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Tronoën

Tronoën – Kalvarienberg, Atlantikwellen und Crêpes-Glück

Tronoën ist einer dieser Orte in der Bretagne, die auf der Karte unscheinbar wirken, aber vor Ort sofort hängen bleiben. Schon der berühmte Kalvarienberg von Calvaire de Tronoën beeindruckt mit seinen detailreichen Steinfiguren und der ruhigen, fast zeitlosen Atmosphäre. Hier steht man zwischen Geschichte und Wind – und beides bläst einem ordentlich um die Ohren.

Es gibt sechs große Kalvarienberge in der Bretagne. Zufällig haben wir einen weiteren in Pleyben entdeckt, weil wir eine Boulangerie gesucht hatten. Diese war übrigens hervorragend. Der Kalvarienberg in Pleyben wurde ursprünglich 1555 errichtet. Hier wurde über 200 Jahre gemeißelt bis die Bibelgeschichte aus Stein fertig gestellt war. 1738 wurde er an seinen heutigen Standort versetzt und 1743 erweitert. Er gehört zum typischen bretonischen Typus der monumentalen Calvaires, die zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert entstanden.

Nur wenige Schritte weiter öffnet sich der Blick auf die wilden Strände der Bucht von Plage la Torche-Tronoën. Weißer Sand, Dünen und ein Atlantik, der selten ruhig ist – perfekt für lange Spaziergänge oder einfach, um dem Meer beim Arbeiten zuzusehen. Genau dieser Mix macht Tronoën auch zu einem beliebten Spot für Wellenreiter, die hier oft perfekte Bedingungen finden.

Nach so viel Wind und Wasser kommt der Genuss nicht zu kurz: In einer kleinen, gemütlichen Crêperie in der Umgebung gibt es Galettes und süße Crêpes, die nach Strand, Salz und Butter schmecken – also eigentlich nach Glück. Ich hatte einen mit dunkler Schokolade und Bananen. Ein Traum!

Und wer sich traut, kann direkt im Atlantik baden. Frisch ist hier noch freundlich formuliert, aber genau das macht den Reiz aus: einmal reinspringen, kurz überleben, und sich danach fühlen, als hätte man den Ozean besiegt. So sah das bei den Badenden aus. Mir ist das zu kalt. Tronoën ist eben kein Ort für halbe Sachen – sondern für echte Bretagne-Momente.

Bretagne 2026

Camper-Rundreise Bretagne

Endlich ist es soweit – wir fahren in die Bretagne nach Frankreich. Letzten Herbst waren wir in der Normandie. Da habe ich mich in Frankreich verliebt. Die Route ist wie folgt:

Amiens Zwischenstop – Le Mont Saint MichelSaint MaloSaint BrieucPaimpolTouronyTregastelLe DebinConcarneauTronoënQuimperLorientHennebontQuiberonSaint Pierre QuiberonCarnacKerhostin – Heimweg: Chartres – Dahlem

Wir haben ca. 18 Tage eingeplant – Dann fahren wir mal los.

 

Amiens

Manchmal braucht es keinen ausgeklügelten Reiseplan – manchmal reicht schlicht mieses Wetter. So wurden wir letztes Jahr an der windgepeitschten Küste der Normandie quasi „nach Amiens gespült“. Es war Sonntag. Die Stadt? Nun ja… sagen wir so: selbst die Tauben wirkten, als hätten sie beschlossen, heute einfach mal nichts zu tun.

Ein halbes Jahr später dann die Revanche: strahlender Sonnenschein, ein Frühlingswochenende und wir mittendrin – bewaffnet mit kühlen Getränken und der besten Aussicht überhaupt: ein gemütlicher Platz in einer Bar. Und plötzlich war da dieses völlig andere Amiens! Menschen überall, Gelächter, Musik, lebendige Straßen – als hätte jemand heimlich den „Stadt an“-Schalter gefunden.

Die Moral der Geschichte? Amiens ist keine verschlafene Schönheit – sie hat nur sonntags ihren wohlverdienten Ruhetag. Wer die Stadt wirklich kennenlernen will, sollte ihr also die Chance geben, sich von ihrer quirligen, studentenhaften Seite zu zeigen.

Übernachtet haben wir hier:

Camping du chateau in Bretangles

Ein ganz toller, ruhiger Platz mit sehr freundlichem Personal und den besten Sanitäranlagen, sogar mit Klopapier!

 

Laden in Amiens mit roten Türen und einer Figur darüber

Gouville-sur-mer

Gouville-sur-Mer – Die bunten Strandkabinen der Normandie

Wer an die Normandie denkt, hat meist sofort die Kreidefelsen von Étretat oder die Landungsstrände des D-Day vor Augen. Doch an der Westküste der Halbinsel Cotentin verbirgt sich ein kleiner Ort, der mit einem ganz eigenen Charme überrascht: Gouville-sur-Mer. Berühmt ist das Küstendorf vor allem für seine weißen Strandkabinen mit den farbenfrohen Dächern, die sich malerisch entlang der Dünenkämme aufreihen.

Schon bei der Anfahrt fallen die bunten Farbtupfer inmitten der sandigen Dünenlandschaft auf. Die Kabinen wirken wie kleine Leuchttürme der Erinnerung und verleihen dem kilometerlangen Strand eine fast märchenhafte Atmosphäre. Besonders am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang entsteht hier eine einzigartige Lichtstimmung, die Fotografen aus ganz Frankreich anzieh

Die Geschichte der Strandkabinen

Die Ursprünge der Kabinen reichen bis in die Zeit der aufkommenden Badekultur Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Damals errichtete der Besitzer des Hôtel Marie die erste Umkleidekabine am Strand, damit seine Feriengäste bequem zum Baden gehen konnten. Mit dem wachsenden Interesse an Seebädern entstanden weitere Kabinen entlang der Küste. Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg verschwanden die meisten dieser Bauten, wurden jedoch nach Kriegsende wieder errichtet. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich daraus das heute bekannte „Dorf der Strandkabinen“. Heute existieren rund 69 dieser Hütten, die sich meist seit Generationen in Familienbesitz befinden.

Zwischen Tradition und Naturschutz

Die Kabinen dienen längst nicht mehr als klassische Umkleidekabinen. Sie werden vor allem genutzt, um Strand- und Angelausrüstung zu lagern oder als Rückzugsort für Familien während eines Tages am Meer. Gleichzeitig stehen sie unter besonderem Schutz, denn sie sind ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes von Gouville-sur-Mer

Ebenso bedeutsam wie die Kabinen selbst sind die Dünen, auf denen sie stehen. Die Gemeinde investiert viel in den Schutz dieses empfindlichen Ökosystems. Besucher werden über angelegte Wege geführt, um die Vegetation zu schonen und die natürliche Dynamik der Küstenlandschaft zu bewahren.

Ein Strand wie aus dem Bilderbuch

Der Strand von Gouville-sur-Mer erstreckt sich über mehrere Kilometer feinen Sandes. Bei Ebbe zieht sich das Meer weit zurück und gibt eine beeindruckende Küstenlandschaft frei. Von den Dünen aus reicht der Blick bis zum Leuchtturm von Sénéquet vor der Küste. Die Kombination aus weitem Himmel, Sand, Meer und den bunten Kabinendächern macht diesen Ort zu einem der fotogensten Küstenabschnitte der Normandie.

Gouville-sur-Mer ist weit mehr als ein hübscher Badeort. Die farbenfrohen Strandkabinen erzählen von der Entstehung des Seebädertourismus, von den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und von einer Küstengemeinde, die ihr kulturelles Erbe bewahrt hat. Wer die Normandie abseits der bekannten Touristenpfade entdecken möchte, findet hier einen Ort voller Geschichte, Authentizität und maritimer Schönheit.

Blainville-sur-mer

Blainville-sur-Mer – Küstenidylle am Ärmelkanal

Das Herzstück von Blainville-sur-Mer ist der lange Sandstrand, der sich entlang der Küste erstreckt. Hier kann man ausgedehnte Spaziergänge unternehmen, die frische Seeluft genießen oder einfach den Blick über den Ärmelkanal schweifen lassen. Oder wie wir Abends den Sonnenuntergang auf einer Picknick-Decke mit Cidre, Käse und Baguette genießen.

Entspannte Stunden in der Strandbar

Direkt am Strand lädt eine gemütliche Strandbar dazu ein, den Tag bei einem Getränk oder einer kleinen Mahlzeit ausklingen zu lassen. Mit Blick auf das Meer lässt sich hier das besondere Flair der normannischen Küste genießen und man kann wunderbar den Gezeiten zusehen.

Austernparks werden bei Ebbe sichtbar

Ein faszinierendes Naturschauspiel erwartet Besucher bei Ebbe. Dann zieht sich das Meer weit zurück und gibt die zahlreichen Austernparks vor der Küste frei. Die Austernzucht hat in dieser Region eine lange Tradition und prägt die Landschaft ebenso wie die lokale Gastronomie. Die regelmäßig auftauchenden Austernfelder bieten einen spannenden Einblick in die maritime Kultur der Normandie.

Die Kraft der höchsten Gezeiten Europas

Die Küste der Normandie gehört zu den Regionen mit den größten Gezeitenunterschieden Europas. Auch in Blainville-sur-Mer lässt sich dieses beeindruckende Schauspiel täglich beobachten. Innerhalb weniger Stunden verwandelt sich die Küstenlandschaft vollständig: Wo zuvor Wasser war, entstehen weite Sandflächen, die später wieder vom Meer bedeckt werden. Dieses Wechselspiel von Ebbe und Flut macht den Reiz des Ortes aus und sorgt für ständig wechselnde Ausblicke.

Übernachtet haben wir hier:

Camping Municipal la Melette

Die Empfangsdame vom Campingplatz war mit Abstand die unfreundlichste Person und sprach nur französisch. Deshalb hatten wir nicht so richtig verstanden, dass wir für das Waschhaus einen Chip brauchen, der nochmal 8 € kostet. Bis heute ist uns auch nicht klar, ob das für den Aufenthalt oder die eine Nacht war.

Wir konnten uns einen Platz aussuchen und haben direkt am Ausgang zur Düne geparkt. Das war sehr idyllisch. Nach der Düne kommt man an eine Bucht, wo man theoretisch bis Strandbar laufen kann – wohlgemerkt bei Ebbe.

Haben wir gemacht bis wir feststellten, dass wir über die Priele und am Rand aufgetürmten riesigen Quadern bis auf die Straße klettern müssen, um zur Strandbar zu kommen. Das nächste Mal besser über die Straße!