Start 5 Schlagwort: Frankreich ( Page 3 )

Lorient

Lorient

Nachdem wir den Regen auf dem Campingplatz erfolgreich ausgesessen hatten schwangen wir uns auf die Räder und starteten von Lomener Richtung Lorient. Nicht auf der legendären Route 66, sondern deutlich französischer und weniger glamourös auf der „R45“. Klingt zwar nicht ganz so rockig, brachte uns aber immerhin nach etwa 30 Minuten ans Ziel.

Die Strecke hatte alles zu bieten: Sandwege, kleine Parks und Strandabschnitte. Unser Ziel war der Hafen von Lorient. Auf dem Weg zur „Bushaltestelle fürs Schiff“ entdeckten wir einige spannende Lost Places und beeindruckende Graffitis.

Mit dem Schiff setzten wir auf die andere Seite über und besuchten dort die beeindruckende Citadelle. Danach ging unsere Radtour weiter bis Pen Mané zur nächsten Schiffshaltestelle. Von dort aus fuhren wir wieder zurück nach Lorient und schließlich gemütlich zum Campingplatz — diesmal mit viel Sonne im Gesicht und total entspannt.

Citadelle de Port-Louis

Die Citadelle de Port-Louis liegt an der Südküste der Bretagne gegenüber der Stadt Lorient. Wir sind mit dem City-Bus-Schiff für 1,50 € pro Person inkl. Fahrräder ca. 6 min. von Lorient aus übergesetzt. Sie zählt zu den bedeutendsten historischen Festungsanlagen der Region und beeindruckt durch ihre Lage direkt am Atlantik. Die Citadelle diente lange Zeit als militärischer Stützpunkt und zum Schutz der Küste vor feindlichen Angriffen.

Besonders interessant waren die beiden Museen innerhalb der Festung. Im Schifffahrtsmuseum erfährt man viel über die Geschichte der französischen Marine und den Seehandel. Es gibt für 2 € einen deutschen Audioguide. Das Museum ist wirklich sehr schön, auch für Menschen, die nur schauen wollen. Für Jeden ist etwas dabei: Modelle von Schiffen, Navigationsinstrumente und historische Karten, Porzellan und Gemälde.

Im Museum der Ostindien-Kompanie wird die Handelsgeschichte Frankreichs mit Asien dargestellt. Die ausgestellten Gegenstände aus China, Indien und Afrika zeigen, wie weitreichend die Handelsbeziehungen damals waren. Es ist sehr beeindruckend mit ins Detail gehenden Miniaturansichten und ähnlich kunstvollen Darstellungen.

Der Rundgang auf den Festungsmauern bietet einen wunderschönen Blick auf den Hafen von Lorient, das Meer und die bretonische Küste. Bei gutem Wetter kann man zahlreiche Segelboote beobachten und die frische Meeresluft genießen. Mit Glück fährt auch ein großes Schiff vorbei.

Wir haben hier

Camping Sandaya Belle Plage ACSI

zwei ruhige Nächte hinter den Dünen verbracht. Der Platz war nett und alles sauber. Das Restaurant wollten wir nicht ausprobieren (Ambiente naja) und den Eingang zum überdachten Swimmingpool haben wir nicht gefunden, es gab aber auch keine Umkleide da in der Nähe. Gut, wir hätten Fragen können. In der Nähe ist wohl auch ein Taucherparadies. Davon liefen viele bei uns rum.

Quimper

Quimper

Die bretonische Stadt Quimper begeistert sofort mit ihrer lebendigen Atmosphäre, den charmanten Gassen und der typisch französischen Gelassenheit. Zwischen historischen Fachwerkhäusern, kleinen Cafés und grünen Uferwegen zeigt sich die Bretagne hier von ihrer besonders freundlichen und einladenden Seite.

Eine Altstadt wie aus dem Bilderbuch

Schon beim ersten Spaziergang durch die Altstadt von Quimper fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt. Bunte Fachwerkhäuser lehnen sich leicht schief aneinander, Blumen schmücken die Fenster, und überall laden kleine Geschäfte und Crêperien zum Verweilen ein.

Die bretonischen Steigungen – sportlich und lohnenswert

Quimper liegt nicht flach – und genau das macht die Stadt mal wieder so spannend, wie auch andere davor. Die kleinen bzw. großen Anstiege und hügeligen Straßen gehören einfach zur Bretagne dazu. Gerade mit dem Fahrrad sorgen die Steigungen immer wieder für schöne Ausblicke über Dächer, Flussläufe und grüne Hügel … und für Muskelkater trotz E-Bike.Uns hat das Städtchen gut gefallen. Hier konnte man – nicht wie in Morlaix – mit dem Camper auf einem großen Parkplatz oberhalb gut parken, die Räder abschnallen und losradeln.

Le Diben

Le Diben

An der zerklüfteten Nordküste der Bretagne liegt mit Le Diben ein kleiner Hafenort, der bis heute den ursprünglichen Charakter der bretonischen Küste bewahrt hat. Zwischen granitenen Felsformationen, schmalen Wanderpfaden und dem rauen Atlantik entfaltet sich hier eine Landschaft, die zugleich wild und beruhigend wirkt.

Der kleine Naturhafen von Le Diben gehört zur Gemeinde Plougasnou und war jahrhundertelang ein wichtiger Ausgangspunkt für Fischer und Küstenschifffahrt. Noch heute schaukeln traditionelle Boote im Wasser, während sich bei Ebbe große Sand- und Schlickflächen zeigen – typisch für die Gezeitenküste der Bretagne. Wir hatten das Glück einen Stellplatz – zudem kostenlos – mit Blick auf den kleinen Hafen zu ergattern. Es war so still an diesem Ort, wie ich es sonst nur von meinem Lieblingsplatz an der Müritz kenne.

Für Wanderfreunde ist Le Diben ein idealer Ausgangspunkt. Entlang der Küste verläuft der berühmte bretonische Fernwanderweg GR 34, auch „Zöllnerpfad“ genannt. Der Weg führt direkt an den Klippen entlang und eröffnet spektakuläre Ausblicke auf Buchten, Inseln und das offene Meer.

Es war so entspannt, dass ich seit langer Zeit wieder einmal zum Macro-Fotografie gefunden habe. Es gibt so viele Motive – selbst auf einem Randstreifen hinter der Leitplanke…

Hier haben wir kostenlos übernachtet:

Port de Primel – Le Diben 29630

Ein Link von Park4Night, der Ort wurde nur falsch gespeichert. Im Juli-August kostet der 5 € die Nacht. 

Trégastel

Trégastel

ist quasi unser Nachbarort genau wie Perros-Guirec. Man hat beide Orte in 10 min mit dem Rad erreicht. Perfekt für unser Rad-Event heute bei trockenem Wetter und Sonnenschein – zumindest ab und an.

Hast Du schon einmal von Trégastel gehört? Dieser wunderschöne Ort in der Bretagne hat so einiges zu bieten. Besonders beeindruckend ist das Aquarium von Trégastel, das sich einzigartig in rosafarbenen Granitfelsen befindet. Beim Erkunden tauchst Du in eine faszinierende Unterwasserwelt ein und kannst viele spannende Meeresbewohner hautnah erleben. Vor allem die riesigen Langusten.

Ein weiteres Highlight ist das historische Gefängnis von Trégastel. Auch wenn es heute nicht mehr als Gefängnis genutzt wird, erzählt es dir viel über die Geschichte des Ortes und lässt dich in vergangene Zeiten eintauchen.

Trégastel ist perfekt, wenn du Natur, Kultur und besondere Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden möchtest. Egal ob du entspannen oder Neues entdecken willst – hier findest du garantiert etwas, das dich begeistert. Mich haben – wie immer – die Steine und das Farnfeld begeistert. Denn ich dachte, dass Farne nur im Wald und Halbschatten wachsen und diese sind hier voll in der Sonne.

 

Aquarium Trégastel

So etwas habe ich noch nie gesehen. In diese riesigen Steine eingebaut ein Aquarium – unfassbar. Sehr nett gemacht und lohnenswert. Über Tierschutz oder -Quälerei kann man sicher auch hier streiten.

Hier haben wir übernachtet:

Camping Tourony ASCI

Sehr schön an einer Bucht gelegen. Unten jeweils ein Foto bei Ebbe und eins bei Flut. Sanitäranlagen sehr gepflegt und sauber. Freundlicher Empfang! Jeden Tag kommt ein anderer “Imbisswagen” ab 18 Uhr auf den Platz. Gestern war es einer mit Crêpe und Galette und heute mit herzhaften Gerichten. Ein etwas anderes Niveau als Imbiss wie wir ihn kennen. Ich hatte Rochen mit Gemüse und Fritten (gegen Kartoffel-Pü getauscht) und mein Liebster eine leckere Bratwurst zu den Fritten. Ich wusste gar nicht, dass man Rochen essen kann. Wunderbares zartes Filet ohne Gräten. Als Nachtisch Zitronen-Tartes. Leben wie Gott in Frankreich sag ich nur!

Paimpol

Paimpol

Heute führt uns der Weg weiter nach Paimpol. Wir sind so gut wie am Atlantik angekommen. Ein kleines Stückchen fehlt noch. Die kleine Hafenstadt Paimpol in der Bretagne wirkt wie ein verstecktes Juwel an der rauen Nordküste Frankreichs. Die Küste rund um Paimpol ist von beeindruckender Schönheit: Zerklüftete Felsen, kleine Buchten und das stetige Spiel von Ebbe und Flut schaffen eine Landschaft, die gleichzeitig wild und beruhigend wirkt. Spaziergänge entlang der Küstenpfade eröffnen immer neue Ausblicke auf das offene Meer, während Möwenrufe und das Rauschen der Wellen die perfekte Klangkulisse liefern.

Im Ortskern von Paimpol prägen charmante Bruchsteinhäuser das Bild. Ihre robusten Fassaden trotzen bis heute Wind und Wetter. Enge Gassen führen vorbei an kleinen Cafés und traditionellen Geschäften. Wir haben am Hafen einen Café au lait bestellt. Ganze 1,90 € und im Eiscafé zwei “Bällchen” für 5 € super leckeres Eis bestellt. Das war ein Genuss und fast schon zuviel, so voll war der Becher. 

Die Gegend ist ein echtes Wanderparadies – vorausgesetzt, die eigenen Beine sind nicht nur Deko, sondern auch funktionstüchtig. Wir hingegen dachten uns: „Ach, das geht bestimmt auch entspannt mit dem Rad!“ Ging es nicht! Der Weg war nämlich schneller zu Ende als unsere Motivation am Montagmorgen.

Kaum hatten wir uns halbwegs eingerichtet, tauchte eine Französin auf, die uns mit einem Blick bedachte, der irgendwo zwischen „Was macht ihr da?“ und „Das ist hier kein Radweg, meine Freunde!“ lag. Sagen wir so: Ihre Meinung kam auch ohne viele Worte sehr deutlich bei uns an, wir verstehen ja kein Französisch.

Offenbar sind die Wege dort nicht ganz so fahrradfreundlich wie die guten alten deutschen Feldwege, auf denen man sich fühlt wie der König der Landstraße. Also blieb uns nichts anderes übrig, als umzudrehen und brav die Straße zu nehmen – ganz regelkonform und mit leicht angekratztem Abenteuerstolz. Die Straßen sind nämlich gut für Radfahrer markiert.

Immerhin: Am Ziel sind wir angekommen! Den Aussichtspunkt selbst hätte man allerdings nur zu Fuß erklimmen können. Und na ja… sagen wir, unsere Füße sind zur Zeit im Feierabendmodus. Also haben wir die Spitze der Landzunge Spitze sein lassen.

Die Küstenlandschaft rund um Paimpol gehört zu den eindrucksvollsten Abschnitten der Bretagne – vor allem wegen ihrer markanten Felsen und der starken Gezeiten. Die Felsen zeigen sich hier oft zerklüftet und kantig, geformt von Wind, Salz und der unaufhörlichen Kraft des Meeres. In der Region herrscht ein ausgeprägter Tidenhub: Bei Ebbe zieht sich das Meer weit zurück und legt felsige Flächen, Algenfelder und kleine Meeresbecken frei. Man kann dann auf dem Meeresboden spazieren, Muscheln entdecken oder die vielfältige Tierwelt beobachten. Bei Flut hingegen steigt das Wasser schnell an und umspült die Felsen, wodurch sich die Küste innerhalb weniger Stunden komplett verwandelt. Leider war die Flut für das Gegenfoto zu spät am Abend.

Hier haben wir übernachtet:

Camping Panorama du Rohou

Bestechend die Aussicht auf das Meer. Sehr freundlicher kleiner Platz. Ein bisschen Trouble hatten wir mit dem Stromanschluß. Der funktionierte nur auf einer Seite und jetzt auch wieder nicht. Das hat unser Stromkonzept ein wenig durcheinander gebracht. Auch das Internet funktioniert nur mäßig hier. Bei Abfahrt hatten wir ziemlichen Regen, dann stehen die Toiletten ein wenig unter Wasser.

Aussicht Campingplatz du Rohou in Ploubazlanec. Wir stehen auf einem Plateau und schauen direkt aufs Meer.

Kleines Zwischenspiel

Camping im Regen ist so eine Erfahrung, die du nie vergisst – auch wenn es nur mit einem Camper ist und zum Glück kein Zelt

Du wachst morgens auf und denkst dir noch nichts Böses. Ein leichter Trommelwirbel auf dem Dach, ganz gemütlich, ich liebe es… bis du die Tür öffnest und feststellst: Dein Stellplatz hat sich über Nacht in ein kleines ambitioniertes Feuchtbiotop verwandelt. Während du noch versuchst, deine Würde zusammenzukratzen, steht dein Camper schon halb im Wasser.

Dann kommt der Klassiker: die Fensterabdeckung. Außen klatschnass, innen auch irgendwie feucht (wie macht sie das eigentlich?). Du versuchst, dieses tropfende Ungetüm möglichst elegant zu verstauen – Ergebnis: Es endet damit, dass du alles, inklusive dir selbst, einmal komplett mit Wasser segnest. Dann noch wohin mit den nassen Keilen und Stromkabel bei einer Raumfläche von einem halben Quadratmeter. Kurzer Hand eine Mülltüte ausgerollt und Boden gesichert.

Und natürlich zieht die Feuchtigkeit auch gleich mit ins Auto ein. Es ist, als hätte sie beschlossen: „Hier bleib ich jetzt.“ Plötzlich fühlt sich alles leicht klamm an – Sitze, Kleidung, deine Laune. Du entwickelst eine sehr persönliche Beziehung zu beschlagenen Scheiben und diesem ganz speziellen „nasser Camper“-Duft. Zum Glück haben wir eine Heizung eingebaut.

Aber hey – genau das sind die Momente, die später zu den besten Geschichten werden. Also ziehst du die nassen Socken aus, kochst dir einen Kaffee und sagst dir: Beim nächsten Mal… wird alles anders.

Satelittenbild Regenband Urlaubsort