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Batz-sur-mer

Ersteinmal Richtung Schloß

Ausgeschlafen genießen wir erst einmal unsere Tradition: Frühstück! Gegen 10 Uhr schwingen wir uns aufs Rad. Diesmal probiere ich den Hinterausgang des Campingplatzes aus. Nach etwa 2 Kilometern soll dort das Schloss Manoir de Cardinal liegen.

Schloss gesucht, Salzfelder gefunden

Tja … soll. Schon unterwegs hatte ich mich gewundert, denn angeblich durfte man mit dem Rad dort gar nicht entlang. Wir durften trotzdem – und standen schließlich vor einer Mauer. Dahinter das Schloss, davor wir: Privatbesitz! Im Internet sah das irgendwie ganz anders aus. Also heißt es: Plan ändern und weiter Richtung Batz-sur-Mer. Martin freut sich dort schon auf seine Crêperie. Auf dem Weg dorthin radeln wir noch mitten durch die weitläufigen Salzfelder. Herrlich! Leider haben wir die auf Deutsch angebotene Führung verpasst. Aber gut – dann eben beim nächsten Mal!

Parc Jean & Soizik Fréour

Der Park befindet sich im Herzen von Batz-sur-Mer, an der Place du Mûrier. Die rund 2.400 m² große ehemalige private Künstlerresidenz gehörte dem Bildhauer Jean Fréour und seiner Frau Soizik. Die Gemeinde kaufte das Anwesen 2021 von den Erben, um das Grundstück dauerhaft zu erhalten und öffentlich zugänglich zu machen.

Jean Fréour (1919–2010) war ein bedeutender bretonischer Bildhauer, der viele Jahre in Batz-sur-Mer lebte und dort bis zu seinem Tod arbeitete. Seine Werke finden sich an zahlreichen Orten in der Region. Der Park erinnert deshalb nicht nur an den Künstler, sondern auch an seine Frau Soizik, die ihm als Muse und Lebensgefährtin eng verbunden war. Besonders schön: Bei der Gestaltung wurde der Charakter des ehemaligen Künstlergartens aufgegriffen. Es wurden 25 Bäume sowie rund 4.000 Sträucher, Pflanzen und Blumen gepflanzt. Natur und Kunst sollen hier bewusst miteinander verbunden werden. Dazu kommen Natursteinmauern, Granitstufen und eine kleine Bühne.

Ein echter Hingucker ist die etwa zwei Meter hohe Granitstatue von Aymeric Louvet. Sie zeigt Jean Fréour beim Bildhauen seiner Muse Soizik – eine ziemlich passende Hommage für diesen besonderen Ort. Die drei historischen Gebäude des Anwesens – Villa, Atelier und kleine Maison – sind derzeit noch nicht vollständig für Besucher geöffnet. Sie sollen nach und nach saniert und künftig für künstlerische, kulturelle und gemeinschaftliche Zwecke genutzt werden. Geplant ist unter anderem ein saisonales „Café du parc“. Mir hat es da gut gefallen und das mit dem Café kann ich mir an diesem Ort gut vorstellen.

Danach geht’s direkt zum Strand. Bei der netten Strandbar Cabana Saint Michel suchen wir uns ein Plätzchen und gönnen uns erst einmal einen Café grande. ☕ Danach laufen wir ein Stück am Wasser entlang, klettern ein wenig zwischen den Felsen herum und lassen uns die frische Meeresluft um die Nase wehen. Genau so darf ein Vormittag am Atlantik aussehen!

Plan A: Die Crêperie du Derwin

Nun ist die Zeit reif für die Crêperie du Derwin. Was Martin mir allerdings verschwiegen hat: Reservieren wäre eine ziemlich gute Idee gewesen, stand wohl auch im Internet sagt Martin. Und natürlich ist heute Sonntag – da gehen die Franzosen mit Familie bekanntlich gern und ausgiebig mittags essen. Der volle Parkplatz bestätigt das eindrucksvoll. Rappelvoll! Also Plan A kurzerhand gestrichen und Plan B gestartet.

Plan B: Crêpes und Flohmarkt

Eine andere Crêperie ist schnell im Internet gefunden: Fleur de Sel, nur einen Kilometer weiter. Also wieder aufs Rad und los. Diesmal führt der Weg allerdings mitten über einen Flohmarkt. Wir schieben unsere Räder durch das bunte Treiben – eigentlich gar nicht schlecht, denn so bekommen wir gleich noch ein bisschen Marktgefühl gratis dazu.

Und dann klappt es endlich: Platz gefunden, Galettes bestellt und richtig lecker gegessen! Nur beim Bezahlen sorgt ein kleines Missverständnis noch für Unterhaltung. Unsere Bitte zu bezahlen versteht die Bedienung offenbar als Reklamation: Wir hätten unser Essen noch gar nicht bekommen! Dabei hatten wir längst aufgegessen. Nach gefühlten 30 Minuten ist auch dieses Rätsel gelöst, die Rechnung bezahlt und wir können endlich weiter. Nächstes Ziel: Guérande!

Saint Nazaire

Saint-Nazaire – zwischen Werft, Meer und ungewöhnlichen Skulpturen und Graffitys

Nach dem Frühstück sind wir mit dem Rad nach Saint-Nazaire gefahren. Insgesamt waren es dann 60 km hin und zurück. Wir haben zwei verschiedene Vorschläge genutzt. Beide Radrouten waren schön zu fahren. Die in der Nähe vom Meer ist straßentechnisch etwas angenehmer als die durch die Waldstücke.

Saint-Nazaire ist keine Stadt, die sich mit romantischen Altstadtgassen schmückt. Überhaupt hat hier irgendwie der Flair gefehlt. Hier geht es deutlich maritimer, industrieller und manchmal auch überraschend kreativ zu. Große Schiffe und große Geschichte. Saint-Nazaire ist untrennbar mit dem Schiffbau verbunden. Die riesigen Werftanlagen prägen das Stadtbild und zeigen eindrucksvoll, welche Dimensionen der Schiffbau hier erreicht. Zwischen Hafen, Kränen und gewaltigen Bauhallen wirkt vieles eine Nummer größer als anderswo. Man kann auch große Kreuzfahrtschiffe sehen.

Kunst trifft Atlantik

Was aber Saint-Nazaire ganz gut gelungen ist, die Verbindung von Kunst und Meer. Beim Spaziergang entlang der Küste begegnen uns immer wieder ungewöhnliche Formen und Skulpturen. Auch im Stadtgebiet entdecken wir immer wieder interessante Skulpturen und Kunstwerke. Genau solche überraschenden Kunstwerke machen für mich den Reiz der Stadt aus. Wir haben uns extra einen Plan im Tourismus-Büro geholt. Der war nicht gut ausgearbeitet, so haben wir hier unsere 2. te Streetart-Schnitzeljagd gemacht. Letztlich sind wir wieder aufs Rad gestiegen, sonst wären wir jetzt noch nicht am Campingplatz.

Hier gibt es auch jede Menge Streetart zu entdecken. Und genau das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Schließlich ist es doch viel spannender, durch eine Stadt zu laufen und plötzlich vor einem riesigen Kunstwerk zu stehen.
Im Tourismusbüro bekommt man dafür sogar einen Plan mit den verschiedenen Streetart-Werken. Perfekt, dachten wir! Plan in der Hand, Kamera bereit und los geht’s. Was sollte da noch schiefgehen? Nun ja … einiges. Denn so hilfreich der Plan auch sein möchte – wirklich einfach ist es nicht, die Kunstwerke damit zu finden. Manche befinden sich etwas versteckt, andere sind aus unserer Sicht nicht unbedingt dort, wo man sie laut Karte vermutet. Und so wird aus einer gemütlichen Streetart-Tour ziemlich schnell eine kleine Schnitzeljagd durch Saint-Nazaire.

„Hier müsste es doch sein …“
„Bist du sicher?“
„Laut Plan schon!“
„Dann muss das Kunstwerk wohl gerade Urlaub machen.“

Also laufen wir ein paar Schleifen, schauen in Seitenstraßen, drehen uns gefühlt dreimal im Kreis und halten Ausschau nach bunten Fassaden. Einige Werke sind wirklich beeindruckend und bringen ordentlich Farbe in das ansonsten eher von Hafen, Industrie und maritimer Geschichte geprägte Stadtbild. Sieh selbst:

Beeindruckend sind auch die Brücken am Hafen. Hier noch ein paar Eindrücke vom Strand und von der Stadt drumherum.

Auray

Tag 11 – Regen, Romantik und ein kleiner Dämpfer in Auray

Heute Morgen haben wir an der L`Amor Plage ausnahmsweise nicht auf den Regenradar geschaut, obwohl der Himmel schon verdächtig grau daherkam. Tja, kaum waren wir auf dem kurzen Weg zur Boulangerie, hatte uns der Regen auch schon komplett erwischt. Patschnass in Rekordzeit! Das ging erstaunlich schnell. Zu allem Übel musste Martin unterwegs noch sein Handy irgendwie trocken verpacken. Also standen wir da: nass, leicht genervt und mit einem dringenden Bedürfnis nach Kaffee, Frühstück und einem trockenen Plätzchen. Immerhin haben wir dank der zahlreichen Schilder den Weg zurück zum Campingplatz wiedergefunden.

Wobei wir es wahrscheinlich sogar geschafft hätten, wenn uns nicht noch die Sache mit der SIM-Karte dazwischen gekommen wäre. Denn nachdem uns die Dame im Orange-Shop in Lorient unbedingt ein 30-Euro-Abo pro Monat andrehen wollte und behauptete, eine Prepaid-Karte gäbe es nur im Tabak-Shop, wollten wir unser Glück genau dort versuchen. Wir suchen schließlich eine Orange-Prepaid-Karte für 10 Euro – schließlich funktioniert Orange an der Küste bei uns am zuverlässigsten.

Mittlerweile sind wir nämlich wirklich entnervt von unserem Internet-Abenteuer. Der Upload unserer Reiseberichte wird zur Geduldsprobe und selbst die ganz normale Handynutzung fühlt sich inzwischen an wie eine Expedition ins digitale Niemandsland. Das macht definitiv keinen Spaß mehr! Also hinein in den Tabak-Shop. Der Verkäufer schaut uns an, schaut in sein Sortiment und ist der festen Überzeugung: Diese Karte hat er nicht. Punkt!

Aber da hat er die Rechnung ohne Martin gemacht. Martin gibt nämlich nicht auf! Also wurde noch einmal mühsam im Internet recherchiert – und siehe da: Die begehrte Orange-Prepaid-Karte gibt es tatsächlich für 10 Euro genau hier im Tabakladen. Manchmal muss man eben nur lange genug suchen. Oder genauer gesagt: Martin muss lange genug suchen. Also erstmal frühstücken, die SIM-Karte einfach kaufen und dann ab nach Auray.

Auray – alte Gassen, romantische Ecken und französische Leckereien

Auray stand schon länger auf unserer Liste. Im Mai hatten wir das romantische Städtchen nämlich leider nicht mehr geschafft. Heute sollte es endlich klappen. Und tatsächlich: Parkplatz gefunden! Für Kastenwagen gibt es hier erfreulich viele Möglichkeiten. Das gefällt uns natürlich ausgesprochen gut. Also los, Richtung Oberstadt – vorbei am Hafen und hinein in die hübschen Gassen.

Nur so viel als kleine Warnung für Dich: Auray liegt nicht gerade auf einer Tischplatte. Ein paar Höhenmeter kommen schon zusammen. Aber was tut man nicht alles für ein romantisches Städtchen? Oben angekommen, erwartet uns eine wirklich schöne Mischung aus alten Häusern, kleinen Gassen und romantischen Ecken. Dazu gibt es mitten im Ort eine Markthalle, in der einem die frischen Leckereien förmlich entgegenrufen: „Kauf mich!“ Käse, Gemüse, Obst und allerlei französische Köstlichkeiten – hier könnte man sich problemlos einmal quer durch die Bretagne futtern.

Eine Creperie mit kleiner Überraschung

Auf dem Rückweg zum Auto wollten wir dann noch einen Tipp ausprobieren, den uns die nette Angestellte vom Camping Municipal in Quiberon gegeben hatte: eine bestimmte Crêperie in Auray. Karte studiert. Ich wollte eigentlich nur mal schauen, ob es dort diese hausgemachte Limonade gibt, von der wir gehört hatten. Die Karte sah vielversprechend aus. Wir wollten uns gerade hinsetzen, als ein Angestellter nach kurzem Augenkontakt fragte, ob wir Franzosen seien. Nein, sind wir nicht. Ich deutete freundlich auf den Platz, an dem wir uns setzen wollten. Was dann kam, war allerdings weniger freundlich. Irgendetwas wurde noch ziemlich abfällig kommentiert, anschließend verteilte der Herr den älteren französischen Damen seelenruhig die Speisekarten – unsere ignorierte er einfach.

Zuerst dachte ich noch: Okay, vielleicht ein Versehen. Kann ja passieren. Also warteten wir. Eine Minute. Zwei Minuten. Drei Minuten. Dann allerdings Schluss mit lustig. So viel Zeit hatte ich nun auch wieder nicht, um unsichtbar zu werden. Wir sind gegangen. Schade eigentlich. Denn bis dahin hatte ich Auray wirklich wunderschön und romantisch in Erinnerung.

Für Martin tat es mir Leid, er wollte es unbedingt ausprobieren, weil die Frau in Quiberon auch so nett fanden. Aber manchmal braucht es eben nur einen einzigen Menschen, um die Stimmung ordentlich zu verhageln. Und dafür musste es heute nicht einmal regnen. Immerhin waren wir ja auch seit 5 Uhr wach. Auray bekommt von mir deshalb trotzdem eine zweite Chance. Die Crêperie Le Yac`h allerdings eher nicht.

Ein paar kleine nette Kunstwerke habe ich noch für Dich einsammeln können. Insgesamt ist die Stadt von Kunst-Handwerk geprägt. Viele kleine Läden sowie jede Menge Ateliers gibt es hier in diesem Städtchen.

Und dann kommt die Campingplatz-Odyssee

Wir wollten anschließend weiter Richtung Le Pouliguen. Die von uns ausgesuchten Campingplätze sahen auf den ersten Blick ganz gut aus. Vor Ort stellte sich allerdings heraus: Käfighaltung deluxe. Parzelle an Parzelle, eng, dicht und irgendwie so gar nicht unser Ding. Da standen wir nun und dachten beide: Nö. Das können wir besser. Dachten wir! Also weiter Richtung Piriac-sur-Mer.

Und dort begann dann das große Campingplatz-Bingo. Voll. Nächster Platz: voll. Noch einer: privat! Beim letzten Versuch hatten wir immerhin Glück mit der Mitarbeiterin. Sie war unglaublich nett und erklärte uns den Grund für das Campingplatz-Desaster: Dieses Wochenende ist Springflut und deshalb sind praktisch alle Plätze an der Küste ausgebucht. Tja … daran muss man als unbedarfter Camper natürlich auch erstmal denken. Und damit hatten wir endgültig abgekackt. 

Letztlich haben wir in Guérande landeinwärts den ACSI Campingplatz La Fontaine für 17 € die Nacht gefunden und uns direkt bis Montag eingebucht. Der ist sehr schön, super ruhig, Sanitär einwandfrei, hat ein Schwimmbad ist aber dafür seit langem der erste, der keinen Baguette-Service bietet. Dafür muss man ca. 10 min. über die Straße bis zur Stadtmitte fahren. Macht aber nichts.

Von hier aus starten wir mit dem Rad morgen nach Saint Nazaire, ca. 1,5 Stunden!

Le Debin

Le Debin – einfach Hafen gucken

Le Diben ist so ein Ort, bei dem man eigentlich gar nichts vorhat – und genau deshalb bleibt man hängen. Der kleine Hafen liegt gemütlich am Wasser, ein paar Boote schaukeln vor sich hin und die bretonische Landschaft macht auf Postkartenidylle.

Doch rund um den Hafen wird es richtig spektakulär: Eine beeindruckende Felsenlandschaft mit gewaltigen, bizarr geformten Steinformationen zieht sich entlang der Küste. Und die sind nicht erst gestern hier aufgestellt worden – die Gesteine sind hunderte Millionen Jahre alt. Da kommt man sich als Mensch mit seinem doch eher überschaubaren Lebensalter plötzlich ziemlich unbedeutend vor. 

Also machen wir das, was wir besonders gut können: Hafen gucken und Felsen bestaunen! Ein bisschen herumspazieren, aufs Wasser starren, Fotos machen und bloß keinen Stress aufkommen lassen. Schließlich sind wir im Urlaub und nicht auf der Flucht.

Saint Malo

Saint-Malo – Eine Stadt mit rauer Vergangenheit

Saint-Malo hat nicht nur eine hübsche Postkartenkulisse zu bieten. Die Stadt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und war einst eine bedeutende Seefahrer- und Handelsstadt. Besonders bekannt wurden die sogenannten Korsaren von Saint-Malo, die im Auftrag des französischen Königs feindliche Handelsschiffe aufbringen durften.

Unser Ziel ist natürlich die berühmte Altstadt Intra-Muros, also der Bereich „innerhalb der Mauern“. Klingt zunächst ein bisschen nach Mittelalter zum Anfassen – und tatsächlich fühlt es sich auch genauso an. Schon von außen macht die gewaltige Stadtmauer ordentlich Eindruck. Dicke Granitsteine, Türme und Bastionen umschließen die Altstadt und lassen keinen Zweifel daran, dass Saint-Malo früher nicht nur hübsch, sondern vor allem wehrhaft sein musste.

Einmal rund um die Altstadt

Natürlich wollen wir nicht nur unten durch die Gassen schlendern. Die Stadtmauer muss erklommen werden – schließlich wollen wir Saint-Malo von oben sehen. Der Rundweg auf der Mauer ist fast zwei Kilometer lang und bietet ständig neue Ausblicke. Auf der einen Seite liegt die Altstadt mit ihren engen Gassen und den typischen bretonischen Granithäusern, auf der anderen Seite öffnet sich das Meer.

Intra-Muros – enge Gassen und alte Gemäuer

Dann geht es hinein in die Altstadt. Intra-Muros ist ein Gewirr aus engen Gassen, kleinen Geschäften, Restaurants und Cafés. Die Häuser stehen dicht an dicht und bestehen größtenteils aus dem typischen grauen bretonischen Granit.

Doch die historische Kulisse täuscht ein wenig: 1944 wurde Saint-Malo im Krieg zu großen Teilen zerstört. Nach dem Krieg entschied man sich, die Altstadt möglichst historisch wiederaufzubauen. Ab 1948 wurden alte Pläne, Fotos und erhaltene Bauteile genutzt, sogar Steine aus den Trümmern fanden wieder Verwendung. So entstand das heutige Intra-Muros – alt aussehend, aber teilweise erstaunlich jung.

Nach den vielen historischen Gebäuden lohnt es sich, einfach treiben zu lassen. Mal links, mal rechts – und bloß keinen ausgeklügelten Stadtrundgang! Irgendwann landet man sowieso wieder dort, wo man schon einmal war. Eine schöne Mischung aus historischem Ambiente und quirligem Leben.

Die aktuelle Ausstellung von Lucky Luke habe ich leider nicht gesehen. Es war nicht um die Ankunftszeit geöfnnet. Es gibt natürlich meine Lieblingsschilder über den Restaurants. Ein paar schöne waren dabei oder die Deko über einer Bar. Nachfolgend meine Auswahl für Dich.

Der Hafen – Schiffe statt Mittelalterromantik

Saint-Malo und die Seefahrt – das gehört zusammen wie Wind und Wellen. Über Jahrhunderte war die Stadt ein bedeutender Hafen für Händler, Entdecker und vor allem für die berüchtigten Korsaren. Von hier aus stachen sie in See und machten Saint-Malo weit über die Bretagne hinaus bekannt.

Heute geht es im Hafen wesentlich entspannter zu: Fähren, Segelboote und Ausflugsschiffe ziehen an uns vorbei, während Spaziergänger gemütlich am Kai entlangschlendern. Doch dann entdecken wir einen ganz besonderen Hingucker: L’Étoile du Roy. Der imposante Dreimaster ist ein originalgetreuer Nachbau eines historischen französischen Korsarenschiffs aus dem 18. Jahrhundert. Mit seinen hohen Masten, den vielen Kanonen und dem gewaltigen Holzrumpf wirkt er, als hätte jemand kurzerhand ein Stück Seefahrtsgeschichte aus dem Museum ins Hafenbecken gestellt.

Fort National – Festung mit Ebbe-Ticket

Direkt vor Saint-Malo liegt das Fort National auf einer kleinen Felseninsel – und der Weg dorthin ist etwas ganz Besonderes: Bei Ebbe kann man einfach zu Fuß hinüberlaufen. Bei Flut wird der Weg allerdings ziemlich schnell zur nassen Angelegenheit, deshalb sollte man unbedingt die Gezeiten im Blick behalten.

Das Fort ließ Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert nach den Plänen des berühmten Festungsbaumeisters Vauban errichten. Es sollte Saint-Malo vor Angriffen vom Meer schützen und den Zugang zum Hafen sichern. Heute spazieren wir deutlich entspannter über den ehemaligen Militärstützpunkt und genießen vor allem den grandiosen Blick auf Saint-Malo, die Stadtmauer und die Küste.

Und irgendwie hat das Ganze etwas von einem kleinen Abenteuer: Man wartet auf die Ebbe, marschiert trockenen Fußes zur Festung und sollte anschließend besser nicht trödeln – schließlich möchte niemand unfreiwillig auf der Festungsinsel übernachten. 😄

Unweit links davon gibt es ein Schwimmbad. Dieses kann man nur bei Ebbe benutzen. Sonst bleibt lediglich der Sprungturm zu sehen. Die nächsten zwei Fotos zeigen die Ansichten bei Ebbe und ca. 8 m höherem Meeresspiegel. Lustig oder?

 

Mit dem Schiff durch die Bucht von Saint-Malo

Vom Wasser aus zeigt sich Saint-Malo noch einmal von seiner schönsten Seite. Unsere kommentierte Bootsfahrt führt entlang der Stadtmauer, vorbei an Saint-Servan, Dinard, dem Fort National, Grand Bé und dem Fort de la Conchée. Dazu gibt es spannende Geschichten über Korsaren, Seefahrt und die beeindruckenden Gezeiten der Bucht. Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden und der Matrose als Pirat verkleidet hat uns sehr imponiert. Schade nur, dass wir kein Französisch verstehen. Deutsche Informationen gaben es leider nicht.

Als Segler lieben wir es einfach zwei Stunden schippern, schauen und staunen und entspannt fotografieren – ganz ohne Blasen an den Füßen. So gefällt uns Sightseeing!

Mémorial 39-45 – Geschichte mit Meerblick

Wenn du dich für Geschichte interessierst, lohnt sich ein Besuch des Mémorial 39-45 auf der Cité d’Alet. In den ehemaligen deutschen Bunkeranlagen tauchst du in die Geschichte Saint-Malos während des Zweiten Weltkriegs ein. Die Ausstellung erzählt von Besatzung, Befreiung und dem Wiederaufbau der Stadt.

Und nach so viel Geschichte gibt es draußen einen echten Kontrast: Genieße die wunderschöne Aussicht über das Meer, die Rance und hinüber nach Saint-Malo. Geschichte und Meeresblick – diese Kombination bleibt garantiert im Kopf. Ein paar Fotos konnte ich auf der Schifffahrt von der Meer-Ansicht machen.

Die letzten drei Nächte haben wir hier übernachtet:

Domaine de la ville Huchet

Der Campingplatz hat eine Schwimmlandschaft innen und außen. Die ist sehr nett. Das Bier vom Faß kostet 7,50 €, ist ein bisschen viel finde ich. Die Übernachtung kostet mit ACSI 21 € inkl. Strom pro Nacht. Es gibt einen Baguette-Service, kleinen Shop, Snacks und Getränke an einer Bar mit kleiner Außenterrasse. Mit dem Fahrrad braucht man ca. 25 min. bis zur Stadtmauer. Die Plätze sind tlw. etwas uneben, aber auf den Wiesen mit einer Matte verstärkt, falls es sehr nass ist. Der Upload Internet ist grottenschlecht, für alle, die Blog schreiben oder arbeiten wollen bucht man besser für 3 Geräte 24 St WLAN für 6 €. Wir würden wieder hier übernachten und geben eine klare Empfehlung. 

Mit diesem Möwenportrait verabschiede ich mich von Saint-Malo.