in den Hintergrund stellen. Wir schlendern gemütlich durch Saint-Martin und landen natürlich irgendwann am Hafen. Und siehe da: Unsere Eisdiele vom Leuchtturm haben wir tatsächlich auch hier gefunden!

Da lassen wir uns selbstverständlich nicht zweimal bitten und probieren direkt wieder ein paar neue Sorten. Bei diesen sommerlichen Temperaturen gehört ein Eis schließlich praktisch zur wissenschaftlichen Grundlagenforschung. Man muss ja wissen, welche Sorte beim nächsten Mal wieder auf die Liste kommt. Doch es gibt soooo viele Sorten, dass man echt die Qual der Wahl hat.

Tartelettes zum Abschluss

Auf dem Rückweg zum Campingplatz können wir natürlich auch an den Tartelettes nicht einfach vorbeigehen. Diesmal dürfen es welche mit Pfirsich sein. Und was soll ich sagen? Zum Kaffee am Camper sind die kleinen Dinger einfach himmlisch!

Jetzt steigt langsam die Flut. Für Martin bedeutet das: Angel raus und ab ans Wasser. Für mich bedeutet es: Badezeug an und ab ins Meer! Ich versuche mein Glück also ebenfalls noch einmal beim Schwimmen. Mal sehen, wer von uns beiden heute den größeren Fang macht – Martin mit der Angel oder ich mit meinem Badeausflug.

Zum Schluss noch ein paar andere Fotos aus dem Dorf:

Batz-sur-mer

Ersteinmal Richtung Schloß

Ausgeschlafen genießen wir erst einmal unsere Tradition: Frühstück! Gegen 10 Uhr schwingen wir uns aufs Rad. Diesmal probiere ich den Hinterausgang des Campingplatzes aus. Nach etwa 2 Kilometern soll dort das Schloss Manoir de Cardinal liegen.

Schloss gesucht, Salzfelder gefunden

Tja … soll. Schon unterwegs hatte ich mich gewundert, denn angeblich durfte man mit dem Rad dort gar nicht entlang. Wir durften trotzdem – und standen schließlich vor einer Mauer. Dahinter das Schloss, davor wir: Privatbesitz! Im Internet sah das irgendwie ganz anders aus. Also heißt es: Plan ändern und weiter Richtung Batz-sur-Mer. Martin freut sich dort schon auf seine Crêperie. Auf dem Weg dorthin radeln wir noch mitten durch die weitläufigen Salzfelder. Herrlich! Leider haben wir die auf Deutsch angebotene Führung verpasst. Aber gut – dann eben beim nächsten Mal!

Parc Jean & Soizik Fréour

Der Park befindet sich im Herzen von Batz-sur-Mer, an der Place du Mûrier. Die rund 2.400 m² große ehemalige private Künstlerresidenz gehörte dem Bildhauer Jean Fréour und seiner Frau Soizik. Die Gemeinde kaufte das Anwesen 2021 von den Erben, um das Grundstück dauerhaft zu erhalten und öffentlich zugänglich zu machen.

Jean Fréour (1919–2010) war ein bedeutender bretonischer Bildhauer, der viele Jahre in Batz-sur-Mer lebte und dort bis zu seinem Tod arbeitete. Seine Werke finden sich an zahlreichen Orten in der Region. Der Park erinnert deshalb nicht nur an den Künstler, sondern auch an seine Frau Soizik, die ihm als Muse und Lebensgefährtin eng verbunden war. Besonders schön: Bei der Gestaltung wurde der Charakter des ehemaligen Künstlergartens aufgegriffen. Es wurden 25 Bäume sowie rund 4.000 Sträucher, Pflanzen und Blumen gepflanzt. Natur und Kunst sollen hier bewusst miteinander verbunden werden. Dazu kommen Natursteinmauern, Granitstufen und eine kleine Bühne.

Ein echter Hingucker ist die etwa zwei Meter hohe Granitstatue von Aymeric Louvet. Sie zeigt Jean Fréour beim Bildhauen seiner Muse Soizik – eine ziemlich passende Hommage für diesen besonderen Ort. Die drei historischen Gebäude des Anwesens – Villa, Atelier und kleine Maison – sind derzeit noch nicht vollständig für Besucher geöffnet. Sie sollen nach und nach saniert und künftig für künstlerische, kulturelle und gemeinschaftliche Zwecke genutzt werden. Geplant ist unter anderem ein saisonales „Café du parc“. Mir hat es da gut gefallen und das mit dem Café kann ich mir an diesem Ort gut vorstellen.

Danach geht’s direkt zum Strand. Bei der netten Strandbar Cabana Saint Michel suchen wir uns ein Plätzchen und gönnen uns erst einmal einen Café grande. ☕ Danach laufen wir ein Stück am Wasser entlang, klettern ein wenig zwischen den Felsen herum und lassen uns die frische Meeresluft um die Nase wehen. Genau so darf ein Vormittag am Atlantik aussehen!

Plan A: Die Crêperie du Derwin

Nun ist die Zeit reif für die Crêperie du Derwin. Was Martin mir allerdings verschwiegen hat: Reservieren wäre eine ziemlich gute Idee gewesen, stand wohl auch im Internet sagt Martin. Und natürlich ist heute Sonntag – da gehen die Franzosen mit Familie bekanntlich gern und ausgiebig mittags essen. Der volle Parkplatz bestätigt das eindrucksvoll. Rappelvoll! Also Plan A kurzerhand gestrichen und Plan B gestartet.

Plan B: Crêpes und Flohmarkt

Eine andere Crêperie ist schnell im Internet gefunden: Fleur de Sel, nur einen Kilometer weiter. Also wieder aufs Rad und los. Diesmal führt der Weg allerdings mitten über einen Flohmarkt. Wir schieben unsere Räder durch das bunte Treiben – eigentlich gar nicht schlecht, denn so bekommen wir gleich noch ein bisschen Marktgefühl gratis dazu.

Und dann klappt es endlich: Platz gefunden, Galettes bestellt und richtig lecker gegessen! Nur beim Bezahlen sorgt ein kleines Missverständnis noch für Unterhaltung. Unsere Bitte zu bezahlen versteht die Bedienung offenbar als Reklamation: Wir hätten unser Essen noch gar nicht bekommen! Dabei hatten wir längst aufgegessen. Nach gefühlten 30 Minuten ist auch dieses Rätsel gelöst, die Rechnung bezahlt und wir können endlich weiter. Nächstes Ziel: Guérande!

Concarneau3

Ein entspannter Start in den Tag

Heute lassen wir es ganz entspannt angehen. Kein großer Plan, kein Stress – zuerst schwinge ich mich aufs Fahrrad und radle zum Intermarché. Ganze fünf Minuten dauert die Fahrt. Perfekt! Der Supermarkt ist richtig gut sortiert und hält sogar eine kleine Überraschung für uns bereit: Unsere elektrische Zahnbürste gibt es hier tatsächlich zu einem akzeptablen Preis! Auch sonst sind die Preise im Vergleich zu den Supermärkten, die wir bisher besucht haben, erfreulich günstig. Also wandern frische Shrimps und die Zutaten für ein Curry für die nächsten Tage in meinen Einkaufswagen. So lässt es sich leben!

Kochen ohne Stress

Zurück am Campingplatz heißt es erst einmal Gemüse schnippeln. Ich bereite schon mal alles für morgen vor, denn nach der langen Fahrt möchte ich nicht auch noch stundenlang in der Küche stehen. Unser nächstes Ziel steht nämlich schon fest: Île de Ré und La Rochelle. Bevor wir dorthin aufbrechen, will ich aber noch den Küstenpfad in die andere Richtung erkunden. Und was soll ich sagen? Der ist wunderschön! Leider hat es auch hier gebrannt. Zum Glück konnte man es wohl eindämmen, denn die Fläche ist begrenzt.  Und der Stein! Ich glaube der sieht mich an :-).

Ich bin sofort hin und weg. Der Weg schlängelt sich durch die Landschaft und immer wieder gibt es herrliche Ausblicke. Genau mein Ding! Nur der Strand gegenüber bleibt heute unerreichbar. Zu viele Kurven führen noch dorthin – und irgendwann denke ich mir: Wenn ich jetzt weiterlaufe, muss ich den ganzen Weg schließlich auch wieder zurück. Das muss dann doch nicht sein.

Martin und die mysteriöse Zahnbürste

Auf dem Rückweg treffe ich den inzwischen erfolglosen Martin wieder. Der Fisch wollte heute offenbar genauso wenig wie wir – nämlich mitmachen. Also gibt es erst einmal Kaffee am Campingplatz. Gemütlicher geht es kaum. Doch dann kommt die Zahnbürste ins Spiel. Martin hatte das gute Stück inzwischen auseinandergebaut und offenbar sogar erfolgreich repariert. Alles bestens! Denkste.

Plötzlich meldet sich das Teil in der Stille wieder munter zu Wort. Offenbar hat unsere Zahnbürste ihren eigenen Kopf und beschlossen, uns noch ein bisschen zu beschäftigen. Also radle ich kurzerhand wieder zum Intermarché und kaufe eine neue. Problem gelöst. Hoffentlich! Und plötzlich klappt es doch!

Während ich gerade diesen Reisebericht schreibe, kommt Martin von seinem zweiten Angelausflug zurück. Und siehe da – diesmal gibt es tatsächlich etwas zu erzählen! Nachdem er zunächst ein paar Franzosen beim Angeln beobachtet hat, scheint die Inspiration endlich gewirkt zu haben. Ich habe kurzerhand eine Crevette geopfert – und siehe da: Neues Spiel, neues Glück!

Zack – eine Dorade hängt am Haken! Na bitte, geht doch! Martin hat seinen Fisch und ich kann mich entspannt zurücklehnen. Die Crevette hat ihren Dienst erfüllt und ist damit wohl das erfolgreichste Mitglied unserer Reisegruppe.

Drei Nächte am Moulin d’Aurore

Inzwischen haben wir drei Nächte auf dem Campingplatz Moulin d’Aurore verbracht. Der Platz liegt direkt am Meer und hat sogar einen eigenen Ausgang zum Strand. Dazu gibt es eine tolle Bar, viele Bäume und eine herrlich entspannte Atmosphäre. Die Stellplätze darfst Du Dir selbst aussuchen, allerdings solltest Du Dich auf teilweise ziemlich unebenen Untergrund einstellen. Die Sanitäranlagen sind sauber – allerdings ohne Klopapier. Für manche Menschen ist das vermutlich ein entscheidendes Detail. Uns ist es ziemlich egal. Für uns zählt das Gesamtpaket – und das stimmt hier einfach.

Unser Fazit: absolut empfehlenswert!

Boulangerie mit Suchtpotenzial

Ein besonderes Highlight findest Du direkt neben der Einfahrt zum Campingplatz: die Boulangerie Moulin.
Hier wird noch richtig handgemacht und das schmeckt man auch. Das beste traditionelle Baguette, das wir auf unserer bisherigen Reise gegessen haben, kommt tatsächlich von hier. Dazu gibt es richtig gute Croissants. Was will man mehr?

Wir wünschen guten Appetit! 

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Concarneau – Wind, Wellen und ein bisschen Slalom

Auf unserem neu entdeckten Campingplatz fühlen wir uns inzwischen richtig wohl. Also verlängern wir kurzerhand um eine Nacht. Schließlich soll Martin morgen in Ruhe angeln können. Und der Wind? Der soll laut Wetterbericht mit seinen 5 Bft endlich das Weite suchen. Perfekt! Dann kann ich meinen eigenen Plan verfolgen: schwimmen gehen. 

Denn heute haben wir tatsächlich den Ausgang vom Campingplatz direkt zum Strand entdeckt. Warum wir den erst jetzt gefunden haben? Keine Ahnung. Aber Hauptsache, er ist da! Mit dem Fahrrad zum Fort de Cabellou. Heute schwingen wir uns auf die Fahrräder und fahren zum Fort de Cabellou. Viel Festung ist von der ehemaligen Anlage zwar nicht mehr übrig – dafür gibt es eine fantastische Aussicht.

Allerdings müssen wir uns diese Aussicht erst einmal erarbeiten. Sobald wir aus dem Windschatten herauskommen, bläst uns der Wind fast um. Der Blick hinaus auf den Atlantik ist grandios. Und nach sieben Tagen Bretagne sehen wir endlich das, worauf wir gewartet haben: richtige Wellen! Nicht nur ein bisschen Gekräusel auf dem Wasser, sondern ordentlich Bewegung. Der Atlantik zeigt, dass er es durchaus kann.

Auf der Suche nach dem perfekten Angelplatz

Danach gehen wir noch auf Expedition. Schließlich muss für morgen der perfekte Angelplatz gefunden werden. Einen Wanderweg rund um einen See entdecken wir tatsächlich auch. Klingt prima – wäre da nicht das kleine Problem mit den Fahrrädern. Die lassen sich nämlich nicht vernünftig abstellen. Und da wir unsere Räder ungern irgendwo an der Leitplanke der Straße abstellen, wird aus dem schönen Wanderweg zunächst einmal nichts.

Zu Fuß zur Ville Close

Während mein Liebster anschließend noch fleißig Angelknoten lernen möchte, mache ich mich zu Fuß auf den Weg. Der Küstenweg zur Fähre führt wunderschön am Wasser entlang und bringt mich direkt zur Überfahrt auf die Ville Close, die berühmte befestigte Altstadt von Concarneau. Im Vergleich zu gestern Abend ist heute allerdings deutlich mehr los. Aber keine Sorge: Ich beherrsche den touristischen Slalom inzwischen perfekt. Links ausweichen, rechts vorbei, kurz lächeln und weiter. Natürlich bleibe ich für Dich nicht einfach auf den üblichen Touristenwegen. Ich biege auch mal in die Straßen dahinter ab und suche nach interessanten Ecken. Viel Spektakuläres finde ich dort allerdings nicht. Aber immerhin kann ich sagen: Ich habe nachgesehen!

Auf dem Rückweg treffe ich dann wieder Martin – diesmal mit einer ordentlich verknoteten Angelleine. Der Fang? Natürlich Algen. Was sonst? Immerhin hatte sich zusätzlich noch ein großer Seestern an der Leine eingenistet. Den haben wir natürlich schnell wieder ins Wasser gesetzt. Der eigentliche Fang des Tages war allerdings etwas ganz anderes: Martins Fahrradhelm! Der hatte sich bei dem kräftigen Wind selbstständig gemacht und war prompt im Wasser gelandet. Zum Glück hatte Martin seine Angel dabei. So konnte er nicht nur Fische fangen, sondern ganz nebenbei auch noch seinen Fahrradhelm retten. ??

Morgen wird Angeltag. Martin bekommt seine Angel, und ich bekomme hoffentlich meine Schwimmrunde. Denn das Wasser hat hier tatsächlich angenehme 20 Grad. Jetzt muss ich nur noch entscheiden, ob ich wirklich mutig genug bin, hineinzuspringen. Schließlich kann man bei 20 Grad ja nicht mehr behaupten, das Wasser sei kalt. Mal sehen, ob ich morgen zur Meerjungfrau werde – oder doch lieber nur die Füße hineinhalte! 🏊‍♀️🌊