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Criel-sur-Mer

Criel-sur-Mer – still und weit

Criel-sur-Mer liegt ruhig an der Alabasterküste – ein Ort, der nicht laut auftritt, sondern eher leise beeindruckt. Hohe Kreideklippen, ein weiter Kieselstrand und die typischen Strandhäuschen mit bunten Dächern.
Hier unten verläuft das Leben entschleunigt. Der Blick geht hinaus aufs Meer, und irgendwo zwischen Himmel und Wasser verliert sich das Zeitgefühl. So ging es uns auch.

Eine Küste, die sich langsam verabschiedet

Die Steilküste hier ist nicht nur Kulisse, sondern auch ein Ort des Wandels. Um die 1990er Jahre kam es in der Region zu größeren Abbrüchen – die Kreide hat sich Stück für Stück zurückgezogen, wie es an dieser Küste seit Jahrhunderten immer wieder passiert.

Das Ergebnis sieht man noch heute: Gebäude, die einst sicher standen, sind plötzlich gefährlich nah an der Kante. Manche Häuser wurden aufgegeben, andere stehen noch – aber eher wie stille Beobachter eines Prozesses, der längst weiterläuft. Ein bisschen surreal, wenn man direkt davor steht: Garten ja, dahinter nur noch Luft und Abgrund.

Kulinarische Rettungsinsel bei jedem Wetter

Und dann gibt es genau den richtigen Ort, egal wie das Wetter gerade gelaunt ist: das charmante Strandlokal Le Resto de la Plage. Drinnen oder draußen im „Wintergarten“ – je nach Laune des Himmels – bleibt es ein Platz, an dem man kurz innehält, während draußen an der Küste der Wolkenbruch niedergeht. Sehr freundliches Personal, gute Musik, kleine Snacks und herrlich kühles Bier. Unter der Terrasse ist das Restaurant.

Camping hinterm Hôtel Royal Albion

Direkt unterhalb des Campingbereichs taucht das Hôtel Royal Albion auf – ein Gebäude, das nicht einfach nur da steht, sondern die Entwicklung von Mesnil-Val gleich mit erzählt. Schon beim Blick darauf wird klar: Hier geht es um mehr als nur Unterkunft.

In der großen Zeit des Badetourismus in der Normandie, Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, begann die Küste sich zu verändern. Aus stillen Klippen wurden Sommerziele, aus Fischerorten kleine Ferienwelten. Erste Villen entstanden, dazu Hotels für Städter, die frische Luft und Meer suchten. In genau diese Aufbruchsstimmung hinein wurde auch das Royal Albion Teil der neuen Küstenlandschaft – eingebettet zwischen Meer, Licht und wachsendem Tourismus.
Und die Geschichte geht weiter, nur in anderer Form:

Später wird das Gelände oberhalb der Klippen nicht mehr nur Hotelkulisse, sondern auch Campingplatz. Ein stiller Perspektivwechsel – weg vom Salon, hin zum Zelt oder Camper.

Den Platz haben wir nicht direkt gefunden. Man muss am Hotel vorbei zweimal um die Kurve, bevor man auf die Wiesen kommt. Man kann sich einen Platz aussuchen und sich dann an der Rezeption anmelden und bezahlen. Es ist richtig urig da drin. Die Waschräume und Duschen sind mit viel Liebe und Geschmack passend zum Hotel gestaltet – kein typischer Camping-Standard.

Nach unserer ersten Nacht haben wir die Wiese tatsächlich ganz für uns allein. Kein Geräusch außer Wind und Möwen, kein Nachbarzelt oder Camper in Sicht. Ein außergewöhnliches Ambiente für 28 € die Nacht. Kein Wunder, dass wir bleiben: zwei Nächte an diesem Platz sind schnell beschlossen.

Übrigens gibt es eine hervorragende Boulangerie schräg gegenüber. Sehr empfehlenswert!

Normandie 2025

Mit dem Camper durch die Normandie

In 10 Tagen haben wir folgende Orte angefahren:

Cambrai – Giverny Monets GartenRouenBayeuxChateau GratotBlainville-sur-merGouville-sur-merPort-Bail-sur-merChateau FlamavilleDielette Bunkerreste in HeauvilleVauville-sur-merLa HagueBatterie Vicq-sur-merCherbourg Jardin de senteursPort en bessinRavenovillePegasusbrücke RanvilleGraye-sur-merHoulgateVillervilleHonfleurLe Havre Hängende GärtenOcteville-sur-merFecampVeules-les-rosesSotteville-sur-merDieppeCriel-sur-merCriel PlageLe TreportAbbevilleAmiens

Die Reise in die Normandie beginnt für viele nicht erst am Meer, sondern schon auf dem Weg dorthin. Wer aus Deutschland oder dem Westen Europas anreist, passiert häufig die nordfranzösische Stadt Cambrai – ein Ort, der sich perfekt für eine entspannte Zwischenetappe eignet. Genau so begann auch unsere Reise: mit Vorfreude, französischen Landstraßen und dem Gefühl, dem Alltag Kilometer für Kilometer zu entgleiten.

Cambrai liegt für uns als Zwischenstopp auf dem Weg nach Cherbourg. Hier haben wir die erste Nacht verbracht. Die charmante Stadt bietet mit ihren historischen Gebäuden, kleinen Cafés und gemütlichen Plätzen einen wunderbaren Einstieg in eine Frankreichreise.

Besonders schön ist ein Spaziergang durch die Altstadt mit ihren typisch französischen Fassaden. Leider sind wir auf unserem Trip ohne Fahrräder unterwegs. Daher gibt es keine Fotos von den umwerfenden alten Häusern in der Altstadt. Deshalb gibt es auch keine Fotos von diesen tollen Häusern. Wer etwas Zeit mitbringt, sollte unbedingt in einer der traditionellen Bäckereien anhalten – frische Croissants und ein Café au Lait gehören einfach dazu.

Nach einer entspannten Nacht in Cambrai ging es am nächsten Morgen weiter Richtung Normandie. Dachten wir! Kurzfristig umgeplant hat mein Mann mich mit einem Vorschlag überrascht. So sind wir nach Giverny in Monets Garten gefahren. Letztlich haben wir die Route ein wenig in die Atlantik-Richtung ausgedehnt.