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Bretagne-Loire 2026

Camper-Rundreise Bretagne – Loiretal

Amiens Zwischenstop –  Rothéneuf – Radwandern Dinard – Saint-Malo – Morlaix – Le Diben – Brignogan –  Concarneau1 – Concarneau2 – Concarneau3 – Lorient Malizia– Auray – Saint Nazaire – Batz-sur-mer – Guérande – Port du Collet – Ile de Ré – Île de Ré Tag 3 – Île de Ré Tag 4 – Heimweg: Chartres – Chartres 2. Tag – Dahlem

Info für die, die zufällig hier die Loire-Reise verfolgen wollen. Leider sind unsere 20 Tage hier jetzt um. Die Loire schaffen wir nun nicht mehr. Doch ich lasse diese Route für die nächste Reise stehen:

Trentemoul – Brissac – Aubigné-sur-Layon – Le Moulin pendu Champtoceaux – Vélo Vintage-Anjou – Saumur – Montsoreau – Azay-le-Rideau – Château du Clos Lucé – Schloss Amboise – Schloss Chaumont – Blois – Schloss Chambord – Saint-Dye-sur Loire – Orléans  – Schloss Sully-sur-Loire

 

Zwischenstopp in Amiens – und die Vorfreude fährt mit

Wenn wir mit unserem Camper Richtung Frankreich unterwegs sind, gibt es einen Zwischenstopp, der inzwischen fast schon zum festen Reise-Ritual gehört: Amiens. Egal, ob unser Ziel die Bretagne, die Normandie oder diesmal die Loire ist – Amiens liegt für uns einfach perfekt auf dem Weg. Und irgendwie fühlt es sich jedes Mal ein bisschen so an, als würden wir hier offiziell den Urlaubsmodus einschalten.

Und die Vorfreude ist diesmal besonders groß. Vor uns liegen die Bretagne mit ihren wilden Küsten, kleinen Häfen und endlosen Stränden, dazu die Reise entlang der Loire mit Schlössern, Flüssen, hübschen Orten und ganz viel französischem Savoir-vivre. Der Camper ist gepackt, die Route steht zumindest ungefähr – und wir wissen ja aus Erfahrung: „ungefähr“ ist bei uns durchaus ein gültiges Reiseplanungskonzept.

Mit einer Stunde Verspätung Richtung Amiens

Eigentlich wollten wir heute spätestens um 9 Uhr losfahren. Das ist nämlich unsere bevorzugte Reisezeit – früh genug, um noch entspannt durch Belgien zu kommen, bevor uns die zahlreichen Baustellen und der Verkehr zeigen, wer hier eigentlich das Sagen hat. Unser Plan: Gegen 14 Uhr gemütlich in Amiens ankommen. Hier meine letzten Beiträge zu Amiens September 2025 und im Mai 2026.

Tja … Pläne sind ja bekanntlich dazu da, um sie zu ändern. Heute starteten wir erst gegen 11 Uhr, da wir noch einen Termin hatten. Und als wäre das noch nicht genug, legten wir kurzerhand eine Extra-Runde ein – zurück nach Hause.

Denn ich bemerkte erst eine halbe Stunde nach der Abfahrt, dass mein Mobiltelefon noch gemütlich zu Hause lag. 😇 Also umdrehen, Handy einsammeln und wieder los. Diese kleine Vergesslichkeit kostete uns gleich eine Stunde Reisezeit.

So saßen wir gefühlt einen ganzen Tag im Auto und rollten schließlich gegen 17 Uhr in Amiens ein.

Und genau in solchen Momenten frage ich mich ja: Was haben wir eigentlich früher gemacht, als es noch keine Handys gab? 😉

Und morgen geht es weiter – Richtung Bretagne, wo wir die Orte besuchen, die beim letzten Mal nicht angefahren werden konnten, die Loire und all die kleinen Überraschungen, die unterwegs garantiert wieder auf uns warten.

Übernachtet haben wir wieder hier:

Campingplatz Bertangles Castle

Unser Lieblingsplatz für den ersten Zwischenstopp in Frankreich.

 

Graffity auf Garagentor lila Tier mit braunen Hörnern in Amiens, Frankreich<br />

Dünenspaziergang Blankenberge

Abschied vom Meer – Mein letzter Dünenspaziergang in Blankenberge

Stille Momente statt großer Attraktionen

Manchmal sind es nicht die großen Attraktionen, die mich am meisten berühren, sondern die stillen Augenblicke. Genau so ist es bei meinem letzten Spaziergang durch die Dünen von Blankenberge.

Der Weg durch die Dünen

Schon der Weg dorthin fühlt sich besonders an. Hohe Dünen, bewachsen mit Strandhafer, säumen den schönen Sandweg, der mich langsam hinunter zum Meer führt. Mit jedem Schritt genieße ich das Rauschen der Wellen, und der vertraute Duft der salzigen Nordseeluft läßt mich noch einmal tief durchatmen.

Die Weite des Strandes bei Ebbe

Die Ebbe hatte den Strand in eine beeindruckend weite Landschaft verwandelt. Der feuchte Sand schimmert im Licht, kleine Wasserläufe ziehen sich wie silberne Bänder über den Strand, Quallen liegen dort und warten auf ihr Ende.

Das Meer scheint heute ein Stück weiter entfernt zu sein als sonst. Diese Weite hat etwas Beruhigendes – und gleichzeitig macht sie mir bewusst, dass dieser Kurz-Urlaub nun zu Ende geht.

Kontraste zwischen Natur und Technik

Links sehe ich den Industriehafen mit seinen mächtigen Kränen und rechts zieht sich die Seebrücke weit hinaus aufs Meer. Man kann jetzt um sie herum spazieren. Dieser Kontrast zwischen Natur und Technik faszinierte mich erneut. Beides gehört zu Blankenberge.

Ich bleibe noch einen Moment stehen und lasse meinen Blick über den Strand schweifen. Der Wind spielt mit meinen Haaren, Möwen ziehen ihre Kreise und suchen nach essbarem. Es ist einer dieser Momente, die ich am liebsten mag.

Der Rückweg und der Abschied

Schließlich mache ich mich barfuß auf den Rückweg über den warmen Strand. Jeder Schritt führt mich weiter weg von der Nordsee und ließ den Abschied ein wenig näher rücken. Ein leises Gefühl von Wehmut begleitete mich, denn ich wusste, dass ich das Rauschen der Wellen und die Seeluft, wenn auch viel wärmer als ich es sonst kenne, vermissen würde.

Was aber bleibt sind die Erinnerungen an die hohen Dünen, den wunderschönen Sandweg, den weitläufigen Strand bei Ebbe mit all den Quallen und Sandwürmern, rechts die Seebrücke und links den Blick auf den Industriehafen. Und den Gedanken, dass Abschiede nie für immer sind. Die Nordsee bleibt. Sie wartet geduldig – und eines Tages führt mich mein Weg sicher wieder zu ihr zurück, wenn auch wahrscheinlich an einen anderen Ort.

Bretagne 2026

Camper-Rundreise Bretagne

Endlich ist es soweit – wir fahren in die Bretagne nach Frankreich. Letzten Herbst waren wir in der Normandie. Da habe ich mich in Frankreich verliebt. Die Route ist wie folgt:

Amiens Zwischenstop – Le Mont Saint Michel – Saint Malo – Saint Brieuc – Paimpol – Tourony – Tregastel – Le Debin – Concarneau – Tronoën – Quimper – Lorient – Hennebont – Quiberon – Saint Pierre Quiberon – Carnac – Kerhostin – Heimweg: Chartres – Dahlem

Wir haben ca. 18 Tage eingeplant – Dann fahren wir mal los.

 

Amiens

Manchmal braucht es keinen ausgeklügelten Reiseplan – manchmal reicht schlicht mieses Wetter. So wurden wir letztes Jahr an der windgepeitschten Küste der Normandie quasi „nach Amiens gespült“. Es war Sonntag. Die Stadt? Nun ja… sagen wir so: selbst die Tauben wirkten, als hätten sie beschlossen, heute einfach mal nichts zu tun.

Ein halbes Jahr später dann die Revanche: strahlender Sonnenschein, ein Frühlingswochenende und wir mittendrin – bewaffnet mit kühlen Getränken und der besten Aussicht überhaupt: ein gemütlicher Platz in einer Bar. Und plötzlich war da dieses völlig andere Amiens! Menschen überall, Gelächter, Musik, lebendige Straßen – als hätte jemand heimlich den „Stadt an“-Schalter gefunden.

Die Moral der Geschichte? Amiens ist keine verschlafene Schönheit – sie hat nur sonntags ihren wohlverdienten Ruhetag. Wer die Stadt wirklich kennenlernen will, sollte ihr also die Chance geben, sich von ihrer quirligen, studentenhaften Seite zu zeigen.

Übernachtet haben wir hier:

Camping du chateau in Bretangles

Ein ganz toller, ruhiger Platz mit sehr freundlichem Personal und den besten Sanitäranlagen, sogar mit Klopapier!

 

Laden in Amiens mit roten Türen und einer Figur darüber

Criel-Plage

Wanderung nach Criel-Plage

Mehr Höhenmeter als geplant

Am nächsten Tag wollte ich zu Fuß nach in die Nachbarbucht Criel Plage. Die Wanderung zwischen Criel-sur-Mer und Criel-Plage ist kein gemütlicher Küstenspaziergang von knapp 2 km, sondern eher ein kleines Training mit Meerblick und Naturdrama inklusive. Nicht aus Laune, sondern aus sehr nachvollziehbarem Grund – Abbruchgefahr an der Steilküste. Die Kreideklippen hier arbeiten eben ständig an ihrer eigenen Neugestaltung, und manchmal bedeutet das: Weg weg oder Einsturzgefahr. Die Straßen hatten einige Höhenmeter.

Kleine Pause mit großen Begegnungen

Oben auf der Anhöhe angekommen erst einmal verschnaufen, die grünen Wiesen und die Weite genießen. Auf dem Plateau wartet dann aber genau das, was solche Umwege wieder gutmacht: ein kleiner Laden mit französischen Spezialitäten – Käse, Brot, regionale Produkte, alles so, als wäre es zufällig genau richtig so.

Die Verständigung läuft klassisch kreativ: Hände, Füße, ein Lächeln, ein paar Wörter Französisch, die mutiger klingen als sie sind – und wie immer funktioniert es perfekt. Auf unserer Reise sind uns die Normannen immer sehr freundlich und hilfsbereit begegnet.

Criel Plage: Kiesel, Weite und Gezeitenkino

Der Strand besteht aus den typischen runden Kieseln der Region. Jeder Schritt knirscht, jeder Blick geht weit hinaus auf den Ärmelkanal. Bei Ebbe öffnet sich ein breites, fast mondartiges Band aus Stein und flachem Ufer, bei Flut rückt das Meer wieder dicht an die Klippen heran.

Es ist kein Strand zum „einfach liegen bleiben“, sondern einer zum Schauen, Gehen und Durchatmen – immer begleitet vom Rhythmus der Wellen.

Wie für fast jeden Strand in der Normandie darf hier auch nicht das Karussell fehlen.

Bushaltestelle mit Planschbecken-Upgrade

Unterwegs begegnet man manchmal Dingen, bei denen man kurz stehen bleibt und sich fragt, ob das jetzt ernst gemeint ist oder sich Jemand ein Witz erlaubt.

Zum Beispiel dieses Planschbecken: vermutlich gedacht als kleine Erfrischungsstation für heiße Tage – oder als Rettungsplan für den Fall, dass der Bus wieder einmal seine ganz eigene Zeitrechnung hat.

Man weiß es nicht genau. Aber eines ist sicher: Wer hier wartet, wartet zumindest mit Stil – und notfalls mit Badevergnügen im Mini-Format.

Die Gezeiten – Ein Naturschauspiel im Zeitraffer

Ebbe: plötzlich ist da Platz – sehr viel Platz

Was eben noch Wasser war, wird zur offenen Landschaft. Der Strand wächst in die Breite und Tiefe, als hätte jemand über Nacht ein zusätzliches Stück Küste ausgelegt. Zwischen den Kieseln tauchen Felsen auf, die vorher unsichtbar unter der Brandung lagen, und kleine Rinnen zeichnen Muster in den freigelegten Meeresboden, was fast archäologisch aussieht.

Das große Suchen beginnt

Sobald sich das Wasser zurückzieht, kommen die Menschen. Nicht hektisch, eher konzentriert und mit einer gewissen Vorfreude. Mit Eimern, Taschen oder einfach offenen Händen werden die freigelegten Flächen abgesucht. Zwischen Steinen und Tang verstecken sich kleine Schätze: Muscheln, Schneckenhäuser, manchmal Krabben, die sich eilig in Pfützen retten, die gerade noch Meer waren. Jeder Fund wirkt ein bisschen wie eine kleine Belohnung für Geduld und genaues Hinsehen.

Ein Naturschauspiel im Zeitraffer

Während man noch über den Strand läuft, ist klar: Das hier ist nur ein Zwischenzustand. Die Gezeiten arbeiten ohne Pause, ziehen sich zurück, kommen wieder, verändern alles in einem ständigen Rhythmus. Und genau darin liegt der Reiz – für ein paar Stunden gehört einem eine Landschaft, die sonst unter Wasser liegt. Danach übernimmt das Meer wieder. Ganz selbstverständlich, ganz ohne Diskussion.

Criel-sur-Mer

Criel-sur-Mer – still und weit

Criel-sur-Mer liegt ruhig an der Alabasterküste – ein Ort, der nicht laut auftritt, sondern eher leise beeindruckt. Hohe Kreideklippen, ein weiter Kieselstrand und die typischen Strandhäuschen mit bunten Dächern.
Hier unten verläuft das Leben entschleunigt. Der Blick geht hinaus aufs Meer, und irgendwo zwischen Himmel und Wasser verliert sich das Zeitgefühl. So ging es uns auch.

Eine Küste, die sich langsam verabschiedet

Die Steilküste hier ist nicht nur Kulisse, sondern auch ein Ort des Wandels. Um die 1990er Jahre kam es in der Region zu größeren Abbrüchen – die Kreide hat sich Stück für Stück zurückgezogen, wie es an dieser Küste seit Jahrhunderten immer wieder passiert.

Das Ergebnis sieht man noch heute: Gebäude, die einst sicher standen, sind plötzlich gefährlich nah an der Kante. Manche Häuser wurden aufgegeben, andere stehen noch – aber eher wie stille Beobachter eines Prozesses, der längst weiterläuft. Ein bisschen surreal, wenn man direkt davor steht: Garten ja, dahinter nur noch Luft und Abgrund.

Kulinarische Rettungsinsel bei jedem Wetter

Und dann gibt es genau den richtigen Ort, egal wie das Wetter gerade gelaunt ist: das charmante Strandlokal Le Resto de la Plage. Drinnen oder draußen im „Wintergarten“ – je nach Laune des Himmels – bleibt es ein Platz, an dem man kurz innehält, während draußen an der Küste der Wolkenbruch niedergeht. Sehr freundliches Personal, gute Musik, kleine Snacks und herrlich kühles Bier. Unter der Terrasse ist das Restaurant.

Camping hinterm Hôtel Royal Albion

Direkt unterhalb des Campingbereichs taucht das Hôtel Royal Albion auf – ein Gebäude, das nicht einfach nur da steht, sondern die Entwicklung von Mesnil-Val gleich mit erzählt. Schon beim Blick darauf wird klar: Hier geht es um mehr als nur Unterkunft.

In der großen Zeit des Badetourismus in der Normandie, Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, begann die Küste sich zu verändern. Aus stillen Klippen wurden Sommerziele, aus Fischerorten kleine Ferienwelten. Erste Villen entstanden, dazu Hotels für Städter, die frische Luft und Meer suchten. In genau diese Aufbruchsstimmung hinein wurde auch das Royal Albion Teil der neuen Küstenlandschaft – eingebettet zwischen Meer, Licht und wachsendem Tourismus.
Und die Geschichte geht weiter, nur in anderer Form:

Später wird das Gelände oberhalb der Klippen nicht mehr nur Hotelkulisse, sondern auch Campingplatz. Ein stiller Perspektivwechsel – weg vom Salon, hin zum Zelt oder Camper.

Den Platz haben wir nicht direkt gefunden. Man muss am Hotel vorbei zweimal um die Kurve, bevor man auf die Wiesen kommt. Man kann sich einen Platz aussuchen und sich dann an der Rezeption anmelden und bezahlen. Es ist richtig urig da drin. Die Waschräume und Duschen sind mit viel Liebe und Geschmack passend zum Hotel gestaltet – kein typischer Camping-Standard.

Nach unserer ersten Nacht haben wir die Wiese tatsächlich ganz für uns allein. Kein Geräusch außer Wind und Möwen, kein Nachbarzelt oder Camper in Sicht. Ein außergewöhnliches Ambiente für 28 € die Nacht. Kein Wunder, dass wir bleiben: zwei Nächte an diesem Platz sind schnell beschlossen.

Übrigens gibt es eine hervorragende Boulangerie schräg gegenüber. Sehr empfehlenswert!