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Concarneau

Von Brignogan nach Concarneau – mit Eichelbombardement

Von Brignogan aus machen wir erst einmal einen kleinen Frühstücksstopp am Fluss L’Aulne in Port-Launay. Ein wirklich schnuckeliger Ort mit einem netten Parkplatz – genau das Richtige für eine kleine Pause, bevor es weiter nach Concarneau geht.

Dort wollen wir unser Glück auf dem gewünschten Campingplatz Les Sables Blancs versuchen. Eine Antwort auf unsere Reservierungsanfrage haben wir zwar nicht bekommen, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Tja – gewonnen haben wir leider nicht. Der Platz ist voll. Also Plan B: Wir fahren auf die andere Seite der Ville Close und landen beim Camping Du Moulin L’Aurore. Der liegt herrlich unter alten Eichen, teilweise sogar mit Meerblick. Eigentlich perfekt!

Allerdings haben die Eichen offenbar beschlossen, unseren Kastenwagen als Zielscheibe zu benutzen. Bei ordentlich Wind und einem Regentag hageln die Eicheln mit einem solchen Getöse auf das Dach, dass wir jedes Mal zusammenzucken. Hui, hui, hui! Kurz fühlt sich das an wie ein Bombenangriff – nur eben mit Eicheln statt Granaten. Herzinfarkt inklusive. 

Erst einmal zum Decathlon

Nach der Ankunft bleibt noch etwas Zeit. Also schwingen wir uns auf die Fahrräder und radeln zum Decathlon. Martin braucht natürlich noch Angelzubehör – schließlich kann man ja nie genug Ausrüstung haben. Auf dem Weg begegnen uns einige Teddys, die haben hier echt einen Fetisch, was das betrifft. 

Unterwegs entdecken wir auch das Schloss, das uns vorher schon auf den Schildern aufgefallen ist. Es befindet sich in Privatbesitz, kann aber besichtigt werden und liegt wirklich wunderschön. Von dort geht es schließlich bergab Richtung Ville Close – und bergab fährt es sich bekanntlich besonders angenehm!

Concarneau und seine historische Ville Close

Natürlich wollten wir anschließend auch Concarneau nochmal erkunden. Das Herzstück der Stadt ist die Ville Close, die historische, von mächtigen Mauern umgebene Altstadt, die auf einer kleinen Insel im Hafen liegt. Durch die alten Stadttore geht es hinein in ein Gewirr aus engen Gassen, kleinen Geschäften und Restaurants. Überall gibt es etwas zu entdecken – alte Häuser, maritime Details und natürlich jede Menge bretonisches Flair.

Besonders schön fanden wir den Rundgang auf den Festungsmauern. Von hier oben eröffnet sich ein toller Blick über den Hafen, das Meer und die Stadt. Da wird schnell klar, warum Concarneau zu den bekanntesten Orten der bretonischen Küste gehört.

Ville Close – heute ganz entspannt

Die Ville Close haben wir bereits im Mai besucht. Damals war wegen eines Feiertags ordentlich was los – Menschenmassen statt gemütlichem Bummeln. Heute sieht das ganz anders aus: Kaum Menschen! Herrlich! Wir genießen die ungewohnte Ruhe, trinken gemütlich ein Bier und lassen das bretonische Leben ein bisschen an uns vorbeiziehen. Anschließend schlendern wir durch die Gassen zurück zu unseren Fahrrädern.

Und natürlich können wir nicht einfach so gehen. In einer Bäckerei entdecken wir Kouign-Amann, die berühmte bretonische Spezialität. Aus „ein bisschen kaufen“ wird wie so oft bei uns spontan „ein bisschen viel“. Aber mal ehrlich: Bei dieser buttrig-karamelligen Versuchung wäre Zurückhaltung auch irgendwie unhöflich. Einfach lecker! 😋

Brignogan

Brignogan-Plages – Wo die Bretagne ihre Felsen stapelt

Brignogan-Plages – allein der Name klingt schon nach Urlaub. Und tatsächlich erwartet uns hier genau das, was wir an der Bretagne so lieben: Meer, Wind, zerklüftete Felsen und diese ganz besondere Mischung aus rauer Küste und französischer Gelassenheit bei 29 Grad.

Wir machen uns auf den Weg, die Küste zu erkunden. Viel muss man hier gar nicht suchen, denn die Landschaft drängt sich geradezu auf. Überall liegen gewaltige Granitblöcke herum, als hätte ein Riese beim Aufräumen einfach irgendwann die Lust verloren. Zwischen den Felsen schimmert das Meer und je nach Gezeiten verändert die Küste ständig ihr Gesicht.

Felsen mit Millionen Jahren auf dem Buckel

Besonders beeindruckend sind die riesigen Granitformationen. Wind und Wellen haben ihnen über unzählige Jahre ordentlich zugesetzt und dabei bizarre Formen herausgearbeitet. Ich liebe es! Manche sehen aus wie Tiere, andere wie irgendwelche Fantasiefiguren – und bei einigen braucht es eindeutig etwas Fantasie.

Wir klettern zwischen den Felsen herum, immer auf der Suche nach dem nächsten schönen Fotomotiv oder einen Platz zum Angeln. Dabei heißt es natürlich: Augen auf und Füße sortieren! Die bretonische Küste ist schließlich kein glattgebügelter Spazierweg. Und genau das macht ihren Reiz aus. Hier darf die Natur einfach Natur sein.

Meerblick statt Einkaufszentrum

Brignogan-Plages ist angenehm entspannt. Keine riesige Stadt, kein hektisches Gedränge – stattdessen kleine Wege, Strand, Meer und jede Menge Landschaft. Genau unser Ding! Wir lassen uns treiben, schauen den Wellen zu und genießen die Aussicht. Für einen gemütlichen Küstentag braucht man in Brignogan nicht viel. Morgen erkunden wir die Gegen mit dem Rad oder mieten uns ein Kajak. Wir müssen immer aufs Wasser. Bei 15 Grad Wassertemperatur habe ich mir das Schwimmen mal wieder verkniffen. Doch das kann ja noch kommen 🙂

Wir haben eine Nacht auf dem Camping Cote des Legendes verbracht. Direkt am Strand gelegen. Fahrradwege und ganz viel Strand mit Felsen. Herrlich zum Klettern. Es gibt einen Verleih für Kajaks sowie Katamarane oder ähnliche Boote am Strand. Der Platz hat eine Bar, wo der einzige Mann leider an unserem Abend alles bedienen musste und man sehr viel Zeit brauchte. Sanitär gepflegt (die Dusche war eher kalt, eine andere habe ich nicht getestet) und sauber, insgesamt sehr freundlich. Große Pazellen auch für lange Wohnmobile. Wir würden wieder hinfahren.

Morlaix

Morlaix – Zahnbürstenalarm, Höhenmeter und Streetart

Unser Start in den Tag

Der Tag in Saint-Malo beginnt heute mit einem Wecker der etwas anderen Art. Gegen 6:45 Uhr schrecke ich aus dem Schlaf. Ein lautes, bedrohliches Brummen dringt durch den Camper. Alarm! Ein technischer Defekt? Irgendetwas explodiert? Schlaftrunken brauche ich einen Moment, um die Lage zu peilen. Dann die unglaubliche Erkenntnis: Unsere elektrische Zahnbürste hat beschlossen, selbstständig in den Tag zu starten.

Morlaix – Berge, Graffiti und eine Kunst-Schnitzeljagd mit Hindernissen

Morlaix – eine Stadt, die offenbar der Meinung ist, dass ebene Straßen völlig überbewertet werden. Kaum sind wir unterwegs, geht es bergauf. Dann wieder bergab. Und natürlich gleich wieder bergauf. Wer hier einen entspannten Stadtbummel plant, bekommt gratis ein kleines Bein- und Gesäßtraining dazu. Wir nehmen es sportlich – schließlich müssen wir die bretonischen Crêpes ja irgendwie wieder abtrainieren. 

Unser großer Pluspunkt: Wir stehen mit dem Wohnmobil kostenlos auf dem Aire de camping-cars in Morlaix. Perfekt! Kein Parkplatzstress und wir können unsere Erkundungstour direkt zu Fuß starten.

Morlaix Arts Tour – Kunst suchen, Höhenmeter sammeln

Morlaix überrascht uns dann allerdings nicht nur mit Fachwerkhäusern und seinem mächtigen Viadukt, sondern auch mit jeder Menge Streetart. Überall in der Stadt tauchen riesige Wandbilder auf. Der Morlaix Arts Tour verwandelt Morlaix praktisch in eine riesige Galerie unter freiem Himmel. Mittlerweile gibt es mehr als 80 monumentale Fresken zu entdecken.
Klingt einfach? Ist es theoretisch auch. Doch alle haben wir nicht gefunden. Denn natürlich laden wir uns brav die App MX Art Connect herunter. Karte öffnen, Kunstwerk auswählen und loslaufen. So weit der Plan.

Die Realität sieht ungefähr so aus:
App: „Das Kunstwerk befindet sich in deiner Nähe.“ Wir: „Ja, wo denn?“ Wir laufen links, rechts, um die Ecke, wieder zurück. Wir gucken auf Hauswände, in Seitengassen und wahrscheinlich auch an Stellen, an denen sich das Kunstwerk kaputtlacht, weil wir es nicht finden. Denn die APP liefert keine Route dazu – super! Aber genau das macht die Tour irgendwie charmant. Wir ziehen durch die Stadt, entdecken dabei ständig neue Ecken und merken ganz nebenbei, dass Morlaix wesentlich mehr Streetart zu bieten hat, als wir erwartet haben.

Und dann gehts zum Tunnel neben dem Bahnhof

Unser persönliches Highlight ist allerdings nicht irgendeine bemalte Hauswand, sondern ein ziemlich außergewöhnlicher Ort: der ehemalige Funikulartunnel von Morlaix. Der Tunnel wurde 1906 gebaut und sollte eigentlich den Bahnhof mit der Innenstadt verbinden. Die geplante Standseilbahn wurde allerdings nie fertiggestellt – der Tunnel blieb ungenutzt. Heute bekommt er endlich eine neue Aufgabe: Streetart statt Eisenbahn. Und das ist wirklich eine ziemlich coole Location.

Dunkel, geheimnisvoll, ein bisschen morbide und mit ordentlich Urbex-Gefühl. Unter dem Titel „Obsidian – Die Legende des Drachen“ treffen hier Geschichte und Streetart aufeinander. Besonders beeindruckend ist die riesige Drachenskulptur des Künstlers Ezra: sieben Meter Spannweite, zwölf Meter lang und vier Meter hoch. Allerdings hatten wir uns ein paar mehr Kunstwerke erhofft.

Mein Lieblingsmotiv war am Tunnel gegenüber – welches gefällt Dir am besten?

Morlaix ist definitiv keine Stadt für Bewegungsmuffel – aber dafür eine ziemlich gute Adresse für neugierige Entdecker. Wer Morlaix zu Fuß erkundet, braucht keine Wander-App – die Stadt selbst liefert die Höhenmeter gleich mit.  Und wenn wir am Ende wieder beim Wohnmobil ankommen, sind wir uns einig: Morgen darf es zur Abwechslung ruhig mal eine Stadt ohne eingebauten Berg sein. So fahren wir nach einem Café au lait in der Taylor Bar zum Übernachten nach Le Debin – unseren Lieblingserholungsort in der Bretagne. Den haben wir im Mai 2026 entdeckt. Die Fotos findest Du hier.

Saint Malo

Saint-Malo – Eine Stadt mit rauer Vergangenheit

Saint-Malo hat nicht nur eine hübsche Postkartenkulisse zu bieten. Die Stadt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und war einst eine bedeutende Seefahrer- und Handelsstadt. Besonders bekannt wurden die sogenannten Korsaren von Saint-Malo, die im Auftrag des französischen Königs feindliche Handelsschiffe aufbringen durften.

Unser Ziel ist natürlich die berühmte Altstadt Intra-Muros, also der Bereich „innerhalb der Mauern“. Klingt zunächst ein bisschen nach Mittelalter zum Anfassen – und tatsächlich fühlt es sich auch genauso an. Schon von außen macht die gewaltige Stadtmauer ordentlich Eindruck. Dicke Granitsteine, Türme und Bastionen umschließen die Altstadt und lassen keinen Zweifel daran, dass Saint-Malo früher nicht nur hübsch, sondern vor allem wehrhaft sein musste.

Einmal rund um die Altstadt

Natürlich wollen wir nicht nur unten durch die Gassen schlendern. Die Stadtmauer muss erklommen werden – schließlich wollen wir Saint-Malo von oben sehen. Der Rundweg auf der Mauer ist fast zwei Kilometer lang und bietet ständig neue Ausblicke. Auf der einen Seite liegt die Altstadt mit ihren engen Gassen und den typischen bretonischen Granithäusern, auf der anderen Seite öffnet sich das Meer.

Intra-Muros – enge Gassen und alte Gemäuer

Dann geht es hinein in die Altstadt. Intra-Muros ist ein Gewirr aus engen Gassen, kleinen Geschäften, Restaurants und Cafés. Die Häuser stehen dicht an dicht und bestehen größtenteils aus dem typischen grauen bretonischen Granit.

Doch die historische Kulisse täuscht ein wenig: 1944 wurde Saint-Malo im Krieg zu großen Teilen zerstört. Nach dem Krieg entschied man sich, die Altstadt möglichst historisch wiederaufzubauen. Ab 1948 wurden alte Pläne, Fotos und erhaltene Bauteile genutzt, sogar Steine aus den Trümmern fanden wieder Verwendung. So entstand das heutige Intra-Muros – alt aussehend, aber teilweise erstaunlich jung.

Nach den vielen historischen Gebäuden lohnt es sich, einfach treiben zu lassen. Mal links, mal rechts – und bloß keinen ausgeklügelten Stadtrundgang! Irgendwann landet man sowieso wieder dort, wo man schon einmal war. Eine schöne Mischung aus historischem Ambiente und quirligem Leben.

Die aktuelle Ausstellung von Lucky Luke habe ich leider nicht gesehen. Es war nicht um die Ankunftszeit geöfnnet. Es gibt natürlich meine Lieblingsschilder über den Restaurants. Ein paar schöne waren dabei oder die Deko über einer Bar. Nachfolgend meine Auswahl für Dich.

Der Hafen – Schiffe statt Mittelalterromantik

Saint-Malo und die Seefahrt – das gehört zusammen wie Wind und Wellen. Über Jahrhunderte war die Stadt ein bedeutender Hafen für Händler, Entdecker und vor allem für die berüchtigten Korsaren. Von hier aus stachen sie in See und machten Saint-Malo weit über die Bretagne hinaus bekannt.

Heute geht es im Hafen wesentlich entspannter zu: Fähren, Segelboote und Ausflugsschiffe ziehen an uns vorbei, während Spaziergänger gemütlich am Kai entlangschlendern. Doch dann entdecken wir einen ganz besonderen Hingucker: L’Étoile du Roy. Der imposante Dreimaster ist ein originalgetreuer Nachbau eines historischen französischen Korsarenschiffs aus dem 18. Jahrhundert. Mit seinen hohen Masten, den vielen Kanonen und dem gewaltigen Holzrumpf wirkt er, als hätte jemand kurzerhand ein Stück Seefahrtsgeschichte aus dem Museum ins Hafenbecken gestellt.

Fort National – Festung mit Ebbe-Ticket

Direkt vor Saint-Malo liegt das Fort National auf einer kleinen Felseninsel – und der Weg dorthin ist etwas ganz Besonderes: Bei Ebbe kann man einfach zu Fuß hinüberlaufen. Bei Flut wird der Weg allerdings ziemlich schnell zur nassen Angelegenheit, deshalb sollte man unbedingt die Gezeiten im Blick behalten.

Das Fort ließ Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert nach den Plänen des berühmten Festungsbaumeisters Vauban errichten. Es sollte Saint-Malo vor Angriffen vom Meer schützen und den Zugang zum Hafen sichern. Heute spazieren wir deutlich entspannter über den ehemaligen Militärstützpunkt und genießen vor allem den grandiosen Blick auf Saint-Malo, die Stadtmauer und die Küste.

Und irgendwie hat das Ganze etwas von einem kleinen Abenteuer: Man wartet auf die Ebbe, marschiert trockenen Fußes zur Festung und sollte anschließend besser nicht trödeln – schließlich möchte niemand unfreiwillig auf der Festungsinsel übernachten. 😄

Unweit links davon gibt es ein Schwimmbad. Dieses kann man nur bei Ebbe benutzen. Sonst bleibt lediglich der Sprungturm zu sehen. Die nächsten zwei Fotos zeigen die Ansichten bei Ebbe und ca. 8 m höherem Meeresspiegel. Lustig oder?

 

Mit dem Schiff durch die Bucht von Saint-Malo

Vom Wasser aus zeigt sich Saint-Malo noch einmal von seiner schönsten Seite. Unsere kommentierte Bootsfahrt führt entlang der Stadtmauer, vorbei an Saint-Servan, Dinard, dem Fort National, Grand Bé und dem Fort de la Conchée. Dazu gibt es spannende Geschichten über Korsaren, Seefahrt und die beeindruckenden Gezeiten der Bucht. Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden und der Matrose als Pirat verkleidet hat uns sehr imponiert. Schade nur, dass wir kein Französisch verstehen. Deutsche Informationen gaben es leider nicht.

Als Segler lieben wir es einfach zwei Stunden schippern, schauen und staunen und entspannt fotografieren – ganz ohne Blasen an den Füßen. So gefällt uns Sightseeing!

Mémorial 39-45 – Geschichte mit Meerblick

Wenn du dich für Geschichte interessierst, lohnt sich ein Besuch des Mémorial 39-45 auf der Cité d’Alet. In den ehemaligen deutschen Bunkeranlagen tauchst du in die Geschichte Saint-Malos während des Zweiten Weltkriegs ein. Die Ausstellung erzählt von Besatzung, Befreiung und dem Wiederaufbau der Stadt.

Und nach so viel Geschichte gibt es draußen einen echten Kontrast: Genieße die wunderschöne Aussicht über das Meer, die Rance und hinüber nach Saint-Malo. Geschichte und Meeresblick – diese Kombination bleibt garantiert im Kopf. Ein paar Fotos konnte ich auf der Schifffahrt von der Meer-Ansicht machen.

Die letzten drei Nächte haben wir hier übernachtet:

Domaine de la ville Huchet

Der Campingplatz hat eine Schwimmlandschaft innen und außen. Die ist sehr nett. Das Bier vom Faß kostet 7,50 €, ist ein bisschen viel finde ich. Die Übernachtung kostet mit ACSI 21 € inkl. Strom pro Nacht. Es gibt einen Baguette-Service, kleinen Shop, Snacks und Getränke an einer Bar mit kleiner Außenterrasse. Mit dem Fahrrad braucht man ca. 25 min. bis zur Stadtmauer. Die Plätze sind tlw. etwas uneben, aber auf den Wiesen mit einer Matte verstärkt, falls es sehr nass ist. Der Upload Internet ist grottenschlecht, für alle, die Blog schreiben oder arbeiten wollen bucht man besser für 3 Geräte 24 St WLAN für 6 €. Wir würden wieder hier übernachten und geben eine klare Empfehlung. 

Mit diesem Möwenportrait verabschiede ich mich von Saint-Malo.

Radwandern nach Dinard

Radwandern nach Dinard

Eine Stunde Schlaf und dann ab nach Dinard – was soll schon schiefgehen?

Ein neuer Morgen – und ich habe sage und schreibe eine Stunde geschlafen. Eine! Das wird bestimmt ein großartiger Tag. Super Voraussetzungen also für eine Fahrradtour. Da die Nacht insgesamt eher unter „kann man mal machen, muss man aber nicht“ lief, beschlossen wir kurzerhand, noch eine Nacht in Saint-Malo dranzuhängen.

Ursprünglich hatten wir überlegt, mit dem Schiff nach Jersey zu fahren. Klang toll – bis wir den Preis gesehen haben: gut 200 Euro für die Überfahrt. Und irgendwo hört bei uns dann auch die maritime Romantik auf. Für das Geld können wir schließlich auch ein paar Tage länger durch Frankreich radeln.

Also musste ein neuer Plan her. Und den hatte natürlich mein Liebster. „Wir fahren mit dem Fahrrad nach Dinard. Über das Gezeitenkraftwerk!“ Klar. Warum auch einfach nach Dinard fahren, wenn man unterwegs noch ein Gezeitenkraftwerk einbauen kann? Auf solche Ideen steht mein Mann. Technik gucken, Landschaft genießen – und ich freute mich immerhin auf eine schöne Radtour.

In Dinard wollten wir dann gemütlich in den Wasserbus steigen und über das Wasser zurück nach Saint-Malo schippern. Klang nach einem perfekten Plan. Theoretisch. Vorsorglich zog ich schon mal meine Berg-Sandalen an. Man weiß ja nie. Und tatsächlich: Die Entscheidung sollte sich noch als ausgesprochen weise erweisen. 😂

Der Radweg – er war einmal

Die ersten drei Kilometer liefen noch völlig unspektakulär. Dann war plötzlich Schluss mit Radweg. Einfach weg. Also schoben wir unsere Fahrräder durch einen Park. Hier gab es ein schönes Schloss zu sehen. Danach wurde es allerdings richtig interessant. Dank Google Maps landeten wir auf einem Wanderpfad. Sehr schön! Natur, Wurzeln, kleine Wege, hoch und runter – alles wunderbar.

Nur leider hatte Google zwei kleine Details übersehen: Wir waren mit Fahrrädern unterwegs. Jetzt weiß ich auch endlich, woher der Begriff „Radwandern“ kommt. Man wandert nämlich – mit seinem Fahrrad. Der Weg führte munter über Wurzeln und unwegsames Gelände. Mit meinem neuen 30-Kilo-E-Bike wurde daraus eher eine Mischung aus Wandern, Gewichtheben und Fluchen. Aber immerhin: Die Landschaft war wunderschön. Und irgendwann endete der Wanderweg tatsächlich – direkt am Gezeitenkraftwerk.

Unten begegnete uns noch ein Schweizer Backpacker mit Fahrrad. Wir haben ihn natürlich freundlich gewarnt. Er nahm unseren Rat dankbar an und entschied sich für die Straße.

Dinard – angekommen und schon wieder schieben

Irgendwann haben wir es tatsächlich nach Dinard geschafft. Und siehe da: Es wurde richtig nett! Ein kleiner, hübscher Ort mit Wasser, Strand und einem großen Park – genau das, was man nach unserer kleinen Wanderung mit Fahrrädern jetzt dringend braucht.

Natürlich durften wir auch hier am Wasser wieder schieben. Aber diesmal war das völlig okay. Ebenerdig! Ein Traum! Nach unserem Wurzel-Abenteuer fühlte sich das fast wie eine Wellnessbehandlung für Radfahrer an. 😄 Doch dann kam die Anlegestelle für den Wasserbus. Und natürlich wartete dort schon die nächste kleine Herausforderung auf uns: eine steile Treppe mit einer schmalen Rinne an der Seite.

Na klar! Genau das Richtige für ein 30-Kilo-E-Bike. Also wieder: Fahrrad packen, konzentrieren und Stufe für Stufe nach unten manövrieren. Ich sage euch ganz ehrlich: So unausgeschlafen, wie ich inzwischen war, hatte ich irgendwann endgültig die Nase voll. Ich wollte nicht mehr wandern, nicht mehr schieben und schon gar keine Treppen mehr mit einem Fahrrad bezwingen.

Endlich aufs Wasser!

Und dann war es endlich so weit: Fahrräder verstaut, wir an Bord – und ab ging es mit dem Wasserbus. Was für eine Wohltat! Das Wetter spielte mit: wechselnd bewölkt, aber angenehm, dazu ein frischer Fahrtwind. Nach der schwülen und durchaus sportlichen Radtour fühlte sich das jetzt an wie eine kostenlose Klimaanlage vom Atlantik. Herrlich!

Wir konnten einfach sitzen, schauen und uns vom Wasser tragen lassen. Und dann kam die Belohnung für all unsere Mühen: Saint-Malo vom Wasser aus. Vor uns tauchten Intra Muros und die mächtige Stadtmauer auf. Vom Wasser aus wirkt die historische Altstadt noch einmal ganz anders – imposant, wunderschön und einfach traumhaft.

Café au lait, Crêpes und zurück nach Saint-Malo

Wieder in Saint-Malo angekommen, belohnten wir uns erst einmal mit dem, was man nach so einer Tour einfach braucht: Café au lait und Crêpes. ☕🥞 Schließlich muss man die verbrauchten Kalorien ja irgendwie wieder auffüllen! Danach schnappten wir unsere Fahrradtaschen und machten uns doch noch auf den Weg hinauf auf die Stadtmauer von Intra Muros. Anschließend schlenderten wir durch ein paar der hübschen Gassen und ließen den Tag ganz entspannt ausklingen.