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Le Diben

Le Diben

An der zerklüfteten Nordküste der Bretagne liegt mit Le Diben ein kleiner Hafenort, der bis heute den ursprünglichen Charakter der bretonischen Küste bewahrt hat. Zwischen granitenen Felsformationen, schmalen Wanderpfaden und dem rauen Atlantik entfaltet sich hier eine Landschaft, die zugleich wild und beruhigend wirkt.

Der kleine Naturhafen von Le Diben gehört zur Gemeinde Plougasnou und war jahrhundertelang ein wichtiger Ausgangspunkt für Fischer und Küstenschifffahrt. Noch heute schaukeln traditionelle Boote im Wasser, während sich bei Ebbe große Sand- und Schlickflächen zeigen – typisch für die Gezeitenküste der Bretagne. Wir hatten das Glück einen Stellplatz – zudem kostenlos – mit Blick auf den kleinen Hafen zu ergattern. Es war so still an diesem Ort, wie ich es sonst nur von meinem Lieblingsplatz an der Müritz kenne.

Für Wanderfreunde ist Le Diben ein idealer Ausgangspunkt. Entlang der Küste verläuft der berühmte bretonische Fernwanderweg GR 34, auch „Zöllnerpfad“ genannt. Der Weg führt direkt an den Klippen entlang und eröffnet spektakuläre Ausblicke auf Buchten, Inseln und das offene Meer.

Es war so entspannt, dass ich seit langer Zeit wieder einmal zum Macro-Fotografie gefunden habe. Es gibt so viele Motive – selbst auf einem Randstreifen hinter der Leitplanke…

Hier haben wir kostenlos übernachtet:

Port de Primel – Le Diben 29630

Ein Link von Park4Night, der Ort wurde nur falsch gespeichert. Im Juli-August kostet der 5 € die Nacht. 

Trégastel

Trégastel

ist quasi unser Nachbarort genau wie Perros-Guirec. Man hat beide Orte in 10 min mit dem Rad erreicht. Perfekt für unser Rad-Event heute bei trockenem Wetter und Sonnenschein – zumindest ab und an.

Hast Du schon einmal von Trégastel gehört? Dieser wunderschöne Ort in der Bretagne hat so einiges zu bieten. Besonders beeindruckend ist das Aquarium von Trégastel, das sich einzigartig in rosafarbenen Granitfelsen befindet. Beim Erkunden tauchst Du in eine faszinierende Unterwasserwelt ein und kannst viele spannende Meeresbewohner hautnah erleben. Vor allem die riesigen Langusten.

Ein weiteres Highlight ist das historische Gefängnis von Trégastel. Auch wenn es heute nicht mehr als Gefängnis genutzt wird, erzählt es dir viel über die Geschichte des Ortes und lässt dich in vergangene Zeiten eintauchen.

Trégastel ist perfekt, wenn du Natur, Kultur und besondere Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden möchtest. Egal ob du entspannen oder Neues entdecken willst – hier findest du garantiert etwas, das dich begeistert. Mich haben – wie immer – die Steine und das Farnfeld begeistert. Denn ich dachte, dass Farne nur im Wald und Halbschatten wachsen und diese sind hier voll in der Sonne.

 

Aquarium Trégastel

So etwas habe ich noch nie gesehen. In diese riesigen Steine eingebaut ein Aquarium – unfassbar. Sehr nett gemacht und lohnenswert. Über Tierschutz oder -Quälerei kann man sicher auch hier streiten.

Hier haben wir übernachtet:

Camping Tourony ASCI

Sehr schön an einer Bucht gelegen. Unten jeweils ein Foto bei Ebbe und eins bei Flut. Sanitäranlagen sehr gepflegt und sauber. Freundlicher Empfang! Jeden Tag kommt ein anderer „Imbisswagen“ ab 18 Uhr auf den Platz. Gestern war es einer mit Crêpe und Galette und heute mit herzhaften Gerichten. Ein etwas anderes Niveau als Imbiss wie wir ihn kennen. Ich hatte Rochen mit Gemüse und Fritten (gegen Kartoffel-Pü getauscht) und mein Liebster eine leckere Bratwurst zu den Fritten. Ich wusste gar nicht, dass man Rochen essen kann. Wunderbares zartes Filet ohne Gräten. Als Nachtisch Zitronen-Tartes. Leben wie Gott in Frankreich sag ich nur!

Tourony

Tourony

Bisher hatten wir ja ein echtes Händchen für unsere Campingplätze – quasi ein sechster Sinn für „hier wird’s schön“ und wir bekommen einen Platz. Also sind wir diesmal extra früh los und standen schon gegen 11 Uhr auf dem Platz.

Damit wir wenigstens halbwegs würdevoll und vor allem trocken in den Camper kommen, haben wir kurzerhand unser Sonnensegel umfunktioniert – zack, neues Leben als Regensegel! Improvisation Level: Camping-Profi. Und siehe da: Es funktioniert! Das Auto bleibt und wir bleiben trocken und alles Nasse wird konsequent draußen aussortiert.

Tourony liegt eingebettet in eine der beeindruckendsten Küstenlandschaften Frankreichs. Hier trifft der Atlantik auf bizarre Felsformationen, die aussehen, als hätte ein Künstler zu viel Zeit und zu viel Fantasie gehabt. Das Highlight: die berühmte rosa Granitküste rund um Ploumanac’h.

Zwischen den Felsen schlängeln sich kleine Wege entlang der Küste. Perfekt für Spaziergänge, bei denen man normalerweise entweder tiefgründig in den Horizont schaut… oder verzweifelt versucht, nicht vom Wind in die nächste Zeitzone geweht zu werden.

Tja: ausgerechnet bei uns ist der Wind offenbar im Urlaub. Kein dramatisches Haare-im-Gesicht, kein heldenhaftes Gegen-den-Sturm-Ankämpfen – stattdessen könnten wir entspannt Schlendern. Fast schon enttäuschend. Aber gut, für unsere geplante Radtour ist das Ganze natürlich ein Volltreffer. Man kann eben nicht alles haben. Dafür muss es morgen aber trocken sein.

Skulpturengarten in der Nähe

Direkt am Ortseingang von Ploumanac’h liegt dieser etwas ungewöhnliche Park: ein Freilichtmuseum aus rosa Granit – also quasi Kunst, die perfekt zur Landschaft passt. Eine Mischung aus moderner Kunst, bretonischer Mythologie und abstrakten Formen. Der Park ist kein klassisches Museum sondern eher ein entspannter Rundweg mit 15 – 20 monumentalen Skulpturen kostenlos und jederzeit zugänglich. Die für mich schönsten siehst Du in der Galerie.

Paimpol

Paimpol

Heute führt uns der Weg weiter nach Paimpol. Wir sind so gut wie am Atlantik angekommen. Ein kleines Stückchen fehlt noch. Die kleine Hafenstadt Paimpol in der Bretagne wirkt wie ein verstecktes Juwel an der rauen Nordküste Frankreichs. Die Küste rund um Paimpol ist von beeindruckender Schönheit: Zerklüftete Felsen, kleine Buchten und das stetige Spiel von Ebbe und Flut schaffen eine Landschaft, die gleichzeitig wild und beruhigend wirkt. Spaziergänge entlang der Küstenpfade eröffnen immer neue Ausblicke auf das offene Meer, während Möwenrufe und das Rauschen der Wellen die perfekte Klangkulisse liefern.

Im Ortskern von Paimpol prägen charmante Bruchsteinhäuser das Bild. Ihre robusten Fassaden trotzen bis heute Wind und Wetter. Enge Gassen führen vorbei an kleinen Cafés und traditionellen Geschäften. Wir haben am Hafen einen Café au lait bestellt. Ganze 1,90 € und im Eiscafé zwei „Bällchen“ für 5 € super leckeres Eis bestellt. Das war ein Genuss und fast schon zuviel, so voll war der Becher. 

Die Gegend ist ein echtes Wanderparadies – vorausgesetzt, die eigenen Beine sind nicht nur Deko, sondern auch funktionstüchtig. Wir hingegen dachten uns: „Ach, das geht bestimmt auch entspannt mit dem Rad!“ Ging es nicht! Der Weg war nämlich schneller zu Ende als unsere Motivation am Montagmorgen.

Kaum hatten wir uns halbwegs eingerichtet, tauchte eine Französin auf, die uns mit einem Blick bedachte, der irgendwo zwischen „Was macht ihr da?“ und „Das ist hier kein Radweg, meine Freunde!“ lag. Sagen wir so: Ihre Meinung kam auch ohne viele Worte sehr deutlich bei uns an, wir verstehen ja kein Französisch.

Offenbar sind die Wege dort nicht ganz so fahrradfreundlich wie die guten alten deutschen Feldwege, auf denen man sich fühlt wie der König der Landstraße. Also blieb uns nichts anderes übrig, als umzudrehen und brav die Straße zu nehmen – ganz regelkonform und mit leicht angekratztem Abenteuerstolz. Die Straßen sind nämlich gut für Radfahrer markiert.

Immerhin: Am Ziel sind wir angekommen! Den Aussichtspunkt selbst hätte man allerdings nur zu Fuß erklimmen können. Und na ja… sagen wir, unsere Füße sind zur Zeit im Feierabendmodus. Also haben wir die Spitze der Landzunge Spitze sein lassen.

Die Küstenlandschaft rund um Paimpol gehört zu den eindrucksvollsten Abschnitten der Bretagne – vor allem wegen ihrer markanten Felsen und der starken Gezeiten. Die Felsen zeigen sich hier oft zerklüftet und kantig, geformt von Wind, Salz und der unaufhörlichen Kraft des Meeres. In der Region herrscht ein ausgeprägter Tidenhub: Bei Ebbe zieht sich das Meer weit zurück und legt felsige Flächen, Algenfelder und kleine Meeresbecken frei. Man kann dann auf dem Meeresboden spazieren, Muscheln entdecken oder die vielfältige Tierwelt beobachten. Bei Flut hingegen steigt das Wasser schnell an und umspült die Felsen, wodurch sich die Küste innerhalb weniger Stunden komplett verwandelt. Leider war die Flut für das Gegenfoto zu spät am Abend.

Hier haben wir übernachtet:

Camping Panorama du Rohou

Bestechend die Aussicht auf das Meer. Sehr freundlicher kleiner Platz. Ein bisschen Trouble hatten wir mit dem Stromanschluß. Der funktionierte nur auf einer Seite und jetzt auch wieder nicht. Das hat unser Stromkonzept ein wenig durcheinander gebracht. Auch das Internet funktioniert nur mäßig hier. Bei Abfahrt hatten wir ziemlichen Regen, dann stehen die Toiletten ein wenig unter Wasser.

Aussicht Campingplatz du Rohou in Ploubazlanec. Wir stehen auf einem Plateau und schauen direkt aufs Meer.

Kleines Zwischenspiel

Camping im Regen ist so eine Erfahrung, die du nie vergisst – auch wenn es nur mit einem Camper ist und zum Glück kein Zelt

Du wachst morgens auf und denkst dir noch nichts Böses. Ein leichter Trommelwirbel auf dem Dach, ganz gemütlich, ich liebe es… bis du die Tür öffnest und feststellst: Dein Stellplatz hat sich über Nacht in ein kleines ambitioniertes Feuchtbiotop verwandelt. Während du noch versuchst, deine Würde zusammenzukratzen, steht dein Camper schon halb im Wasser.

Dann kommt der Klassiker: die Fensterabdeckung. Außen klatschnass, innen auch irgendwie feucht (wie macht sie das eigentlich?). Du versuchst, dieses tropfende Ungetüm möglichst elegant zu verstauen – Ergebnis: Es endet damit, dass du alles, inklusive dir selbst, einmal komplett mit Wasser segnest. Dann noch wohin mit den nassen Keilen und Stromkabel bei einer Raumfläche von einem halben Quadratmeter. Kurzer Hand eine Mülltüte ausgerollt und Boden gesichert.

Und natürlich zieht die Feuchtigkeit auch gleich mit ins Auto ein. Es ist, als hätte sie beschlossen: „Hier bleib ich jetzt.“ Plötzlich fühlt sich alles leicht klamm an – Sitze, Kleidung, deine Laune. Du entwickelst eine sehr persönliche Beziehung zu beschlagenen Scheiben und diesem ganz speziellen „nasser Camper“-Duft. Zum Glück haben wir eine Heizung eingebaut.

Aber hey – genau das sind die Momente, die später zu den besten Geschichten werden. Also ziehst du die nassen Socken aus, kochst dir einen Kaffee und sagst dir: Beim nächsten Mal… wird alles anders.

Satelittenbild Regenband Urlaubsort

Saint-Brieuc

Saint Brieuc

Wer bei Saint-Brieuc nur an eine ruhige bretonische Stadt denkt, hat die Rechnung ohne ihre Wände gemacht. Denn hier passiert etwas, das man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht erwartet: Saint-Brieuc ist eine kleine, aber ziemlich beeindruckende Open-Air-Galerie. Genau das Richtige für mich. 

Zwischen alten Häuserfassaden, unscheinbaren Gassen und modernen Gebäuden tauchen sie plötzlich auf – riesige Murals, verspielte Illustrationen, politische Statements oder einfach Kunst, die gute Laune macht. Streetart gehört hier ganz selbstverständlich zum Stadtbild, als hätte jemand beschlossen: „Warum graue Wände, wenn es auch spannend geht?“

Leider wollte das Wetter wieder nicht so. In den einzigen zwei Stunden ohne Regen haben wir es geschafft eine Rad-Tour zum Hafen nach Légué, am Leuchtturm bei Ebbe Muscheln sammeln und auf dem Rückweg in die historische Stadt mit Graffity-Suche. Zum Hafen hat uns der nette Schrankenwärter extra die Brücke geöffnet, damit wir auf die andere Seite kommen.

Wenn man nicht so gut französisch sprechen ist es manchmal mühselig. Aber die Menschen sind sehr geduldig und erfindungsreich. An einer Tankstelle mussten wir vorher einen Betrag festlegen, damit wir tanken können. Bis die freundliche Frau und ich das geregelt hatten, war ein bisschen Zeit vergangen. Alle sind hier lächelnd geduldig – zumindest bis jetzt. Andere sprechen auch kein Englisch, dann geht es mit Händen und Füßen und zum Glück gibt es zur Not das Mobil-Telefon mit einem Übersetzer.

Das mit dem Regen finde ich grundsätzlich nicht schlimm, aber zum Fotografieren ist es wirklich ungünstig. 

Hier haben wir zwei Nächte verbracht:

Gegen 16 Uhr ohne Reservierung angekommen. Der junge Mann hat es dann doch noch möglich gemacht, wahrscheinlich weil wir keinen Strom brauchten. So hatten wir im Stadtpark, voll im Grünen, einen tollen Platz. Super ruhig – bis auf die Taube, die auf einem Zweig saß und über das Leben nachdachte.