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Rothéneuf

Rothéneuf – wo die Steine plötzlich Gesichter bekommen

Nur wenige Kilometer von Saint-Malo entfernt liegt Rothéneuf – und hier wird es ziemlich kurios. Zwischen Meer, Felsen und bretonischer Landschaft treffen wir auf eine ganz besondere Ansammlung von Steinfiguren.

Die berühmten Felsenfiguren von Rothéneuf wurden Ende des 19. Jahrhunderts von Abbé Adolphe Julien Fouéré, genannt Abbé Fouré, in die Granitfelsen gemeißelt. Über 300 Figuren sollen es ursprünglich gewesen sein – Heilige, Seefahrer, Piraten und allerlei Gestalten, die heute ziemlich wettergegerbt auf das Meer hinausschauen.

In Rothéneuf haben selbst die Steine Charakter – manche mehr, manche weniger. Aber eines ist sicher: Wegschauen können sie nicht! 😉 Das hat allerdings mein Mann übernommen. Denn ich war mal wieder mit meinen Sicherheits-Flip-Flop und drei Kilo Fotoapparat in der Hand auf Felsklettertour.

Bretagne-Loire 2026

Camper-Rundreise Bretagne – Loiretal

Amiens Zwischenstop –  RothéneufRadwandern DinardSaint-Malo MorlaixLe DibenBrignogan –  Concarneau1Concarneau2 Concarneau3 Lorient MaliziaAuray Saint NazaireBatz-sur-merGuérandePort du ColletIle de RéÎle de Ré Tag 3 Île de Ré Tag 4Heimweg: ChartresChartres 2. Tag – Dahlem

Info für die, die zufällig hier die Loire-Reise verfolgen wollen. Leider sind unsere 20 Tage hier jetzt um. Die Loire schaffen wir nun nicht mehr. Doch ich lasse diese Route für die nächste Reise stehen:

Trentemoul – Brissac – Aubigné-sur-Layon – Le Moulin pendu Champtoceaux – Vélo Vintage-Anjou – Saumur – Montsoreau – Azay-le-Rideau – Château du Clos Lucé – Schloss Amboise – Schloss Chaumont – Blois – Schloss Chambord – Saint-Dye-sur Loire – Orléans  – Schloss Sully-sur-Loire

 

Zwischenstopp in Amiens – und die Vorfreude fährt mit

Wenn wir mit unserem Camper Richtung Frankreich unterwegs sind, gibt es einen Zwischenstopp, der inzwischen fast schon zum festen Reise-Ritual gehört: Amiens. Egal, ob unser Ziel die Bretagne, die Normandie oder diesmal die Loire ist – Amiens liegt für uns einfach perfekt auf dem Weg. Und irgendwie fühlt es sich jedes Mal ein bisschen so an, als würden wir hier offiziell den Urlaubsmodus einschalten.

Und die Vorfreude ist diesmal besonders groß. Vor uns liegen die Bretagne mit ihren wilden Küsten, kleinen Häfen und endlosen Stränden, dazu die Reise entlang der Loire mit Schlössern, Flüssen, hübschen Orten und ganz viel französischem Savoir-vivre. Der Camper ist gepackt, die Route steht zumindest ungefähr – und wir wissen ja aus Erfahrung: „ungefähr“ ist bei uns durchaus ein gültiges Reiseplanungskonzept.

Mit einer Stunde Verspätung Richtung Amiens

Eigentlich wollten wir heute spätestens um 9 Uhr losfahren. Das ist nämlich unsere bevorzugte Reisezeit – früh genug, um noch entspannt durch Belgien zu kommen, bevor uns die zahlreichen Baustellen und der Verkehr zeigen, wer hier eigentlich das Sagen hat. Unser Plan: Gegen 14 Uhr gemütlich in Amiens ankommen. Hier meine letzten Beiträge zu Amiens September 2025 und im Mai 2026.

Tja … Pläne sind ja bekanntlich dazu da, um sie zu ändern. Heute starteten wir erst gegen 11 Uhr, da wir noch einen Termin hatten. Und als wäre das noch nicht genug, legten wir kurzerhand eine Extra-Runde ein – zurück nach Hause.

Denn ich bemerkte erst eine halbe Stunde nach der Abfahrt, dass mein Mobiltelefon noch gemütlich zu Hause lag. 😇 Also umdrehen, Handy einsammeln und wieder los. Diese kleine Vergesslichkeit kostete uns gleich eine Stunde Reisezeit.

So saßen wir gefühlt einen ganzen Tag im Auto und rollten schließlich gegen 17 Uhr in Amiens ein.

Und genau in solchen Momenten frage ich mich ja: Was haben wir eigentlich früher gemacht, als es noch keine Handys gab? 😉

Und morgen geht es weiter – Richtung Bretagne, wo wir die Orte besuchen, die beim letzten Mal nicht angefahren werden konnten, die Loire und all die kleinen Überraschungen, die unterwegs garantiert wieder auf uns warten.

Übernachtet haben wir wieder hier:

Campingplatz Bertangles Castle

Unser Lieblingsplatz für den ersten Zwischenstopp in Frankreich.

 

Graffity auf Garagentor lila Tier mit braunen Hörnern in Amiens, Frankreich<br />

Dünenspaziergang Blankenberge

Abschied vom Meer – Mein letzter Dünenspaziergang in Blankenberge

Stille Momente statt großer Attraktionen

Manchmal sind es nicht die großen Attraktionen, die mich am meisten berühren, sondern die stillen Augenblicke. Genau so ist es bei meinem letzten Spaziergang durch die Dünen von Blankenberge.

Der Weg durch die Dünen

Schon der Weg dorthin fühlt sich besonders an. Hohe Dünen, bewachsen mit Strandhafer, säumen den schönen Sandweg, der mich langsam hinunter zum Meer führt. Mit jedem Schritt genieße ich das Rauschen der Wellen, und der vertraute Duft der salzigen Nordseeluft läßt mich noch einmal tief durchatmen.

Die Weite des Strandes bei Ebbe

Die Ebbe hatte den Strand in eine beeindruckend weite Landschaft verwandelt. Der feuchte Sand schimmert im Licht, kleine Wasserläufe ziehen sich wie silberne Bänder über den Strand, Quallen liegen dort und warten auf ihr Ende.

Das Meer scheint heute ein Stück weiter entfernt zu sein als sonst. Diese Weite hat etwas Beruhigendes – und gleichzeitig macht sie mir bewusst, dass dieser Kurz-Urlaub nun zu Ende geht.

Kontraste zwischen Natur und Technik

Links sehe ich den Industriehafen mit seinen mächtigen Kränen und rechts zieht sich die Seebrücke weit hinaus aufs Meer. Man kann jetzt um sie herum spazieren. Dieser Kontrast zwischen Natur und Technik faszinierte mich erneut. Beides gehört zu Blankenberge.

Ich bleibe noch einen Moment stehen und lasse meinen Blick über den Strand schweifen. Der Wind spielt mit meinen Haaren, Möwen ziehen ihre Kreise und suchen nach essbarem. Es ist einer dieser Momente, die ich am liebsten mag.

Der Rückweg und der Abschied

Schließlich mache ich mich barfuß auf den Rückweg über den warmen Strand. Jeder Schritt führt mich weiter weg von der Nordsee und ließ den Abschied ein wenig näher rücken. Ein leises Gefühl von Wehmut begleitete mich, denn ich wusste, dass ich das Rauschen der Wellen und die Seeluft, wenn auch viel wärmer als ich es sonst kenne, vermissen würde.

Was aber bleibt sind die Erinnerungen an die hohen Dünen, den wunderschönen Sandweg, den weitläufigen Strand bei Ebbe mit all den Quallen und Sandwürmern, rechts die Seebrücke und links den Blick auf den Industriehafen. Und den Gedanken, dass Abschiede nie für immer sind. Die Nordsee bleibt. Sie wartet geduldig – und eines Tages führt mich mein Weg sicher wieder zu ihr zurück, wenn auch wahrscheinlich an einen anderen Ort.

Blankenberge – Belgien 2026

Mit dem Camper nach Blankenberge in Belgien

Blankenberge – Zwischen Dünen, Nordseestrand und Ausflügen ins Umland

BrüggeRadtour Zwin NaturparkSea-LifeDünenspaziergang

Blankenberge zählt zu den bekanntesten Badeorten an der belgischen Küste. Der Ort bietet einen langen Sandstrand, eine Seebrücke und einen modernen Yachthafen. Dennoch hinterlässt der Küstenort einen zwiespältigen Eindruck.

Vor allem die zahlreichen touristischen Hochhäuser entlang der Strandpromenade prägen das Stadtbild. Wer historische Küstenorte mit viel Charme sucht, wird hier eher enttäuscht. Gleichzeitig sorgen die hohen Dünen mit ihren gut ausgebauten Wegen für einen schönen Kontrast. Hier lässt es sich wunderbar spazieren oder mit dem Fahrrad die Küstenlandschaft erkunden.

Der breite Sandstrand lädt zwar zum Verweilen ein, allerdings gibt es in vielen Bereichen Badeverbote, was den Badespaß teilweise einschränkt. Bei Ebbe wird der Strand dafür besonders weitläufig und bietet viel Platz für ausgedehnte Spaziergänge.

Die bekannte Seebrücke gehört zu den Wahrzeichen Blankenberges und bietet schöne Ausblicke auf die Nordsee. Entlang der Promenade laden zahlreiche Strandbars zum Verweilen ein. Außerhalb der Hauptsaison muss man jedoch damit rechnen, dass viele davon geschlossen sind. Und wer denkt er kann mal eben belgische Fritten essen – negativ! Die Frituur-Snacks waren alle geschlossen wenn wir vorbeikamen.

Auch der moderne Yachthafen sorgt für maritimes Flair. Zwischen den neueren Gebäuden finden sich vereinzelt historische Bauwerke, die einen kleinen Einblick in die Geschichte des Badeortes geben.

Ein beliebtes Ausflugsziel für Familien ist das Sea Life Blankenberge mit seinen Aquarien und Meerestieren.

Wer die Umgebung erkunden möchte, erreicht über ruhige Wege schnell die grünen Polderlandschaften im Hinterland – ein reizvoller Gegensatz zur lebhaften Küste.

Besonders empfehlenswert ist eine Fahrradtour nach Brügge. Die historische Altstadt ist von Blankenberge aus gut erreichbar und zählt zu den schönsten Städten Belgiens.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt außerdem das romantische Dorf Lissewege. Mit seinen weißen Häusern, kleinen Gassen und der historischen Kirche gilt es als eines der schönsten Dörfer Flanderns und ist ein lohnendes Ziel für einen entspannten Ausflug.

Kerhostin

Kerhostin

Am Morgen zog es mich noch einmal bei Sonnenschein an den Strand von Kerhostin auf der Halbinsel Quiberon. Bei Ebbe hatte sich das Meer weit zurückgezogen und eine völlig andere Landschaft freigegeben. Dort, wo wenige Stunden zuvor noch Wasser war, lief ich nun zwischen Felsen, Muscheln und kleinen Wasserbecken entlang. Genau das fasziniert mich an der Atlantikküste der Bretagne: Das Meer verändert ständig die Landschaft und zeigt immer wieder neue Geheimnisse und bietet Platz für Aktivitäten.

Während ich am Strand entlangging, entdeckte ich Muscheln im nassen Sand und Tang, den die Flut zurückgelassen hatte. Ein Stück weiter hat das Meer die Küstenbefestigung bezwungen. Wo etwas zerstört wird, kann auch Neues entstehen. Ich konnte Nester von Schwalben entdecken. In den flachen Wasserbecken spiegelte sich der Himmel, und überall waren die Spuren des Meeres sichtbar. Der Wind wehte mäßig über die Küste und es war angenehm warm.

Ich genoss diesen Spaziergang ganz bewusst als Abschied von unserer Reise durch die Bretagne. Noch einmal ließ ich die vielen Eindrücke der vergangenen Tage vorbeiziehen: die kleinen Hafenorte, die beeindruckenden Klippen, die breiten Strände und das besondere Licht an der bretonischen Küste.

Langsam kehrte später das Wasser zurück und bedeckte nach und nach wieder die Flächen, über die ich eben noch gelaufen war. Genau das macht Ebbe und Flut hier so besonders – das Meer gibt seine Geheimnisse nur für kurze Zeit preis, bevor sie wieder unter den Wellen verschwinden.

 

Und zum Abschied gab es heute Abend noch einen Regenbogen. Ahoi Bretagne bis zum nächsten Mal – Wir sehen uns ganz bestimmt wieder!